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Blu-ray-Besprechung - Rosemary's Baby

Story:
Rosemarie (Mia Farrow) und Guy Woodhouse (John Cassavetes) beziehen gemeinsam ein neues Apartment in New York City, wobei ihr neues Heim, das Bramford House, jedoch eine äußerst zweifelhafte Vergangenheit besitzt, da dort u.a. der vermeintliche Hexer Adrian Marcato praktizierte. Trotzdem ist das Ehepaar von einem starken Kinderwunsch beseelt und setzt diesen auch bald praktisch in die Tat um, woraufhin Rosemarie schwanger wird. Doch was hat es eigentlich mit dem kauzigen, älteren Ehepaar, bestehend aus Minnie (Ruth Gordon) und Roman Castevet (Sidney Blackmer), auf sich, das zunehmend in ihr Leben drängt? Und wieso scheint für Rosemarie nicht nur Guys plötzlicher und überraschender Erfolg als Schauspieler dunklen, übernatürlichen Kräften geschuldet zu sein? Hat Guy etwa einen Pakt mit dem Teufel geschlossen und ihm bzw. seinen irdischen Dienern ihr Baby übereignet?

Meinung zum Film:
„Rosemaries Baby“ aus dem Jahr 1968 ist der wohl bekannteste Film von Roman Polanski („Tanz der Vampire“) und wurde von ihm nach seinem eigenen Drehbuch auf Basis des gleichnamigen Romans von Ira Levin („Die Frauen von Stepford“) realisiert. Es handelt sich hier um den zweiten Teil von Polanskis „Mieter“-Trilogie, die 1965 mit „Ekel“ begann und im Jahr 1976 mit „Der Mieter“ abgeschlossen wurde. In den Hauptrollen brillieren Mia Farrow („Der Große Gatsby“) und John Cassavetes („Die Erste Vorstellung“), während ihnen allerdings herausragende Nebendarsteller wie Ruth Gordon („Harold und Maude“), Sidney Blackmer („Mr. Moto und der China-Schatz“), Maurice Evans („Planet der Affen“) sowie Ralph Bellamy („Die gefürchteten Vier“) hin und wieder mehr oder minder die Show stehlen. Ruth Gordon gewann mit ihrem Auftritt dann auch den Oscar als beste Nebendarstellerin, während Polanski selbst für die beste Drehbuchadaption nominiert war. Zudem war der Titel auch für drei Golden Globes (Mia Farrow als beste Hauptdarstellerin in der Kategorie Drama, Krzysztof Komeda für den besten Soundtrack und Roman Polanski für das beste Drehbuch) nominiert. Eine Auszeichnung erhielt aber auch hier am Ende wieder nur Ruth Gordon als beste Nebendarstellerin.

„Rosemaries Baby“ ist eine Mischung aus Okkult-Horror, Psychothriller und Schwangerschaftsdrama und war nicht nur für Mia Farrow der Durchbruch als Darstellerin, sondern trat nicht zuletzt aufgrund seiner Einspielergebnisse auch eine Welle dem Okkulten gewidmeter Horrorfilme los und lieferte dadurch beispielsweise die Steilvorlage für weitere Klassiker wie William Friedkins „Der Exorzist“ oder Richard Donners „Das Omen“. In „Rosemaries Baby“ versteht es Polanski meisterhaft mit den Erwartungen seiner Zuschauer zu spielen und Traum und Wirklichkeit miteinander verschmelzen zu lassen. Die Hauptakteurin des Films, Rosemarie, befindet sich in anderen Umständen und steht dadurch emotional besonders unter Stress, was natürlich auch zu einer veränderten Wahrnehmung ihrer Umgebung führt. Auf äußerst subtile Weise beginnt Polanski daher die vornehmlich aus Rosemaries Perspektive erzählte Geschichte mit verdächtigen Gegebenheiten anzureichern, die für sich genommen noch vergleichsweise harmlos erscheinen, sich gerade miteinander in Verbindung gebracht aber in Rosemaries Gemüt stetig hochschaukeln. Die psychische Anspannung der Hauptperson überträgt sich dabei äußerst effektiv auf den Zuschauer, zudem sind ihre körperlichen Schmerzen geradezu greifbar und mit zunehmender Filmdauer auch offen an Mia Farrows erschreckender Verwandlung zu einer abgemagerten, gespensterhaft-bleichen Wesenheit ablesbar. Trotzdem versteht es der psychologisch vielschichtige und ausgeklügelte Film auch immer wieder die Saat des Zweifels an den Sinneseindrücken von Rosemarie, die z.B. auch immer wieder durch visuell meisterhaft in Szene gesetzte, vermeintliche, albtraumhaft-abgründige Visionen, Wachträume oder Halluzinationen gequält wird, zu sähen. So werden z.B. für Rosemarie schockierend wirkende Sachverhalte durch andere ihr nahestehende Personen marginalisiert oder als Lappalien abgetan. Gleichzeitig wird die Hauptfigur jedoch auch zunehmend isoliert. Und diese klaustrophobische Wirkung verstärkt natürlich einerseits die Anflüge von Paranoia, beraubt den Zuschauer aber anderseits auch der Möglichkeit zur Reflektion, da Rosemarie auf sich gestellt ist und keine Rücksprache mit „Gleichgesinnten“ halten kann.

