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DVD-Besprechung - American Fighter I-IV

Story:
American Fighter:
Joe Armstrong (Michael Dudikoff) ist Rekrut der US-Army auf den Philippinen und, was niemand ahnt, ein amerikanischer Ninja. Auch wenn er bei seinen Kameraden aufgrund seines Wagemuts und seiner Schweigsamkeit zunächst eher aneckt, sind seine Fähigkeiten bald von großem Nutzen als es gilt illegale Waffengeschäfte auf der Insel zu unterbinden, die von einer Armee von Ninjas, angeführt von dem bösartigen Black Star Ninja (Tadashi Yamashita) geschützt werden. Nur gut, dass Joe mit Corporal Curtis Jackson (Steve James) auch einen schlagkräftigen Partner an seiner Seite weiß.

American Fighter 2 - Der Auftrag:
Joe Armstrong (Michael Dudikoff) und Curtis Jackson (Steve James) sollen im Auftrag der Army auf einer kleinen Karibikinsel das mysteriöse Verschwinden einiger Marines aufklären. Schon bald müssen beide jedoch erkennen, dass in diesem Urlaubsparadies ein skrupelloser Geschäftsmann (Gary Conway) mit Hilfe eines entführten Wissenschaftlers eine Armee gentechnisch verstärkter Super-Ninjas heranzüchten möchte.

American Fighter III - Die blutige Jagd :
Sean Davidson (David Bradley) ist nicht nur dreimaliger Karate-Weltmeister, sondern auch ein amerikanischer Ninja. Als er an einer internationalen Karate-Meisterschaft teilnimmt ahnt er nicht, dass dieses Turnier nur dazu dient, einen besonders starken Kämpfer zu eruieren, der dann als Opfer für einen neuartigen, absolut tödlichen Virus herhalten soll. Dahinter steckt ein internationaler Terrorist namens „Die Kobra“ (Marjoe Gortner), der von einer Privatarmee aus Ninjas unter der Führung der Ninja-Meisterin Chan Lee (Michele B. Chan) geschützt wird. Nur gut, dass Curtis Jackson (Steve James) ein weiterer prominenterTeilnehmer des Turniers ihm hilfreich zur Seite steht.

American Fighter 4 - Die Vernichtung:
Sean Davidson (David Bradley) und sein CIA-Partner Brackston (Dwayne Alexandre) bekommen es mit dem islamischen Terroristen Scheich Abdul (Isaac Mavimbella) zu tun, der dank seiner Wissenschaftler kurz vor der Herstellung einer Mini-Atombombe steht. Geschützt werden seine Aktivitäten in Afrika dabei von dem Amerikaner hassenden Colonel Mulgrew (James Booth) und einer Armee bestens trainierter Ninjas. Als nicht nur amerikanische Spezialeinheiten sondern auch Davidson an dieser Mission zu scheitern drohen tritt jedoch ein alter Bekannter auf den Plan, Joe Armstrong (Michael Dudikoff), der sich eigentlich schon endgültig zum Friedenskorps verabschiedet hatte.

Meinung zum Film:
Die Zusammenstellung „American Fighter I-IV“ enthält wenig überraschend die ersten vier Teile der „American Fighter“- bzw. „American Ninja“-Reihe aus der altehrwürdigen B-Movie-Schmiede „Cannon Films“ („Braddock – Missing in Action III“) auf ebenso vielen DVDs. Damit ist die Reihe aber nach wie vor nicht komplett, denn „American Fighter V“, der letzte Teil aus dem Jahr 1993, ist bis heute nicht legal und ungeschnitten in Deutschland auf DVD erhältlich. Sämtliche in der Box enthaltenen Filme entsprechen 1:1 den bereits einzeln erhältlichen deutschen Veröffentlichungen, stellen also Repacks dar, und sind allesamt ungekürzt. Bei „American Fighter“ handelt es sich somit um die Neuauflage die im Januar 2012 eigentlich bei 20th Century Fox in der „Action Cult Uncut“-Collection als Titel Nr. 1 erschienen ist, weshalb die DVD auch immer noch entsprechend bedruckt ist. Die deutsche, technisch identische Erstauflage des Films erschien aber bereits im Jahr 2004 bei MGM und war lange Zeit der einzige in Deutschland legal auf DVD erhältliche Film der Reihe. Bis zum September 2011 war der Film außerdem indiziert, wurde dann jedoch vom Index gestrichen und ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben. „American Fighter 2 – Der Auftrag“ erschien dann im Juni des Jahres 2012 erstmals als deutsche DVD von Studiocanal, es folgten vom gleichen Studio „American Fighter 3 – Die blutige Jagd“ und „American Fighter 4 – Die Vernichtung“ (Beide im November 2012). Alle Titel wurden ungekürzt mit einer Freigabe ab 16 Jahren veröffentlicht, siehe auch die Freigabe der Box, dabei waren auch der zweite Teil (bis September 2009) und der dritte Teil (bis September 2012) längere Zeit indiziert und ursprünglich mit höheren Altersfreigaben versehen. Der vierte Teil war hingegen nie auf dem Index, trug aber seinerzeit ebenfalls eine FSK18.

