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Blu-ray-Besprechung - John Carter - Zwischen zwei Welten

Story:
Arizona, 1868: Der Bürgerkriegsveteran John Carter (Taylor Kitsch) ist eigentlich nur auf der Suche nach Gold, als er in einer Höhle auf ein mysteriöses Portal stößt, das ihn unversehens in eine fremde Welt transportiert. Diese Welt wird von ihren Bewohnern „Barsoom“ genannt, stellt sich jedoch bald als der Planet Mars heraus. Dort begegnet Carter einem Volk vierarmiger grünhäutiger Wesen namens „Tharks“, dessen Anführer Tars Tarkas (Willem Dafoe) den seit seiner geheimnisvollen Reise mit übermenschlichen Kräften ausgestatteten Veteranen dazu rekrutieren möchte, für sie zu kämpfen und sie gegen die zwei im Krieg befindlichen Fraktionen rothäutiger Marsmenschen zu verteidigen. Carter will eigentlich nur einen Weg zurück nach Hause finden, bis er die schöne und kriegerische Prinzessin Dejah Thoris (Lynn Collins) kennenlernt, die ihm aufzeigt, dass nicht nur Barsoom, sondern auch die Erde durch den Konflikt bedroht wird.

Meinung zum Film:
„John Carter – Zwischen zwei Welten“ klingt als Titel zunächst einmal etwas unspektakulär, jedoch immer noch interessanter als der US-Titel, der einfach nur „John Carter“ lautet. Kaum jemand kann sich bei einem derart beliebigen Titel vorstellen, was für ein Film einen erwartet, oder dass der Film tatsächlich in irgendeiner Weise aufregend und unterhaltsam sein könnte. Dazu kommen Trailer, die kaum etwas über die Story des Films verraten und eher unangenehme Erinnerungen an die „Star Wars“-Prequels wecken als SciFi-Fans zu entzücken. Dies alles führte dazu, dass sich der Enthusiasmus und die allgemeine Aufmerksamkeit für diesen potenziellen SciFi-Blockbuster im Vorfeld eher in Grenzen hielten. Doch was die meisten Kinofans (leider) nicht wussten, ist, dass besagter Film ursprünglich „John Carter of Mars“ heißen sollte und auf einer Romanserie von „Tarzan“-Erfinder Edgar Rice Burroughs basiert, die das Genre der SF-Action-Abenteuer quasi begründet hat und im Laufe der Jahre als wichtige Inspirationsquelle für Filmhits wie die „Star Wars“-Saga und „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ diente. Bereits seit den 1920er Jahren versuchten unzählige bedeutende Filmemacher von George Lucas („Star Wars“) über John McTiernan („Predator“) bis zu Robert Rodriguez („Sin City“) und John Favreau („Iron Man“), die beliebte Romanreihe auf die Kinoleinwand zu transportieren, scheiterten jedoch an den Grenzen des technisch Machbaren oder an der schwierigen Aufgabe, die komplexe Welt der Romane in nur einem Film verständlich aufzubereiten. 

Endlich gelungen ist dies nun Andrew Stanton („Findet Nemo“, „Wall-E“), der mit „John Carter - Zwischen zwei Welten“ nach Brad Bird („Die Unglaublichen“, „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“) als bereits zweiter Pixar-Regisseur sein Realfilm-Debüt feiert. Wobei er sich für diesen Film ohnehin nicht gänzlich von seinen Animations-Wurzeln entfernen musste – schließlich sind zahlreiche Figuren im Film komplett computeranimiert. Dass diese so großartig gelungen sind, liegt sicherlich zum einen an Stantons Animations-Kenntnissen, zum anderen aber wohl auch am schier unglaublichen Budget des Films von etwa 250 Mio. US-Dollar. Das ist eine Menge Geld, aber man kann ohne zu übertreiben behaupten, dass davon jeder Cent auf der Leinwand zu sehen ist. Die fantastischen Landschaften, seltsamen Kreaturen und epischen Massenschlachten sehen atemberaubend aus und können sich locker mit Effektspektakeln wie „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ oder den „Transformers“-Filmen messen. Anders als letztgenannte Filme ist „John Carter – Zwischen zwei Welten“ aber keine hohle Materialschlacht, sondern ein spannendes Abenteuer mit ausgereiften Figuren und einer komplexen Story, das in einer faszinierenden und vielfältigen fremden Welt spielt. Von dem her lässt sich der Film eher mit der „Herr der Ringe“-Saga oder den (guten) „Star Wars“-Filmen vergleichen. 

