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DVD-Besprechung - NAM - Dienst in Vietnam - Staffel 2.2

Story:
Lieutenant Myron Goldman (Stephen Caffrey) und Sergeant Clayton „Zeke“ Anderson (Terence Knox) wurden mittlerweile mit ihrem zur Bravo Company gehörigen Infanterie-Zug in die neue Basis „Than Son Nhut“ direkt vor den Toren Saigons verlegt. Die alte Dschungelbasis Ladybird war gegen die immer stärker werdenden Angriffe des Vietcong nicht mehr zu halten. Die Einheit ist im großen und ganzen zusammengeblieben, umfasst also weiterhin Daniel „Danny“ Percell (Tony Becker), die Afro-Amerikaner Marvin Johnson (Stan Foster), einen eher besonnen Zeitgenossen, und Marcus Taylor (Miguel A. Núñez Jr.), einen ziemlich extrovertierten Sprücheklopfer, und zudem den leicht großmäuligen Hispanic Alberto Ruiz (Ramòn Franco).

Meinung zum Film:
Nur etwas mehr als drei Monate nach Erscheinen der beiden Boxen zur 1. Staffel von „NAM – Dienst in Vietnam“ veröffentlicht Mammut Home Entertainment im Vertrieb von Koch Media Home Entertainment nun bereits die 2. Staffel der Serie. Leider handelt es sich dabei erneut um zwei Halbstaffel-Boxen. Das ist angesichts der Tatsache, dass diese zweite Staffel lediglich sechzehn Folgen umfasst, der Preis der Boxen mit jeweils nur acht Folgen jedoch sogar nochmal mehr als zwei Euro über dem Preis der alten Veröffentlichungen angesiedelt ist, doppelt ärgerlich. Die vorliegenden acht Folgen, verteilt auf vier DVDs, besitzen Laufzeiten von 47-48 Minuten und wurden wie die gesamte Staffel dieses Mal komplett in Kalifornien, genauer am Set der Kultserie „M*A*S*H.“, abgedreht.

Hatte sich die erste Hälfte der zweiten Staffel stark einer Seifenoper mit Kriegshintergrund angenähert, bei der immer wieder Beziehungsgeschichten in den Mittelpunkt traten, geht dieser Anteil in der zweiten Hälfte dieser Staffel zwar leicht zurück, bleibt aber ein ganz wichtiges Element der Serie. Der Rückgang erklärt sich aber auch daraus, dass die Beziehung von Sergeant Anderson und der Psychiaterin Dr. Seymour bereits in der neunten Folge, „Die einzige Zeugin“, ein überraschendes Ende findet. Und gerade Andersons Verhalten hier lässt dessen für die Serie zentrale Rolle immer unglaubwürdiger erscheinen. Anderson ist nämlich nicht nur im Feld mit allen Wassern gewaschen und ein mehr als fähiger Unteroffizier, der stets ein offenes Ohr für seine Soldaten besitzt, sondern lehnt sich als immer wiederkehrendes Element auch gegen unfähige oder überehrgeizige Offiziere, bzw. gegen deren wahnwitzige Befehle, auf. Interessant ist dabei, dass außer Goldman eigentlich alle Vorgesetzten ziemlich schlecht wegkommen, ohne dass die Strukturen des Militärs aber jemals wirklich in Frage gestellt werden. Was Anderson nun aber als Leitfigur immer unglaubwürdiger macht ist, dass er in der zweiten Staffel immer stärker zu einer optimalen Mischung aus „Rambo“ und Jesus mutiert. So werden jetzt auch die seltener gewordenen Dschungeleinsätze immer unrealistischer und zeigen Anderson, aber später z.B. auch McKay und Goldman, als dauerfeuerverteilende Ein-Mann-Armeen die aufrecht stehend und mit großkalibrigen Argumenten die halbe Vietcong-Streitmacht im Alleingang aus dem Dschungel pusten.