„American Fighter“ (1985) wurde von dem Polen Sam Firstenberg in Szene gesetzt, der bereits mit „Ninja 2 – Die Rückkehr der Ninja“ zwei Jahre zuvor ein vielversprechendes Ausrufezeichen gesetzt hatte. Der bis dahin weitgehend unbekannte Amerikaner Michael Dudikoff („Night Hunter“) wurde durch seine Hauptrolle in diesem Werk zu einer Ikone des B-Films und wirkte auch im zweiten sowie vierten Teil der Reihe mit, bei letzterem allerdings in einer deutlich kleineren Rolle. Alleine in den USA spielte der Film in den Kinos mehr als das Zehnfache seines Budgets ein und war auch auf dem Videomarkt weltweit ein großer Erfolg. Als sprücheklopfender, schlagkräftiger Sidekick von Dudikoff agiert hier der schwarze Hüne und Muskelprotz Steve James („Hero“), der leider bereits im Jahr 1993 im Alter von lediglich 41 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstarb und auch im zweiten und dritten Teil in der Rolle des Corporal Curtis Jackson agiert. Der erste Teil wirkt aus heutiger Sicht vergleichsweise harmlos und ziemlich naiv, besitzt aber nach wie vor einen wohltuenden 80er-Jahre-B-Movie-Charme und müht sich zudem noch sichtlich um eine halbwegs ordentliche Rahmengeschichte und eine vernünftige Einführung der einzelnen Charaktere. Das Budget war sichtlich nicht das größte, trotzdem gelangen den Machern hier ordentliche Kampfsequenzen, und das obwohl Dudikoff gar keinen entsprechenden Martial-Arts-Hintergrund besaß, und eine insgesamt recht flotte sowie unterhaltsame Inszenierung. Der „Ninja“-Aspekt ist hier, wie auch im zweiten Teil, recht stark ausgeprägt und führt auch zum Einsatz zahlreicher Gadgets. So verfügt der böse Black Star Ninja (Tadashi Yamashita, „Octagon“) dank seiner Ninja-Kostümierung neben Shuriken und Konsorten z.B. auch über Laser und Flammenwerfer. Nach dem Erfolg des Erstlings drehte Regisseur Sam Firstenberg für „American Fighter 2 – Der Auftrag“ zwei Jahre später u.a. sichtlich an der Budget-Schraube. Der Film wirkt jetzt sichtlich ausgereifter und auch bezüglich seiner Locations und z.B. Pyrotechnik deutlich hochwertiger und stellt den Höhepunkt der Reihe dar. Die Qualität der Actionsequenzen, besonders der Kämpfe, konnte noch einmal gesteigert werden. Dabei wird die Tonart zwar insgesamt etwas gewalttätiger, andererseits aber auch immer wieder durch flotte Sprüche und übertriebenes Gepose, vor allem von Steve James, aufgelockert. Das karibische Setting sorgt in Verbindung mit dem schmissigen Soundtrack zudem für gute Laune sowie ansprechende Schauwerte und die Story ist für B-Movie-Verhältnisse recht abwechslungsreich und flüssig geraten. Neben Dudikoff, der eher als großer Schweiger agiert, bekommt Steve James hier deutlich mehr Raum eingeräumt und beide bilden ein insgesamt sehr schön harmonierendes Buddy-Duo.

