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Blu-ray-Besprechung - Footloose (2011)
Story:
Nachdem der Sohn von Reverend Shaw Moore (Dennis Quaid) bei einem Autounfall nach einer langen Partynacht ums Leben gekommen ist, überzeugt der Pfarrer den Stadtrat davon, in der gesamten kleinen Ortschaft Bomont Tanzveranstaltungen zu verbieten. Niemand geht dagegen vor, nicht mal Moores rebellische Tochter Ariel (Julianne Hough). Doch dann zieht drei Jahre später der junge Ren McCormack (Kenny Wormald) von Boston nach Bomont, um nach dem Leukämie-Tod seiner Mutter bei seinem Onkel und seiner Tante zu leben. Das führt über kurz oder lang zu Problemen, denn Ren verguckt sich nicht nur in Ariel, die bereits einen Freund hat, sondern sieht es auch nicht ein, sich seine Leidenschaft für Musik und Tanz verbieten zu lassen.
Meinung zum Film:
"Footloose" gehörte zusammen mit "Fame" zu den großen Musik-Kultfilmen der 1980er und nachdem Letzterer bereits im Jahr 2009 ein Remake bzw. eine moderne Adaption erfuhr, überraschte es nicht wirklich, dass Paramount zwei Jahre später auch Ersteren neu verfilmte. Die gesamte Story, einschließlich des gesamten Szenenaufbaus, ist dabei nahezu identisch zum Original geblieben, lediglich die Darsteller und die Musik wurden ausgetauscht. So wie damals der junge und noch recht unerfahrene Kevin Bacon ("Hollow Man") zum Einsatz kam, sind auch in der modernen Fassung hauptsächlich unbekannte Gesichter in den Hauptrollen zu sehen. Ren wird von Kenny Wormald ("Center Stage: Turn it Up") verkörpert, Ariel von Julianne Hough ("Burlesque"). Als wirklich bekannte Gesichter gibt es lediglich das Pfarrerehepaar, gespielt von Dennis Quaid ("The Day After Tomorrow") und Andie MacDowell ("Und täglich grüßt das Murmeltier"), zu sehen.
Während die Neuverfilmung von "Fame" noch recht unterhaltsam und gut an die Gegenwart angepasst war, will der Funke bei "Footloose" nicht so recht überspringen. Dass ein Pfarrer nach einem Autounfall einfach mal Tanzen und Partys in einer Ortschaft komplett verbieten lässt, erscheint heutzutage noch unrealistischer als vor 30 Jahren. Und das selbst in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um die amerikanischen Südstaaten handelt, in denen die Leute tatsächlich gerne mal etwas eigen sind. Hier hätte es sicherlich nichts geschadet, die Grundidee etwas aufzufrischen. Entsprechend dröge bleibt dann letztlich auch die gesamte Handlung, was zwar bereits beim Original der Fall war, dort aber mit deutlich mehr Charme umgesetzt wurde. Zudem hatte das Original den Vorteil, dass Musikvideos gerade erst aufgekommen waren und ein ganzer Film rund um Musik liebende Jugendliche fast schon etwas Revolutionäres darstellte. Heutige Jugendliche der iTunes-Generation werden hingegen über das Konzept nur müde lächeln können. Dabei ist der neue "Footloose" sicherlich kein richtig schlechter Film, aber eben auch keiner, den man gesehen haben muss. Wer nicht mehr als nette und völlig harmlose Familienunterhaltung für zwischendurch erwartet, kann sich "Footloose" bedenkenlos ansehen. Wer hier allerdings davon ausgeht, einen zweiten Kultfilm wie das Original präsentiert zu bekommen, wird wohl eher enttäuscht sein.
