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DVD-Besprechung - Geheimbund der Rose
Story:
Der CIA-Vizechef John Eliot (Robert Mitchum) wird für die beiden Waisenkinder Saul (Peter Strauss) und Chris (David Morse), die sich wie Brüder fühlen, zu ihrem Ziehvater. Statt einer richtigen Kindheit durchlaufen beide unter seiner Ägide jedoch eine strenge Ausbildung zu Spezialagenten bzw. eiskalten Killern und werden zu einer Art Geheimwaffe für Eliot. Eines Tages beauftragt er Saul jedoch damit fünf Industrielle zu töten, worauf sich jener nach erfolgreicher Durchführung plötzlich auf der Abschussliste von Eliot wieder findet. Sein Bruder Chris glaubt jedoch nicht an einen Verrat ihres geliebten Ziehvaters, sondern vielmehr an einen „Maulwurf“ beim CIA, und führt die Killer somit unwissend wieder auf die Spur von Saul, gerade als dieser dringend seine Hilfe benötigt.
Meinung zum Film:
„Geheimbund der Rose“ ist ein amerikanischer TV-Zweiteiler der NBC aus dem Jahr 1989, der auf dem gleichnamigen Roman von David Morrell aus dem Jahr 1984 basiert. Bekannt wurde Morrell vor allem durch seinen Erstling „First Blood“, alias „Rambo“, aus dem Jahr 1972 und dessen beide Fortsetzungen, die mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle ausgesprochen erfolgreich verfilmt wurden. Die Regie übernahm Marvin J. Chomsky („Der Tank“). Er konnte dabei für eine Fernsehproduktion auf eine ziemlich prominente Darstellerriege zurückgreifen, denn in den Hauptrollen agieren neben Hollywood-Altstar Robert Mitchum („Die Totenliste“) auch noch Peter Strauss („Masada“), David Morse („The Green Mile“) und von der weiblichen Fraktion, wenn auch deutlich weniger prominent, Connie Sellecca („Hotel“). Die vorliegende Veröffentlichung verteilt die Produktion auf zwei DVDs, wobei jeder Teil eine Laufzeit von beinahe 90 Minuten aufweist, und bietet insgesamt rund drei Stunden Material.
„Geheimbund der Rose“ ist ein reinrassiger Spionage-Thriller und punktet zunächst mit einer Atmosphäre ständiger Paranoia. Niemand, schon gar nicht der Zuschauer, weiß was hier wirklich gespielt wird und auch die Brüder Saul und Chris wissen eigentlich nie, wem sie wirklich trauen können. Hinter jeder Aktion steckt eine potentielle tödliche Falle und der undurchschaubare John Eliot, der beide ja ausgebildet hat und auch ihr Innerstes sehr gut kennt, spinnt im Hintergrund seine Fäden. Somit scheint er ihnen zu Beginn beinahe immer zumindest einen Schritt voraus zu sein. Auch perspektivisch versucht der Film Geheimdienst-Feeling zu verbreiten. Alle Agenten tragen Decknamen, kommuniziert wird über Buch-Codes, zudem sind sämtliche wichtigen Geheimdienste der Welt involviert und beschatten sich hier gegenseitig. Allianzen werden geschmiedet und lösen sich auch ganz schnell wieder in Luft, oder eben auch in einer Blutlache, auf. Auch bei den ziemlich gelungenen Actioneinlagen sind die Verantwortlichen bemüht realistische Nahkampftechniken einzubauen und bei Schusswaffeneinsatz dominieren zunächst vor allem schallgedämpfte Waffen. Mit der Zeit nähert sich der Film hier allerdings wieder mehr dem Trivialroman an und setzt auf blutige Gefechte mit automatischen Waffen. Auch die Helden sind plötzlich in der Lage Dutzende Gegner gleichzeitig auszuschalten, die sich dabei auch extrem dämlich verhalten, obwohl immer wieder betont wird, dass es sich hier ebenfalls um Elite-Agenten handelt.
Die Geschichte gibt sich anfangs recht wendungsreich und undurchschaubar, was vor allem auch Robert Mitchums sehr sinistrem Spiel geschuldet ist, leidet aber auf Dauer unter der zugrunde liegenden Struktur als Zweiteiler und der übertriebenen Laufzeit von rund drei Stunden. Spätestens nach dem dritten Hinterhalt in Folge schlägt die Paranoia langsam in Langeweile um. Die sich im Hintergrund manifestierende Verschwörung verliert ebenfalls zunehmend an Reiz, weil die Brüder teilweise unverhofft oder bereits mit sehr geringem Einsatz ziemlich spontan an sehr wichtige Informationen gelangen. Etwas aufgelockert wird das Spionageszenario allerdings durch die ungewöhnliche Idee des „Abelard-Abkommens“, das Geheimagenten in Not Zufluchtsstätten gewährt, die für alle Geheimdienste sakrosant sind. Dieses Element wird recht gelungen für das Finale genutzt, wo sich die beiden Kontrahenten ausgerechnet innerhalb einer solchen Zuflucht gegenüber stehen, und keiner den anderen dort töten darf, ohne selbst auf die Abschussliste sämtlicher Geheimdienste zu geraten. Für die eigentliche Haupthandlung besitzt dieses Abkommen, nebst seiner Hintergründe, ebenfalls enorme Bedeutung.
Digitale Aufarbeitung:
Für eine mehr als 20 Jahre alte TV-Serie hinterlässt die Bildqualität der DVDs einen wirklich guten Eindruck. Die Veröffentlichung überzeugt mit angenehmer Schärfe, natürlicher Farbgebung, ausgewogenem Kontrast und sauberer Kompression. Bildfehler oder Verschmutzungen gibt es so gut wie gar nicht und auch das Bildrauschen stört zu keiner Zeit. Die beiden Tonspuren im Format DD 2.0 klingen, für eine ältere TV-Produktion wenig überraschend, frontlastig, bieten aber beide eine gute Verständlichkeit und ausgewogene Abmischung. Leider gibt es allerdings bei der deutschen Tonspur auf der zweiten DVD, zwischen der 41. und 43. Minute, eine deutliche Asynchronität. Untertitel gibt es nicht.
Auf den DVDs befindet sich keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt allerdings zumindest ein Wendecover.
Fazit:
„Geheimbund der Rose“ ist ein anfangs ziemlich wendungsreicher und spannender Spionage-Thriller mit starken Darstellern und Verschwörungshintergrund, der einiges an Paranoia verströmt und zudem mit dem „Abelard-Abkommen“ ein durchaus innovatives Konzept beinhaltet. Im weiteren Verlauf der Produktion geht der Realismus aber zunehmend über Bord und es gelingt den Verantwortlichen auch nicht immer die zäher werdende Handlung durch Elemente des Trivialromans, wie z.B. übertriebene Actioneinlagen oder eine unvermeidliche Romanze, zu überspielen. Technisch kann diese DVD-Veröffentlichung voll überzeugen, das Fehlen jeglichen Bonusmaterials ist allerdings bedauerlich.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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177:18 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Geheimbund der Rose
Brotherhood of the Rose
Die Welt der Geheimdienste als Brutstätte für eine globale Verschwörung
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1989 Regie: Marvin J. Chomsky Drehbuch: Gy Waldron (basierend auf dem Roman von David Morrell) Darsteller: Robert Mitchum, Peter Strauss, David Morse, Connie Sellecca, James Sikking, Robert Taylor, M. Emmet Walsh, James Hong, Ian Harrop
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 27.01.2012
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