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Kino-Besprechung - Snakes on a Plane

Story:
Nachdem der Surfer Sean (Nathan Phillips) unabsichtlich einen einflussreichen Gangsterboss bei der Ausübung eines Mordes beobachtet hat und anschließend von dessen Killern verfolgt wird, lässt er sich von FBI-Agent Neville Flynn (Samuel L. Jackson) überzeugen, ihn auf einem Flug von seiner Heimat Hawaii nach L.A. zu begleiten, um dort vor Gericht auszusagen. Doch nachdem ihr Flugzeug den Boden verlassen hat, wird in der Kabine eine Horde tödlicher Giftschlangen freigelassen, die sich angriffslustig auf Passagiere und Besatzung des Nachtflugs stürzen. Nun ist es an Agent Flynn, die giftigen Biester in Schach zu halten und dafür zu sorgen, dass sein Zeuge den Flughafen von L.A. unbeschadet erreicht.

Meinung zum Film:
Allein der Name Samuel L. Jacksons und der wunderbar geradlinige Titel dieses B-Movies, der die originelle Prämisse perfekt auf den Punkt bringt, haben genügt, um schon Monate vor Kinostart ein unvergleichliches Interesse unter Filmfans im Internet auszulösen. Rund um den Blog www.snakesonablog.com entstanden fanproduzierte Fake-Trailer und -Poster und einige Songs, von denen es einer sogar mitsamt peppigem Musikvideo in den Abspann des fertigen Films geschafft hat.

Leider hat all dieser Aufruhr dem Film finanziell bisher nicht viel gebracht, da er mit einem eher enttäuschenden Ergebnis an den amerikanischen Kinokassen gestartet ist. Scheinbar hat die Internet-Fangemeinde allein nicht gereicht, um einen Erfolg zu garantieren. Dieser Misserfolg ist jedoch absolut unverdient, denn der Film von Regisseur David R. Ellis ("Final Destination 2") liefert genau das, was er verspricht: Anderthalb Stunden allerbester Trash-Unterhaltung mit hohem Schock- und Ekel-Faktor und einem bestens aufgelegten Samuel L. Jackson ("Pulp Fiction").

In einer Hinsicht hat der Film allerdings doch vom Internet-Phänomen profitiert: Auf Drängen etlicher Fans hat das Studio einige Tage Nachdrehs genehmigt, in denen mehr coole Sprüche für Samuel L. Jackson und einige Sex- und Gewaltszenen, die dem Film eine höhere Altersfreigabe bescherten, hinzugefügt wurden. Speziell in diesen Szenen wird deutlich, dass sich der Film kein bisschen ernst nimmt und es auch für alle Beteiligten ein riesiger Spaß war, diesen klischeetriefenden Actionthriller auf die Leinwand zu bringen. Spaß bringt auch das stereotypenreiche Figurenensemble, das unter anderem einen tuntigen Steward, einen Paris-Hilton-Verschnitt mit Hund, einen asiatischen Kickbox-Meister, einen überheblichen Briten und den arroganten Popstar "Three G's" mitsamt stilechten Gangsta-Bodyguards beinhaltet, die von den größtenteils unbekannten Schauspielern gut dargestellt werden. Für jeden Freund überraschender und expliziter Sterbeszenen ist es ein teuflisches Vergnügen, dabei zuzusehen, wie die fiesen Nattern die Reihen der Darsteller nach und nach lichten. Die Schlangenhorde besteht dabei teilweise aus echten (aber in Wahrheit größtenteils ungiftigen) Schlangen, ist meistens aber computeranimiert. Die Animationen können sich dabei durchaus sehen lassen, ebenso die restlichen Effekte.

Schade ist allerdings, dass die Überdrehtheit im Laufe des Films etwas nachlässt und die letzte halbe Stunde mit weniger Ekel-Horror und ironischen Seitenhieben auskommen muss. Dadurch verliert "Snakes on a Plane" gegen Ende etwas an Fahrt und macht keinen ganz homogenen Gesamteindruck. Die konstant hohe Spannungskurve wird allerdings bis zum Schluss aufrechterhalten und die eine oder andere witzige Idee kommt auch im letzten Teil dieses originellen Thrillers auf den Zuschauer zu.

Fazit:
Wer markige Oneliner, grausame Sterbeszenen, sexy Frauen und/oder Samuel L. Jackson mag, ist in "Snakes on a Plane" bestens aufgehoben und wird einen riesigen Spaß mit dieser sehr spannenden und dabei stets augenzwinkernden Trash-Parade haben. Wer jedoch meint, anspruchsvolle Dialoge und komplexe Storylines seien unverzichtbare Bestandteile eines guten Films und vielleicht auch noch Angst vor Schlangen oder dem Fliegen hat, sollte dem Kino in diesem Fall lieber fernbleiben.

Snakes on a Plane - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension

Snakes on a Plane

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
�That�s it! I�ve had it with these motherfuckin� snakes on this motherfuckin� plane!�


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
David R. Ellis
Drehbuch:
John Heffernan, Sebastian Gutierrez
Darsteller:
Samuel L. Jackson, Nathan Philipps, Julianna Margulies, Bobby Cannavale, Flex Alexander

Verleiher:
Warner Bros.
Kinostart Deutschland :
07.09.2006