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DVD-Besprechung - Rocky Balboa
Story:
Der alt gewordene Boxer Rocky Balboa (Sylvester Stallone), der seit dem Tod seiner Frau Adrian ein kleines, nach ihr benanntes Restaurant betreibt und viel Zeit auf dem Friedhof verbringt, fühlt sich einsam und verloren. Sein Sohn Rocky jr. (Milo Ventimiglia) vermeidet den Kontakt mit ihm, da er immer meint, im Schatten seines großen Vaters zu stehen, und auch Schwager Paulie (Burt Young) bleibt abends lieber in dem Kühlhaus, in dem er arbeitet, und das schon eine Art zu Hause für ihn geworden ist. Eines Tages, nach Ausstrahlung eines computersimulierten Kampfes zwischen Rocky und dem amtierenden Box-Champion Mason "The Line" Dixon (Antonio Tarver) stellt sich ganz Amerika die Frage: Wer war der Beste? Wer war der größte aller Zeiten? Rocky geht aus dem simulierten Kampf als Sieger hervor und so kommt es, dass die Manager von "The Line", dem bereits seit einiger Zeit vorgeworfen wird, er würde nur gegen Weichspül-Boxer antreten und hätte gegen richtige Gegner keine Chance, ihn zu einem allerletzten Showkampf überreden können.
Meinung zum Film:
Sylvester Stallone spielt Rocky nicht, nein Sly lebt seine Figur. Schon immer war Rocky Stallones Lieblingsrolle, mit ihr fing alles an - und mit ihr neigt sich jetzt auch alles seinem Ende zu. Bei "Rocky Balboa" merkt man zu jedem Zeitpunkt, dass dies kein Film ist, der des großen Geldes wegen gedreht worden ist. Vielmehr ist dieser letzte Teil, der den krönenden Abschluss einer einzigartigen Reihe präsentiert, ein Dankeschön an die Fans. Und die lieben ihren Helden noch immer. Schön anzusehen ist dahingehend besonders der Abspann, der die Fans in Philadelphia auf den Spuren ihres Helden trainieren zeigt: die große Treppe rauf und runter, Seilspringen, Schattenboxen, das volle Programm.
Storymäßig zeigt "Rocky Balboa" Parallelen mit dem ersten Teil. Damals ging es um einen jungen Nobody, an den niemand wirklich glaubte, der aber durch seinen Mut und sein unerschütterliches Selbstvertrauen es doch schaffte, gegen den Champ Apollo Creed anzutreten. Seitdem sind 30 Jahre vergangen und Rocky ist alt geworden. Sein Ruhm liegt Ewigkeiten zurück. Als er bekannt gibt, wieder boxen zu wollen, gibt es - wie damals - von allen Seiten nur Ungläubigkeit und Spott. Doch das interessiert ihn nicht. Rocky hat den Willen und den Mut und es ist ihm vollkommen gleichgültig, was bei diesem Kampf passieren wird. Wieder kommt es zu einem knallharten Training, Rocky bringt sich noch ein letztes Mal in Topform und er weiß, dass er am Ende des Kampfes alles gegeben haben wird - völlig unabhängig davon, ob er jetzt als Sieger oder Verlierer dasteht. Der Film ist weit weg von der Peinlichkeit, die von vielen befürchtet wurde. Stallone ist sich völlig bewusst, wie unwahrscheinlich ein "Comeback" mit über 60 für einen Boxer ist. Und so geht es, wie es bei Rocky immer der Fall war, gar nicht darum, jemandem etwas zu beweisen oder zu gewinnen. Es geht darum, es mit sich selbst aufzunehmen und wieder aufzustehen. Rocky ist und war nie ein Ruhmes-Typ. Er ist bei allem bescheiden geblieben und ist heutzutage noch immer ein genauso sympathischer Underdog wie damals. Deshalb ist der eigentliche Fight - sehr gut und realistisch als HBO-Pay-per-View-Sendung aufgezogen - auch vergleichsweise unspektakulär, aber das bringt dem positiven Eindruck des Gesamtwerks keinen Abbruch. Als Nebenpart taucht das inzwischen erwachsen gewordene frühere Nachbarskind Marie auf. Marie unterstützt Rocky bei seinem Vorhaben, indem sie an ihn glaubt, wie es auch seine Frau Adrian immer getan hat. Die rein platonische Freundschaft zwischen den beiden gibt der sowieso schon gelungenen Charakterzeichnung des Films noch eine zusätzliche Würze, ohne in den Kitsch einer Liebesgeschichte abzuschweifen.