Mit „American Fighter 3 – Die blutige Jagd“ folgte nur zwei Jahre später, also im Jahr 1989, nach dem verdienten Erfolg des Vorgängers eine weitere Fortsetzung. Fans der Reihe hatten dabei aber gleich einige Kröten zu schlucken, denn auf dem Regiestuhl übernahm, wie auch für den vierten Teil, der Südafrikaner Cedric Sundstrom („The Avenger – Der Rächer“), der weder vor noch nach diesen beiden Werken jemals besonders in Erscheinung getreten ist, während Dudikoff nicht mehr an Bord war und stattdessen David Bradley („American Samurai“) die Hauptrolle übernahm. Bradley hatte zwar im Gegensatz zu Dudikoff als Ex-US-Karatechamp einen Martial-Arts-Background war aber ansonsten im Filmbusiness völlig unbekannt und ließ leider für Schauspieler nicht unwichtige Eigenschaften wie Mienenspiel und Charisma weitgehend vermissen. Sicherlich war auch Dudikoff kein Oscar-Kandidat agierte allerdings im Rahmen seiner Rolle stets angemessen, halbwegs glaubwürdig und wirkte stets sympathisch. Immerhin darf Steve James hier seinen letzten Auftritt innerhalb der Reihe bestreiten, was aber wohl auch schon so ziemlich den einzigen, verbliebenen positiven Aspekt dieser Produktion darstellt. Das Setting einer weiteren Dritte-Welt-Bananenrepublik in der die Amis mal wieder einem bösen Diktator und willfährigen, skrupellosen Wissenschaftler das Handwerk legen müssen wirkt einerseits mittlerweile reichlich ausgelutscht, andererseits nervt das sichtlich geschrumpfte Budget was in fehlende Schauwerte und Lagerhausatmosphäre mündet. Trotz seiner Fähigkeiten werden die auch nicht gerade zahlreichen sowie äußerst unblutigen Kämpfe von David Bradley äußerst schwach inszeniert und Steve James stiehlt ihm hier sogar die Show. Das eigentliche Setting bzw. die Story um irgendwelche tödlichen Bakterien ist im übrigen alberner, trashiger Humbug und zudem ergeben sich zum Rest der Serie zahlreiche Anschlussfehler und Fragezeichen. Denn wieso gibt es hier eigentlich plötzlich einen zweiten „amerikanischen Ninja“ namens Sean Davidson, woher kennt der aber wiederum Curtis Jackson, und wieso wirkt das eigentliche „Ninja“-Setting eigentlich nur noch wie das halbgare Alibi für einen miesen „Video-Heuler“ von der Stange? Mit „American Fighter IV – Die Vernichtung“, der nur ein Jahr später entstand, fand der Niedergang der Reihe im Jahr 1989 dann ihre nahtlose Fortsetzung. Steve James ist mittlerweile nicht mehr dabei, dafür darf David Bradley über 40 Minuten lang in der ersten Filmhälfte seine nicht vorhandenen Fähigkeiten als Darsteller demonstrieren, während die schwachen Kampfsequenzen sich leider wieder am dritten Teil orientieren. Nach etwa 43 Minuten, also eineinhalb Filmen Pause, steigt dann Michael Dudikoff als Joe Armstrong wieder in die Reihe ein und übernimmt im weiteren die zentrale Heldenrolle. Das naive bis schlichtweg dämliche Drehbuch erklärt seine Auszeit übrigens mit einem Abstecher zum Friedenskorps, was bestenfalls als misslungen „Rambo“-Parodie durchgehen dürfte. Was dann inszenatorisch und inhaltlich folgt erinnert eher an italienische „Mad Max“-Kopien, inklusive Kiesgruben-Feeling, wirkt innerhalb des Ninja-Settings weitgehend schwachsinnig (Islamistische Terror-Ninjas!), besitzt anders als im dritten Teil aber immerhin noch einen gewissen, naiven Billig-Charme, und dürfte damit zumindest für beinharte Trash-Fans noch einen gewissen Mehrwert darstellen. Wer allerdings dachte schlimmer geht’s nimmer, der hatte im Jahr 1993 „American Fighter 5“ noch nicht kommen sehen, bei dem David Bradley erneut die Hauptrolle übernahm, dabei allerdings schon wieder einen völlig anderen „amerikanischen Ninja“ namens Joe Kastle verkörperte, und der Reihe endgültig den Todesstoß versetzte.

