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DVD-Besprechung - Angel
Story:
Molly (Donna Wilkes), die von allen Angel genannt wird, ist die beste Schülerin ihrer Klasse und versorgt in ihrer Freizeit ihre kranke Mutter. Das glauben zumindest alle in ihrer Schule. Doch die Wirklichkeit sieht ganz anders aus: Angels Eltern haben ihre Tochter verlassen und nun muss sie für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen, indem sie jede Nacht als Prostituierte arbeitet. Die Illusion der heilen Welt beginnt jedoch auch nach außen hin zu bröckeln, als ein Serienkiller in der Gegend sein Unwesen treibt und es besonders auf junge Prostituierte abgesehen hat. Als Angels Freundin Crystel (Donna McDaniel) ermordet wird, fällt dem zuständigen Ermittler Andrews (Cliff Gorman) das junge Mädchen auf und er nimmt sich ihrer an. Und während Angel versucht ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, merkt sie nicht, dass sie ihr Leben auf der Strasse riskiert, denn der Mörder hat sich sein nächstes Opfer schon ausgesucht.
Meinung zum Film:
Im ersten Moment scheint „Angel“ ein oberflächliches Drama um die Abgründe einer Jugendlichen zu sein. Doch im Laufe des Films muss dieses Urteil revidiert werden, denn in der Story steckt mehr, als zunächst vermutet. Wie in jeder Generation, gab es auch in den 80er Jahren Filme, deren Themen sich mit den Jugendlichen ihrer Zeit beschäftigten. In „Der Breakfast Club“ (John Hughes) oder „Ferris macht Blau“ (John Hughes) geht es insbesondere darum, mit welchen Problemen sich die Jugendlichen auseinandersetzen müssen, um nicht an der Realität zu zerbrechen. Doch „Angel“ ist nicht nur ein Film über eine Jugendliche, die nach dem Verschwinden ihrer Eltern beginnt auf den Strich zu gehen und daran zerbricht, sondern auch ein Film über einen Serienkiller, der die Ersatzfamilie von Angel, ihre Freunde von der Strasse tötet und ihr damit den letzten Halt nimmt, den sie im Leben noch besitzt. „Angel“ ist demnach tiefgründiger, auch wenn der direkte Vergleich zu den Klassikern von John Hughes ein wenig hinkt.
Die Handlung baut auf zwei verschiedenen Storyelementen auf, die im Laufe des Filmes miteinander verwoben werden. Zum einen gibt es die menschliche Tragödie um die junge Angel, die schon als Kind von ihren Eltern verlassen wird und nun auf sich allein gestellt ist. Aus Angst vor einer Pflegefamilie begibt sie sich in ein Scheinleben, indem sie vorgaukelt, dass ihre Mutter bettlägerig ist. Doch um diese Lüge aufrecht zu erhalten, muss sie selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen, wodurch sie zur Prostitution gezwungen wird. Ihr einziger Halt sind ihre Freunde, die um ihr geheimes Leben wissen und bei denen sie sich geborgen fühlt. Der andere Handlungsstrang dreht sich um den psychopathischen Serienkiller, der eine große Abneigung gegen Prostituierte hegt und in seinem Blutrausch auch vor der Ersatzfamilie von Angel nicht halt macht. Regisseur Robert Vincent O´Neill („Paco“) schafft es, dass beide Elemente sich miteinander verbinden, ohne dass sie dabei ihre Glaubwürdigkeit verlieren.
Obwohl dem Film teilweise sein geringes Budget, gerade bei den Kulissen und bei der Ausstattung, anzusehen ist, scheinen die Schauspieler hoch motiviert gewesen zu sein. Donna Wilkes, die zum Zeit des Filmdrehs schon 24 Jahre alt war, als sie die Rolle der 15jährigen Angel übernahm, unterließ keine Anstrengungen um ihre Darstellung so authentisch wie möglich zu gestalten. Die Recherche für die Rolle nahm einige Zeit in Anspruch, während der die Schauspielerin Gespräche mit Prostituierten führte und einige Zeit in einer Polizeiwache zubrachte um sich ein klares Bild über Kriminelle und Mörder zu machen. All dies versuchte sie in ihre schauspielerische Leistung mit einzubeziehen, was ihr auch gelang – ihre Darstellung überzeugt den Zuschauer. Großes Lob kann auch den Nebendarstellern wie Dick Swan („Maid to Order“), der den Transvestiten Mae verkörpert oder auch Roy Calhoun („Bad Jim“) der die Rolle von Kit Carson übernahm, ausgesprochen werden, denn die glaubwürdige Darstellung der skurrilen Charaktere macht den Charme des Films aus.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hat nach der digitalisierten Aufarbeitung eine gute Qualität erlangt. Die Farben wirken zwar ein wenig gedämpft, doch das kann dem Alter des Films zugesprochen werden. Die Konturen sind scharf begrenzt und der Kontrast hält ein ausgewogenes Niveau. Der Ton klingt gleichmäßig und klar aus allen Boxen. Auch die Komposition aus Musik, Hintergrundgeräuschen und Dialogen ist ausgezeichnet gelungen.
Die DVD enthält außer einem Wendecover keinerlei Extras.
Fazit:
„Angel“ ist ein typischer 80er-Jahre Teenage-Film, der sich jedoch nicht nur rein mit der psychischen Problematik der Pubertät beschäftigt, sondern auch das Motiv des Serienkillers aufgreift. Durch diese ungewöhnliche Kombination zweier völlig verschiedener Handlungselemente erfährt der Film eine nicht erwartete Tiefe. Auch die schauspielerische Leistung kann sich sehen lassen, so dass die einzigen Negativaspekte des Films eine dürftige Ausstattung und eine schlechte Kulisse darstellen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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89:03 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Angel
Angel
Unerwartet tiefgründige Drama-Thriller-Kombination mit guten Darstellern
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1984 Regie: Robert Vincent O`Neill Drehbuch: Robert Vincent O`Neill, Joseph Michael Cala Darsteller: Cliff Gorman, Susan Tyrell, Dick Swan, Rory Calhoun, Donna Wilkes, John Diehl, Elaine Giftos, Donna McDaniel, Graem McGavin, Mel Carter, Steven M. Porter, David Underwood, David Anthony Joshua Cadman, Grey Lewis
Label :
MiG Filmgroup
Verkaufsstart : 14.06.2012
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