Zur persönlichen Note des Films trägt auch die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Rocky und Rocky jr. bei, die nicht nur glaubwürdig, sondern auch durchgängig nachvollziehbar dargestellt wird. Der Part des Sohnes wird von Milo Ventimiglia (vielen als Rorys Freund Jess aus der Serie "Gilmore Girls" bekannt) hervorragend gespielt - und auch optisch kann man ihm eine gewisse Ähnlichkeit mit Stallone nicht absprechen. Der einzige kleine Schwachpunkt des Films dürfte Rockys Gegner sein: Antonio Tarver, der Dixon spielt, ist ein echter Boxer. Als solcher stellt er zwar einen interessanten Gegner dar, kann aber leider nicht an die eindrucksvollen Charaktere wie beispielsweise Thunderlips (Hulk Hogan), Clubber Lang (Mr. T) oder Ivan Drago (Dolph Lundgren) heranreichen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen gelungenen Eindruck. Während die Szenen außerhalb des Kampfes in eher blassen Tönen gehalten wurden, wechselt es während des großen Kampfes zu kräftigen Farben, die wegen der TV-Atmosphäre auf DV-Material aufgenommen wurden. Der deutsche Ton in dts ist durchgehend gut zu verstehen, hält sich zu Beginn in Sachen Surroundeffekte aber deutlich zurück. Beim großen Kampf sieht das dann ganz anders aus, hier wird man als Zuschauer förmlich mit in die Arena versetzt.
Bei den Extras gibt es einen Audiokommentar mit Sylvester Stallone, bei dem es einiges an Gedanken und Hinterungründen zu der Entstehung des Film zu vernehmen gibt und bei dem man sehr gut zu erkennen kann, wie wichtig Stallone dieser Film ist. Zusammen mit dem Making Of bieten der Kommentar einen sehr guten Einblick in die Entstehungsgeschichte des sechsten Rocky-Films. In "Realität im Ring" wird gezeigt, wie hart es bei den Aufnahmen im Ring zuging und dass es nicht nur bloßes Schauspiel ist, wenn die beiden Boxer sich im Ring begegnen. Es folgen nicht verwendete Szenen, die im Grunde erweiterte Szenen sind, ein alternatives Ende, das zu recht nicht verwendet wurde und "verpatzte Szenen beim Boxen", die allerdings nicht ganz so unterhaltend ausfallen, wie man es vielleicht erwartet.
Fazit:
"Rocky Balboa" wurde filmisch brillant umgesetzt, bietet faszinierende Bilder, einen Gänsehaut-Score und ist keine Sekunde zu kurz oder zu lang geraten. Es ist kaum zu glauben, dass Sylvester Stallone in den letzten Jahren keinen wirklichen Erfolg mehr feiern konnte. Vielleicht sollte er zukünftig immer Drehbuch und Regie selbst übernehmen, denn dass er das kann - und zwar meisterhaft - hat er mit diesem Werk eindeutig bewiesen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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97:36 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Sylvester Stallone
- Wille kontra Fähigkeit: Making-Of
- Realität im Ring: Rockys letzter Kampf
- Verpatzte Szenen beim Boxen
- 7 nicht verwendete Szenen
- Alternatives Ende
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Rocky Balboa
Rocky Balboa
Einer der besten Filme des Jahres und für viele auch innerhalb der Rocky-Saga
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Sylvester Stallone Drehbuch: Sylvester Stallone Darsteller: Sylvester Stallone, Burt Young, Antonio Tarver, Geraldine Hughes, Milo Ventimiglia, Tony Burton, A.J. Benza, James Francis Kelly II
Label :
20th Century Fox Home Entertainment
Verkaufsstart : 10.09.2007
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