Digitale Aufarbeitung:
Für mittlerweile teils deutlich über 20 Jahre alte B-Filme ist die Bildqualität der vorliegenden DVDs insgesamt sehr ordentlich ausgefallen. Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass zwar nur die deutsche DVD des ersten Teils schon etliche Jahre in technisch unveränderter Form auf dem Markt ist, die deutschen Fassungen der anderen Teile aber ebenfalls auf älteren MGM-Transfers basieren, die im Ausland bereits seit einigen Jahren erhältlich sind. Auch die günstigeren Produktionsbedingungen der Teile 3 und 4 sorgen dafür, dass diese technisch keineswegs besser aussehen als ihre älteren Vorgänger. Abgesehen von kleineren Verschmutzungen und einer deutlichen Körnung des Materials bieten die Transfers aller Teile aber eine stets mittelmäßige bis gute Bildschärfe, die im Detail aber sicherlich ausbaufähig wäre. Auch die Farbgebung wirkt besonders bei den Teilen 1 sowie 3 und 4 etwas blass und ausgewaschen, repräsentiert aber somit den typischen Stil presigünstiger 80er-Jahre-Produktionen. Die Kontrastwerte schlagen sich im großen und ganzen recht wacker und die Kompression leistet sich besonders bei den drei Studiocanal-Produktionen auf hohem Niveau keine wirklichen Schwächen. Der erste Teil fällt dagegen bei den Kompressionswerten aufgrund des Alters der DVD etwas ab und hat mit gewissen Unruhen zu kämpfen. Der erste Teil verfügt über gleich drei Mono-Tonspuren, deutsch, englisch und spanisch, allesamt in Dolby Digital 2.0. Die Teile zwei bis vier beinhalten jeweils lediglich deutsche und englische Sprachfassungen, jeweils ebenfalls im Format Dolby Digital 2.0, aber bei den deutschen Varianten jeweils nur in Mono, bei den Originalfassungen hingegen in Stereo. Grundsätzlich sind die deutschen Sprachfassungen aber alle gut verständlich und ausgewogen abgemischt. Raumklangwunder oder brachialste Ausprägungen sollten aber natürlich angesichts der technischen Spezifikationen nicht erwartet werden. Der erste Teil beinhaltet diverse Untertiteloptionen (Dänisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Norwegisch, Schwedisch und Spanisch) während die anderen Teil nur zuschaltbare deutsche Untertitel aufweisen.

Das Bonusmaterial ist leider bei dieser Box kaum vorhanden. Zum ersten Teil gibt es den englischen Kinotrailer und zum zweiten Teil den englischen Original-Trailer mit deutschen Untertiteln. Das wars bereits für diese beiden Titel und zu den anderen Fortsetzungen gibt es sogar überhaupt keine Extras.

Fazit:
„American Fighter I-IV“ vereinigt die beiden gelungenen ersten Teile und den eher missratenen dritten und vierten Teil in einer Box, während der noch schlechtere fünfte Teil komplett fehlt. Freunde von B-Movies, Ninjas und Cannon Films dürfen hier grundsätzlich bedenkenlos zugreifen, zumindest solange sie noch keinen der Titel oder wenigstens die beiden ersten Teile noch nicht besitzen. Die vorliegende Zusammenstellung enthält nämlich die altbekannten, bereits veröffentlichten, ungeschnittenen deutschen DVDs aller vier Teile in solider bis guter technischer Qualität, jedoch auch fast ohne Bonusmaterial.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
American Fighter:
91:48 Minuten

American Fighter 2 - Der Auftrag:
85:56 Minuten

American Fighter III - Die blutige Jagd:
86:07 Minuten

American Fighter 4 - Die Vernichtung:
95:26 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Spanisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Original-Kinotrailer zu "American Fighter"
  • Original-Trailer zu "American Fighter 2 - Der Auftrag"
American Fighter I-IV - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
American Fighter / American Fighter 2 - Der Auftrag / American Fighter III - Die blutige Jagd / American Fighter 4 - Die Vernichtung
American Ninja / American Ninja 2: The Confrontation / American Ninja 3: Blood Hunt / American Ninja 4: The Annihilation

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Die ersten vier Teile von "American Fighter" in einer Box - Zweimal gute Unterhaltung und zweimal Genre-Bodensatz!


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1985 / 1987 / 1989 / 1990
Regie:
Sam Firstenberg, Cedric Sundstrom
Drehbuch:
Paul De Mielche, Avi Kleinberger, Gideon Amir, James R. Silke, Gary Conway, James Booth, David Geeves
Darsteller:
Michael Dudikoff, David Bradley, Steve James, Judie Aronson, John Fujioka, Gary Conway, Jeff Celentano, Larry Poindexter, Marjoe Gortner, Michele B. Chan, Yehuda Efroni, Calvin Jung, James Booth, Dwayne Alexandre, Ken Gampu, Robin Stille

Label Deutschland :
Studiocanal
Verkaufsstart Deutschland :
07.02.2013