Dafür fehlt es dem Remake viel zu sehr an eigenen Akzenten, zumal für einen Musik- und Tanzfilm eigentlich auch erstaunlich wenig Musik und Tanz vorkommt. Zumindest bleiben nur wenige Szenen wirklich in Erinnerung und es ist doch sehr bezeichnend, dass die einzigen wirklich einprägsamen Songs die Coverversionen von "Footloose" und "Holding Out For a Hero" sind. Also die beiden einzigen Lieder des Films, die auch im Original bereits vertreten waren. Was wirklich überzeugen kann, ist hingegen die Choreografie der Tanzszenen. Das Remake hat hier den Vorteil, dass die beiden Hauptdarsteller - im Gegensatz zu denen des Originals - professionelle Tänzer sind und jederzeit genau wissen, was sie tun. Dementsprechend unterhaltsam und sogar ein bisschen mitreißend gestalten sich dann auch die entsprechenden Passagen. Besonders beim Line-Dancing in der Bar bekommt man als Zuschauer richtig Lust, direkt mitzumachen. Leider wurden in den sich doch etwas lange hinziehenden zwei Stunden des Films viel zu wenige solcher Szenen untergebracht. Hier wäre ein etwas weniger zähes Drehbuch mit mehr Tanz wünschenswert gewesen. So ist "Footloose" im Endeffekt zwar ein ganz netter Familienfilm mit sympahtischen Hauptdarstellern, kann seine zwischenzeitlich deutlichen Längen aber nicht wirklich verbergen und wird bei den meisten Zuschauern wohl kaum einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Digitale Aufarbeitung:
Technisch zeigt sich "Footloose", genau wie die meisten aktuellen Paramount-Blu-rays auf der Höhe der Zeit. Das Bild ist klar und sauber, mit kräftigen Farben, sehr guter Schärfe und guter Durchzeichnung bis in den Detailbereich. Hin und wieder fällt etwas Rauschen auf und insgesamt wirkt der Transfer leicht dunkel, den guten Gesamteindruck stört dies jedoch nicht. Auch der Ton kann voll überzeugen, wobei die deutsche Spur mal wieder nur in Dolby Digital 5.1 vorliegt und leicht hinter ihrem englischen Pendant in DTS-HD Master Audio 5.1 zurückstecken muss. Beide präsentieren sich jedoch mit einem sehr guten Klangbild. Die Dialoge sind jederzeit klar verständlich, die Musik ist gut abgemischt und druckvoll und auch die Effektwiedergabe überzeugt.
Das Bonusmaterial besteht aus einem interessanten Audiokommentar des Regisseurs Craig Brewer sowie drei jeweils etwa viertelstündigen Featurettes zu der Entstehung des Remakes, den Darstellern und den Tanzsszenen. Des Weiteren gibt es knapp sieben Minuten an entfernten Szenen und drei Musikvideos zu Liedern aus dem Film. Als zusätzliches kleines Extra verfügt die Blu-ray dann noch über einen Clip, der ein Mädchen zeigt, dessen "Footloose Rap" Brewer im Internet entdeckt und es daraufhin eingeladen hatte, ein Remake von diesem zusammen mit den Darstellern bei einer Aufführung von "Footloose" aufzunehmen. Ansonsten enthält die Box noch eine DVD-Version des Films und eine Digital Copy für iTunes und iOS-Geräte.
Fazit:
"Footloose" ist ein harmloser Familienfilm für zwischendurch, dessen sehr gut choreografierte Tanzszenen zwar überzeugen, der aber inhaltlich zu wenig eigene Akzente setzt, um an den Kultstatus des Originals aus den 1980ern heranreichen zu können. Die Darsteller sind zwar sympathisch, aber alles wirkt unnötig in die Länge gezogen und insgesamt nicht wirklich spannend. Die Blu-ray ist in technischer Hinsicht überaus gelungen, während das Bonusmaterial ganz unterhaltsam ausfällt, aber im Umfang noch ausbaufähig gewesen wäre.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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113:21 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
Italienisch Dolby Digital 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Regisseur Craig Brewer
- Ein Sprung zurück: Die Neuerfindung von Footloose
- Die Stars von Footloose
- Tanzen mit den Footloose-Stars
- Entfernte Szenen
- Musikvideos
- Footloose-Rap
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Footloose
Footloose
Kultfilm-Remake, das mit guten Choreografien aufwartet, inhaltlich aber nicht aus der Mittelmäßigkeit herauskommt
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2011 Regie: Craig Brewer Drehbuch: Dean Pitchford, Craig Brewer Darsteller: Kenny Wormald, Julianne Hough, Dennis Quaid, Andie MacDowell, Miles Teller, Ray McKinnon, Patrick John Flueger, Kim Dickens
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 23.02.2012
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