Aber auch außerhalb der Einsätze zeigt sich Anderson eben als nahezu unfehlbar, von geradezu buddhahafter Gelassenheit und christlicher Nächstenliebe beseelt. Das Ende der Beziehung mit Dr. Seymour geht entsprechend von Anderson aus und ist von völliger Selbstlosigkeit geprägt, ein Spiegelbild zu der kurzen Episode mit seiner Ex-Frau zum Staffelbeginn. Während Anderson aber immer wieder von allen Seiten als perfekter Soldat geadelt wird, macht er sich auch bereits Gedanken über die Zeit nach dem Krieg, philosophiert über die Ungerechtigkeit des Krieges, der sein Tagesgeschäft darstellt, und besucht z.B. einen Literaturkurs. Kurz gesagt, der Mann besitzt kaum noch wirkliche Ecken und Kanten und verwandelt sich immer stärker in eine halbgottartige „Kunstfigur“. Rauf und runter geht es währenddessen in der Beziehungskiste zwischen Lieutenant Goldman und der Journalistin Alex Devlin, denn dieser wird urplötzlich klar, was für einen hochgefährlichen Job ihr Geliebter da eigentlich tagtäglich zu bestreiten hat. Aufgrund dieser seelischen Belastung steht sogar ein Ende ihrer Beziehung im Raum, was den mittlerweile bezüglich der Spielzeit ziemlich in den Hintergrund gerückten McKay zu einem erneuten Versuch bewegt, sie für sich zu begeistern. Nachdem sich McKay und Goldman aber über mehrere Folgen verteilt gegenseitig das Leben retten und Goldman dem Tod ein ums andere Mal von der Schüppe springt, vollzieht sich bei Alex Devlin ein erneuter Sinneswandel. Tagtägliche Seifenopern lassen schön grüßen. Und auch Marcus Taylor verguckt sich später noch in eine farbige Offizierin. Ansonsten strotzt diese 2. Staffel leider wirklich vor Wiederholungen altbekannter Motive, was neben den stets unfähigen bis unsympathischen Vorgesetzten, auch das Thema Rassismus innerhalb der Armee wieder einmal in den Mittelpunkt rückt, und zwar hier anlässlich der Ermordung von Martin Luther King. Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass Folge 16, „Liebe an der Front, mit einem mittelschweren Cliffhanger, und somit offen, endet. Allerdings ist die 3. Staffel, natürlich wieder in Halbstaffel-Boxen, auch bereits für Ende Juni 2012 angekündigt.

Digitale Aufarbeitung:
Bezüglich der Bildqualität dieser mittlerweile fast 25 Jahre alten TV-Serie bleibt natürlich auch bei dieser zweiten Halbstaffel-Box zur 2. Staffel alles beim alten und sie hinterlässt weiterhin nicht den besten Eindruck. Das Bild wirkt bereits in Ruhe eher weich und detailarm, in Bewegung ergeben sich dann aber noch deutlichere Unschärfen. Die Qualität schlägt zwar sicherlich ältere VHS-Aufnahmen der Serie, für eine DVD ist das Bild aber auch für Serien aus diesem Zeitraum eher leicht unterdurchschnittlich. Die Farbgebung wirkt eher kraftlos und der deutlich zu steile Kontrast kann ebenfalls nicht überzeugen. Er beinhaltet z.B. einige Überstrahlungen in helleren Tageslichtszenen. Die Vorlage selbst ist verschmutzungs- und beschädigungsfrei, weist aber ein deutliches Bildrauschen auf. Die deutsche und die englische Tonspur, im Format Dolby Digital 2.0, klingen hingegen gut verständlich, ausgewogen abgemischt und bieten auch in den seltener gewordenen Actionszenen eine relativ kräftige Soundkulisse. Es gibt keinerlei Untertitel.

Auch diese Halbstaffel-Box wird in einem ansprechend gestalteten Digipak im stabilen Schuber ausgeliefert. Der FSK-Flatschen auf der Vorderseite des Schubers ist wieder nicht ablösbar. Auf Bonusmaterial muss auch bei dieser zweiten Box zur 2. Staffel komplett verzichtet werden.

Fazit:
Genau wie die erste Hälfte der zweiten Staffel von „NAM – Dienst in Vietnam“ ertrinkt auch der Inhalt der zweiten Halbstaffel-Box in seifenopernhaften Wendungen, Wiederholungen, Klischees und überzeichneten Charakteren. Auch die seltener gewordenen Fronteinsätze wirken jetzt teilweise eher so als wären sie einem „Rambo“-Film entnommen, allerdings ohne deren spektakuläre Inszenierung. Technisch ist leider alles beim alten geblieben, es gibt kein Bonusmaterial und für nur acht Folgen ist die unverbindliche Preisempfehlung der Halbstaffel-Box auch sehr hoch gegriffen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
8 Folgen à ca. 47-48 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
NAM - Dienst in Vietnam - Staffel 2.2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
NAM - Dienst in Vietnam - Staffel 2 - Teil 2
Tour of Duty - Season 2 - Part 2

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Klischees, Beziehungskisten und Wiederholungen machen die 2. Staffel der Serie zu einem äußerst zweifelhaften Vergnügen


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1989
Regie:
Charles Correll, Tommy Lee Wallace, Helaine Head, Jim Johnston, Stephen L. Posey
Drehbuch:
L. Travis Clark, Steve Duncan, Bruce Reisman, W.K. Scott Meyer
Darsteller:
Terence Knox, Stephen Caffrey, Tony Becker, Stan Foster, Miguel A. Núñez Jr., Ramón Franco, Dan Gauthier, Kim Delaney, Betsy Brantley, Shaun Duke, Jim Fitzpatrick, Lar Park-Lincoln, L. Scott Caldwell

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
23.03.2012