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Blu-ray-Besprechung - Trespass

Story:
Diamantenhändler Kyle Miller (Nicholas Cage) lebt zusammen mit seiner Frau Sarah (Nicole Kidman) und der gemeinsamen Tochter Avery (Liana Liberato) in einem abgeschieden gelegenen Haus. Der Hausfrieden wird jäh gestört als Einbrecher es auf die Diamanten abgesehen haben, die Kyle gerade erst im Haussafe hinterlegt hat. Doch die Eindringlinge haben beim sorgfältig geplanten Überfall ein wichtiges Detail vollkommen falsch eingeschätzt – den Code für den Safe besitzt lediglich Kyle und dieser denkt selbst unter Druck nicht daran, diesen Preis zu geben.

Meinung zum Film:
„Trespass“ ist unter der Regie von Joel Schumacher („Das Phantom der Oper“) entstanden. Durch Filme wie „Lost Boys“, „Flatliners“ und „Falling Down“ avancierte er in den letzten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem der gefragtesten Vertretern seiner Zunft. Im neuen Millennium wurde es dann zwar etwas ruhiger um ihn, doch ein Blick auf Cast und Crew von „Trespass“ lässt die Hoffnung aufkommen, dass dieser Film an die Erfolge aus dem letzten Jahrtausend anknüpfen könnte. Allen voran fallen natürlich die beiden beliebten Hollywood-Darsteller Nicolas Cage („Ghost Rider“) und Nicole Kidman („Unterwegs nach Cold Mountain“) als Ehepaar Miller ins Auge. In weiteren Rollen sind u.a. Cam Gigandet („Priest“), Ben Mendelsohn („Knowing“) und Terry Milam („Der Nebel“) zu sehen. Hinter der Kamera nahm Andrzej Bartkowiak Platz, der in den 90er Jahren schon für die spannungsgeladenen Bilder bei Filmen wie „Speed“ oder „Dante’s Peak“ sorgte. Für den Soundtrack zeichnet sich David Buckley („The Town“) verantwortlich. Lediglich Drehbuchautor Karl Gajdusek hat noch keine nennenswerten Arbeiten in seiner Vita vorzuweisen.

Die fehlende Übung im Schreiben von Drehvorlagen macht sich leider auch sehr stark bemerkbar. Während dies bei einem Actionfilm nicht ganz so schwer ins Gewicht fallen würde, solange wenigstens die Action stimmt, ist es bei einem eher kammerspielartig angelegten Film wie „Trespass“ ein deutlicher Unterhaltungshemmer. Ein großes Problem ist, dass sich die Akteure eher selten authentisch verhalten, da ihre Handlungsmotive nicht ganz nachvollziehbar sind. So haben sich die Gangster zum Beispiel bestens auf den Einbruch vorbereitet und u.a. auch den Code für die Alarmanlage mit im Gepäck. Was den Safe anbetrifft sind sie allerdings vollkommen ratlos. Trotz des engen Zeitplans dringen sie im festen Glauben ins Haus ein, dass Kyle ihnen schon den Safe freiwillig öffnen wird. Da dies allerdings nicht der Fall ist beginnt die Stimmung recht schnell zu kippen. Und mit diesem Umstand beginnt nicht nur die Stimmung im Haus zu kippen, sondern gleichzeitig auch das Genre immer stärker zwischen Thriller und Drama zu schwanken. Denn umso länger die unfreiwillige Gemeinschaft zusammen hockt, umso mehr Lügen, Geheimnisse und Täuschungen kommen ans Licht. Richtig spannend oder geheimnisvoll wird es dadurch allerdings auch nicht wirklich.

Ein Problem des Films ist, dass die Verzweiflung auf beiden Seiten dazu führt, dass mit Vorliebe geschrien wird. Dadurch wird immerhin eines erreicht - dass der Zuschauer sich wegen des hohen Lautstärkepegels bei den Wortwechseln schon bald selbst wie ein Gefangener fühlt und für jede ruhige Sekunde dankbar ist. Ob Regisseur Schumacher dies bei der Inszenierung tatsächlich so im Sinn hatte, darf zumindest zart angezweifelt werden. Die Verstrickungen der Personen untereinander, die mit der Zeit immer weiter aufgedeckt werden, sorgen auch nicht unbedingt für großes Erstaunen. Dafür wirkt am Ende alles einfach ein bisschen zu konstruiert. Hinsichtlich der Dramaturgie wird nur selten wirklich effektiv Spannung aufgebaut und auch die Emotionskurve des Zuschauers steigt kaum einmal merklich an. Dafür bleibt alles viel zu vordergründig und plakativ, es fehlt es an jedweder emotionaler Bindung zu den Protagonisten und die ständige Klugscheißerei von Kyle trägt ihr übriges dazu bei, dass sich der Zuschauer ebenfalls wie in Geiselhaft fühlt. Allerdings immerhin mit dem Vorteil, dass er sich nach 90 Minuten garantiert wieder in Freiheit befinden wird. Ob die Millers das gleiche Glück haben sei an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber es dürfte letzten Endes ohnehin nur noch wenig interessieren.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hinterlässt einen ordentlichen Eindruck und siedelt sich in einem durchschnittlichen Qualitätsbereich an. Details sind zu erkennen, lassen aber manchmal Feinheiten vermissen. Die Konturenschärfe ist gut, lässt aber noch ein klein wenig Luft nach oben. An Kontrast und Helligkeit gibt es nichts auszusetzen. Selbst in den dunkleren Szenen geht der Durchblick nie verloren. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 ist gut verständlich abgemischt und sorgt durch seine durchgehend auf die Effektlautsprecher verteilten Geräusche für mehr Spannung als der Film selbst es vermag.

Bei den Extras gibt es zunächst ein rund fünfminütiges Making Of, das allerdings mehr Werbe- als Informationscharakter besitzt. Interessanter stellen sich die Interviews mit zehn der Beteiligten dar. Hier gibt es zwar auch viele Nebensächlichkeiten und gegenseitiges Lob zu hören, aber auch die eine oder andere Hintergrundinformation. In der B-Roll folgen noch einmal rund zwölf Minuten Bilder von den Dreharbeiten und abschließend folgt noch der Trailer zum Film.

Fazit:
„Trespass“ schafft es trotz der Zusammenarbeit von Regisseur Joel Schumacher, Kameramann Andrzej Bartkowiak sowie den Darstellern Nicolas Cage und Nicole Kidman nicht sein Publikum vor dem Bildschirm zu fesseln. Die Charaktere wirken platt und lassen keine emotionale Bindung zu, während weder die Thrill- noch die Dramaturgiekurve nennenswert über die Nulllinie hinaus kommen können. Der Film ist leider ein Beweis dafür, dass selbst große Namen nicht unbedingt automatisch, zumindest einen durchschnittlichen Film garantieren.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
90:47 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Interviews
  • B-Roll
  • Trailer
Trespass - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Trespass
Trespass

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
In diesem Kammerspiel gehört Schreien zum guten Ton und es mangelt an Spannung


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2011
Regie:
Joel Schumacher
Drehbuch:
Karl Gajdusek
Darsteller:
Nicolas Cage, Nicole Kidman, Liana Liberato, Cam Gigandet, Ben Mendelsohn, Dash Mihok, Jordana Spiro, Terry Milam

Label Deutschland :
Ascot Elite
Verkaufsstart Deutschland :
28.02.2012