Wahnvorstellungen, überspannte Sinne, traditioneller Aberglauben, Misstrauen, ausgeprägte Mutterinstinkte sowie okkulte Riten und Symbole verdichten sich dabei zu einer prickelnden Gänsehaut-Atmosphäre in der irgendwann nur noch die Phantasie des Einzelnen Grenzlinien zu zeichnen in der Lage erscheint. Dabei lebt der Film natürlich auch von seinen meisterhaft ausgearbeiteten Charakteren, die durch die Bank von exzellent aufspielenden Darstellern beseelt werden. Ist beispielsweise das Ehepaar Castevet tatsächlich nur ein kauziges, zwar ziemlich aufdringliches aber auch herzensgutes Rentner-Pärchen, oder schlummert hinter dieser gutbürgerlichen Fassade tatsächlich der allgegenwärtig durch Mitverschwörer vernetzte Kopf einer Satanisten-Verbindung? Die Kulisse einer modernen Großstadt und die Auswüchse des längst überwunden geglaubten Übernatürlichen in Form von Hexen und Magie bilden dabei die reizvollen Fixpunkte zwischen denen sich die Akteure hin- und herbewegen. Schockeffekte hat der Film dabei zu keiner Zeit nötig, vielmehr setzt er geradezu darauf, dass das Grauen in den Köpfen der Zuschauer entsteht und versteht es daher auch an den richtigen Stellen einfach auszublenden. Zudem stellt der Film auch einen beispiellosen Leidensweg der Hauptfigur dar, dem sich wohl kaum ein Zuschauer entziehen können dürfte, wobei der Titel leicht ironisch gesprochen von schwangeren Frauen aber aus naheliegenden Gründen auf jeden Fall gemieden werden sollte.

Digitale Aufarbeitung:
Die vorliegende Blu-ray von „Rosemaries Baby“ basiert auf einem erst kürzlich in High Definition (4K) abgetasteten, digital restaurierten Transfer des originalen 35mm-Negativs, der von Roman Polanski persönlich abgesegnet wurde. Dementsprechend präsentiert Paramount den mittlerweile auch schon etwa 44 Jahre alten Film auf der vorliegenden BD-50 in einer, außer vielleicht seinerzeit im Kino, nie dagewesenen Bildqualität, die zu begeistern vermag. Die Blu-ray überzeugt mit guten Schärfe-Werten, feiner Detailzeichnung, kräftiger Farbgebung, einem ausgewogenen Kontrast, hochwertiger Kompression und einer angenehm sauberen Vorlage. Nur selten gibt es ein paar etwas weichere Einstellungen zu sehen, die aber entweder dem damaligen Filmmaterial und bzw. oder der Intention des Regisseurs geschuldet sein dürften. Das feine Filmkorn sorgt zudem für echtes „Kino-Feeling“ und der Film beinhaltet auch einige erfreulich plastische Sequenzen. Insgesamt schlägt diese Blu-ray-Veröffentlichung beim Bild alle bisherigen Fassungen um Längen und transportiert erfolgreich echtes HD-Feeling. Während sich die englische Originaltonspur im unkomprimierten Mono-Format Dolby TrueHD 2.0 auf der Blu-ray befindet sind alle anderen Tonspuren, also auch die deutsche, lediglich im Mono-Format Dolby Digital 2.0 auf der BD vorhanden, entsprechen also den alten DVDs des Titels. Allerdings klingt die deutsche Tonspur trotzdem nach wie vor erfreulich sauber, einwandfrei verständlich und gut abgemischt. Zudem waren von diesem Titel aufgrund seiner Machart eh keine spektakulären Ergebnisse mit dreidimensionaler Klangkulisse zu erwarten.

Während der Titel in den USA kürzlich im Rahmen der „Criterion Collection“ mit reichhaltigem, exklusivem Bonusmaterial erschien und selbst die alten deutschen DVD-Auflagen von Paramount zumindest ein Making Of und Interviews enthielten, hat Paramount entgegen der eigenen Ankündigungen im Vorfeld leider auf jegliches Bonusmaterial bei dieser deutschen Blu-ray-Premiere verzichtet. Zumindest das alte deutsche Bonusmaterial in SD-Qualität hätte Paramount durchaus noch auf die Blu-ray packen können, zumal auch der entsprechende Platz darauf noch vorhanden gewesen wäre. Somit verfügt die Veröffentlichung aber lediglich über ein Wendecover.

Fazit:
„Rosemaries Baby“ ist zurecht ein absoluter Klassiker des psychologischen und okkulten Horrorfilms und versteht es mit seiner ausgeklügelten Inszenierung die Zuschauer zu fesseln. Darsteller, Dramaturgie, visuelle Gestaltung, Soundtrack, Atmosphäre, Locations, hier stimmt einfach alles und Freunde des gepflegten Thrills sowie des subtilen Grusels kommen hier voll auf ihre Kosten! Bezüglich der Bildqualität stellt die vorliegende Blu-ray alle bisherigen deutschen Veröffentlichungen bei weitem in den Schatten, auch wenn der Ton unverändert blieb, wirklich ärgerlich ist aber gerade bei einem solchen Klassiker der erneute Verzicht von Paramount auf jegliche Form von Bonusmaterial!

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
136:43 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby True HD 2.0
Dolby True HD 2.0
Französisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Spanisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Japanisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • -
Rosemary's Baby - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Rosemaries Baby
Rosemary`s Baby

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Pünktlich zum Papst-Rücktritt wittert Satan auf Blu-ray seine große Chance!


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1968
Regie:
Roman Polanski
Drehbuch:
Roman Polanski (basierend auf dem Roman von Ira Levin)
Darsteller:
Mia Farrow, John Cassavetes, Ruth Gordon, Sidney Blackmer, Maurice Evans, Ralph Bellamy, Victoria Vetri, Patsy Kelly

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
07.02.2013