Man kann also guten Gewissens sagen, dass „John Carter – Zwischen zwei Welten“ ein wirklich gelungenes SF-Abenteuer mit der richtigen Prise Herz und Humor ist, das Fans von „Star Wars“ oder „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Dennoch gibt es ein paar kleinere Kritikpunkte. Zum einen wären da die beiden Hauptdarsteller. Einerseits kann man zwar sagen, dass sowohl Taylor Kitsch („X-Men Origins: Wolverine“) als auch Lynn Collins („X-Men Origins: Wolverine“) wirklich solide Arbeit leisten und eine gute Chemie miteinander haben, andererseits kommt man auch nicht umhin, sich noch charismatischere Darsteller in den Rollen zu wünschen. Einen bleibenden Eindruck wie zum Beispiel seinerzeit Harrison Ford in „Star Wars“ vermag Kitsch nicht zu hinterlassen, und Collins tut sich teilweise etwas schwer, die Dialoge ihrer Figur wirklich überzeugend rüberzubringen, was zugegebenermaßen auch daran liegt, dass diese zu großen Teilen aus Exposition bestehen. Damit wären wir auch schon beim nächsten Punkt, der enormen Komplexität der Story. Die genauen politischen Verhältnisse und historischen Hintergründe auf Barsoom werden sich wohl nicht jedem beim ersten Ansehen des Films komplett erschließen und die technischen Details einer für den Handlungsverlauf wichtigen Waffentechnologie werden so manchen Zuschauer mit den Schulter zucken lassen. Dazu kommt, dass der Film etwas lang geraten ist. Das liegt natürlich zum einen daran, dass man all die Storydetails in kürzerer Zeit kaum untergekriegt hätte, allerdings wünscht man sich besonders während des recht langen Epilogs, dass der Film ein wenig schlanker geraten wäre. All dies ist jedoch ganz klar Meckern auf hohem Niveau. Wer mit dem Genre auch nur irgendetwas anfangen kann, wird zweifellos riesigen Spaß mit dem Film haben und ihn am Ende wahrscheinlich gleich noch einmal sehen wollen. Sofern der Film trotz der recht misslungenen Marketing-Kampagne ein Publikum finden sollte, wird er sicher einen verdienten Platz neben „Star Wars“ im Olymp der besten SF-Abenteuer einnehmen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray lässt keine Wünsche offen. Es kommt mit sehr scharf gezeichneten Konturen und einer sehr schön präsentieren Fülle an Details daher. Die gute Abstimmung zwischen Kontrast und Helligkeit lässt auch in den dunklen Szenen nie die Details verschwinden und sorgt somit stets für guten Durchblick. Das Bild nutzt die Möglichkeit der Blu-ray sehr gut aus und ist als Referenzmaterial geeignet. Der deutsche Ton in DTS-HD High Resolution 7.1 lässt es in den Actionszenen krachen, ohne dabei zu überziehen. Es wird der eine oder andere Crosseffekt geboten und auch der Tieftöner kommt zum Einsatz. Allerdings schafft es der Ton nicht den hohen Qualitätsstandard des Bildes zu erreichen. Dafür fehlt es ihm dann letzten Endes doch an der weitreichenden Dynamik und dem nachhaltig prägenden Druck. Die Bilder werden durch die Effekte zwar durchweg gut unterstützt, allerdings ist es leicht zu erkennen, dass eindeutig noch Luft nach oben bleibt.  

Bei den Extras gibt es zunächst einen Audiokommentar mit Regisseur Andrew Stanton und den Produzenten Kim Morris sowie Lindsey Collins, bei dem es einiges über die Produktionsbedingungen zu hören gibt und auch die eine oder Anekdote vorgetragen wird. In "Von Edgar Rice Burroughs' Büchern zum Film" wird ein wenig über den Kult-Buchautor gesprochen und wie seine Bücher zu Comics und Filmen wurden. Dabei wird natürlich auch auf "John Carter" eingegangen. Das "Making Of: John Carter - 360 Grad" beschäftigt sich mit den Dreharbeiten zum Film und wirft einen ausgiebigen Blick auf Dreharbeiten und die Aufbauten am Set. Da die Kulissen größtenteils später am Computer entstanden, wird die meisten Zeit vor dem Greenscreen agiert. Abschließend gibt es noch eine Handvoll "Zusätzlicher Szenen", auf Wunsch mit einem Kommentar von Regisseur Andrew Stanton und "Pannen auf Barsoom" mit lustigen Momenten vom Dreh. Für eine 250 Mio. Dollar Produktion fällt das Bonusmaterial insgesamt ein wenig enttäuschend aus. (MT)

Fazit:
„John Carter – Zwischen zwei Welten“ ist das beste SF-Action-Abenteuer seit Jahren und bietet neben spektakulären Actionszenen und Effekten auf allerhöchstem Niveau auch eine spannende, komplexe Story und sympathische Figuren. Jeder Fan des Genres sollte sich Andrew Stantons „Lawrence von Arabien im Weltall“ auf keinen Fall auf der großen Leinwand entgehen lassen und selbst Science-Fiction-Skeptiker dürfte der Film bestens unterhalten. Bezüglich der Bildqualität besitzt die vorliegende Blu-ray zudem Referenzqualität, auch wenn das Bonusmaterial eher enttäuschend ausfällt.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,40:1
2,40:1
132:01 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD High Resolution 7.1
DTS-HD High Resolution 7.1
Englisch
DTS-HD Master Audio 7.1
DTS-HD Master Audio 7.1
Französisch
DTS-HD High Resolution 7.1
DTS-HD High Resolution 7.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Niederländisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Von Edgar Rice Burroughs' Büchern zum Film
  • Zusätzliche Szenen
  • Making Of: John Carter - 360 Grad
  • Pannen auf Barsoom
  • Audiokommentar mit Regisseur Andrew Stanton und den Produzenten Kim Morris und Lindsey Collins
John Carter - Zwischen zwei Welten - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
John Carter - Zwischen zwei Welten
John Carter

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Das beste SF-Action-Abenteuer seit Jahren


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2012
Regie:
Andrew Stanton
Drehbuch:
Andrew Stanton, Mark Andrews, Michael Chabon (basierend auf dem Buch "Die Prinzessin vom Mars" von Edgar Rice Burroughs)
Darsteller:
Taylor Kitsch, Lynn Collins, Willem Dafoe, Samantha Morton, Mark Strong, Bryan Cranston, Dominic West, James Purefoy, Ciarán Hinds, Thomas Haden Church

Label Deutschland :
Disney Blu-ray
Verkaufsstart Deutschland :
19.07.2012