 |
DVD-Besprechung - Borat
Story:
Der kasachische Journalist Borat Sagdiyev (Sacha Baron Cohen) wird von
der Regierung seines Landes in die USA geschickt, um dort typische
Vertreter des Landes zu interviewen und ihn die Lebensweise der Bürger
von Kasachstan näher zu bringen. Ausgerüstet mit einem lebenden Huhn
als Proviant und einem Glas voll Tränen als Mittel gegen AIDS bricht er
auf, um unschuldige Bürger zu terrorisiere… äääh befragen.
Meinung zum Film:
Der Charakter Borat ist eine Erfindung und wird gespielt von Sacha
Baron Cohen, alias "Ali G". Wer bei der Erwähnung dieses Pseudonyms
jetzt alle internen Alarmglocken schrillen hört, sollte um "Borat"
einen weiten Bogen machen. Der Charakter des hinterwäldlerischen
rasenden Reporters ist nämlich um keinen Deut weniger kontrovers als
der anarchische HipHopper, im Gegenteil. Die Leute, die sich von diesem
Film auf den Schlips getreten fühlen, würden wohl eine Menschenkette
rund um den Globus bilden können. Umso lustiger ist es für uns
einfaches Volk, die Reise von Borat zu beobachten.
Wenn sogar die Tochter des kasachischen Präsidenten ihre
Stimme an das Volk richtet, und rät, nicht alles so ernst zu nehmen,
dann kann wohl davon ausgegangen werden, dass der Hut gewaltig brennt.
Und so ist es auch. Keine Spur davon, dass Kasachstan eines der
fortschrittlichsten Länder ist, was Forschung und Entwicklung betrifft.
Die Einwohner dieses Staates werden hier als sexistische, ungebildete,
bettelarme Tölpel präsentiert, für die es nichts Wichtigeres gibt, als
vom heiligen Land Amerika zu lernen. Eigentlich kein Grund für den
Zuschauer, in Gelächter auszubrechen, doch genau der Fall trifft ein.
Der Grund: Sacha Baron Cohen, eigentlich aus noblem Haus, spielt die
Rolle des Borat so gut und überzeugend, dass ihm sofort jegliche
Sympathien zufliegen. Ihm ist absolut keine Aktion zu peinlich, kein
Spruch zu tief unter der Gürtellinie.
Einen großen Beitrag zur Belustigung leisten auch die diversen
Interviewpartner, die Borat auf seine Tour durch die "US and A" trifft.
Nicht wissend, dass sie einem Schauspieler gegenübersitzen, stehen
echte Rednecks, Rassisten, Feministinnen, wohlhabende Spießer, usw dem
netten Fremdling nur zu gerne Rede und Antwort. Wenn sie bemerken, dass
sie einem Typen aufgesessen sind, der sie ordentlich auf die Schaufel
nimmt, ist es schon zu spät. So sind es letztlich die Amerikaner, die
ganz und gar nicht gut dastehen, und genau das ist das Ziel des Films.
"Borat" zeigt die Dummheit und die Ignoranz der amerikanischen
Bevölkerung gnadenlos auf. Wir als Publikum können nur versuchen,
möglichst gerade zu sitzen, und uns nicht vor Lachen zu krümmen.
Übrigens, wer die Chance hat, sollte sich diesen Streifen unbedingt auf
Englisch anschauen, wenn es sein muss mit Untertiteln. Auf Deutsch geht
unglaublich viel vom Humor verloren und wird ersetzt durch eine "Erkan
und Stefan"-ähnliche Synchro. Das muss nicht sein…
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist nicht leicht zu beurteilen, da die Kameraführung sehr verwackelt ist und es sich im Grunde eher um eine Dokumentation handelt als um einen Spielfilm. Den Farben fehlt es an Leuchtkraft und auch der Kontrast kann nicht überzeugen. Im Endeffekt darf man bei diesem Film kein überdurchschnittliches Bild erwarten, es geht den Machern um den Humor, weniger um ein gutes Bild. Räumliche Effekte darf man nicht zu viele erwarten und der Schwachpunkt ist eindeutig die deutsche Synchronisation, die zum Teil unverständlich ist und dies liegt nicht nur an dem nuschelnden Synchronsprecher. Da weiß die englische Tonspur wesentlich mehr zu punkten und ist der deutschen klar vorzuziehen.
Das Bonusmaterial ist nicht all zu umfangreich und wer von dem Film begeistert ist, wird sich in erster Linie auf die acht geschnittenen Szenen konzentrieren – und die haben es in sich. Es ist dann schon sehr schnell klar, weshalb sie es nicht in die Endfassung geschafft haben. Unglaublich mit was Sacha Baron Cohen die ahnungslosen Leute konfrontiert hat. Die restlichen Extras widmen sich dem Medienrummel um die Kinoveröffentlichung und sind noch für den einen oder anderen Gag verantwortlich. Fans von Borat werden mit den Extras zufrieden sein!
Fazit:
"Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen", so der komplette Titel, ist ein nie enden wollendes Feuerwerk an Gags und peinlichen Situationen. Wer sich an der geballten Ladung politischer Unkorrektheit nicht stört, dessen Zwerchfell kommt voll auf seine Kosten!! Das Bonusmaterial der DVD sorgt nach dem Film für einen achtfachen Nachschlag. Viel Vergnügen!
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
79:57 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
Russisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Türkisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Kasachisches Warn-Polizeivideo
- Trailer
- Borat´s Baywatch (sexy drown watch)
- Unveröffentlichte Szenen
- „Rodeo News-Report“
- Featurettes zur „World-Promotions-Tour“
- Borat Soundtrack
|
|  |
Borat
Der wohl lustigste Film des Jahres!!
Autor der Besprechung:
Thomas Embacher
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Larry Charles Drehbuch: Athony Hines, Sacha Baron Cohen Darsteller: Sacha Baron Cohen
Label :
20th Century Fox
Verkaufsstart : 05.03.2007
|