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DVD-Besprechung - Die Brücke nach Terabithia

Story:
Der 12jährige Jess (Josh Hutcherson) hat Mühe, es mit den Problemen in der Schule, wo er von anderen gehänselt wird, und mit seinem emotional distanzieren Vater (Robert Patrick) aufzunehmen. Seine Nachmittage verbringt er meist zurückgezogen in seinem Zimmer, wo er sich dem Zeichnen widmet. Doch all das ändert sich, als mit Leslie (Anna Sophia Robb) ein neues Mädchen in seiner Nachbarschaft einzieht. Leslie ist ein selbstbewusstes Mädchen mit einem außerordentlichen schriftstellerischem Talent. Zusammen ziehen sie jeden Tag durch die Wälder und träumen sich in ihre ganz persönliche Fantasiewelt "Terabithia" hinein, die ihnen nicht nur hilft, den Alltagssorgen zu entfliehen, sondern auch Kraft gibt, es mit den gemeinen Mitschülern aufzunehmen.  

Meinung zum Film:
Wer sich den Trailer für "Die Brücke nach Terabithia" ansieht und das Buch von Katherine Paterson, auf dem der Film basiert, nicht gelesen hat, wird anschließend zweifellos einen Klon der "Chroniken von Narnia" erwarten; eine weitere Geschichte, in der Kinder durch eine Art Portal in eine magische Welt vordringen, in der fantastische Kreaturen und wichtige Aufgaben auf sie warten. Dies ist jedoch nur einer völligen Fehlkonzeption des Trailers - im Grunde der gesamten Werbekampagne - zu verdanken, zweifellos eine schlechte Idee. Die Geschichte des Films verläuft tatsächlich völlig anders, da die fantastische Welt nur in der Fantasie der kindlichen Hauptfiguren existiert, nur andeutungsweise in CGI-Grafik übersetzt wurde und fast alle Computereffekte des Films finden schon im Trailer Verwendung.

Der weitaus größere Teil der Handlung spielt in der Realität und behandelt die Probleme, die die beiden Außenseiter in der Schule und mit ihren Eltern haben. Die Fantasiewelt Terabithia ist nur kindlicher Eskapismus, eine Metapher für die Sorgen und Schwierigkeiten der richtigen Welt. Auf wunderbare Weise fängt der Film ein, wie es sich anfühlt, ein Kind zu sein und kann dadurch nicht nur Kinder, sondern durchaus auch erwachsene Zuschauer in seinen Bann ziehen. Denn der Film ist nie belehrend und wurde auch nicht zu sehr für ein junges Publikum vereinfacht.

Die Kinderdarsteller sind alle sehr überzeugend, besonders die kleine Bailee Madison in der Rolle von Jess' Schwester wächst einem schnell richtig ans Herz und Josh Hutcherson ("Zathura") spielt die Hauptrolle des schüchternen Jess überzeugend. Die junge Anna Sophia Robb ("Charlie & die Schokoladenfabrik") wurde leider so extrem gestylt, dass sie seltsam erwachsen wirkt und es fällt schwer, ihr das 12jährige Mädchen abzukaufen. Ihren schauspielerischen Fähigkeiten und ihrer sympathischen Ausstrahlung tut das natürlich keinen Abbruch. Auch die erwachsenen Schauspieler wie Robert Patrick ("Walk the Line") und Zooey Deschanel ("Per Anhalter durch die Galaxis") sind ausnahmslos sehr gut. Verzichten können hätte man auf die etwas kitschigen modernen Popsongs, die zwar nur einen geringen Teil des ansonsten stimmigen Soundtracks ausmachen, dem Film jedoch einen Teil seiner Zeitlosigkeit nehmen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und gibt keinen Anlass zum klagen. Gleiches gilt auch für den deutschen Ton in dts, der stets sehr gut verständlich aus den Lautsprechern kommt und an gegebener Stelle auch die hinteren Lautsprecher zum Einsatz kommen lässt.

Bei den Extras gibt es zunächst zwei Audiokommentare, die auf dem Cover der DVD nahezu verschwiegen werden. Bei einem Audiokommentar geht es mit Regisseur, Prouzent und Autor eher sachlich zu, während es beim zweiten mit den beiden Hauptdarstellern und der Prouzentin deutlich lockerer angegangen wird. Ein Grund für das weitestgehende Verschweigen der Kommentarspuren könnte sein, dass beide Kommentare ohne Untertitel vorhanden sind, weswegen man als Zuschauer der englischen Sprache mächtig sein muss, um Nutzen aus ihnen ziehen zu können. Das Making Of zum Film ist ein Beitrag aus einer TV-Sendung und besitzt ein recht hohen Werbecharakter, ein Großteil der Laufzeit besteht hier aus Filmszenen. Deutlich interessanter stellt sich der Beitrag "Stimmen zum Buch" heraus, wo über die Umsetzung vom Buch zum Film und die Eigenarten und Stärken der Vorlage gesprochen wird. Es folgen ein kurzer Beitrag über die Umsetzung der CGI-Aufnahmen, eine Reihe Interviews, ein Musikvideo zum Film und die von Constantin Film gewohnten knappen Infotafeln zu ausgewählten Künstlern.

Fazit:
"Die Brücke nach Terabithia" ist ein schöner und rührender Kinderfilm, der humoristische und dramatische Elemente gekonnt vereint. Neben den lieben Kleinen werden sich auch die Eltern nicht langweilen. Für Fantasy-Fans ist allerdings deutlich weniger dabei, als die Werbekampagne und vor allem der Trailer einem glauben machen wollen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,85:1
1,85:1
91:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Gabo Csupo, Produzent Hal Lieberman und Drehbuchautor Jeff Stockwell (ohne Untertitel)
  • Audiokommentar mit den Darstellern Josh Hutcherson und Annasophia Robb, so wie Produzentin Lauren Levine (ohne Untertitel)
  • Making of
  • Stimmen zum Buch
  • Die Visual Effects
  • Musikvideo „Keep Your Mind Wide Open“
  • Interviews
  • Darstellerinfos.
Die Brücke nach Terabithia - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Brücke nach Terabithia
Bridge to Terabithia

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Ein fantasievoller und rührender Kinderfilm


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Gabor Csupo
Drehbuch:
David Paterson, Jeff Stockwell, Kevin Wade (basierend auf dem Roman „Die Brücke in ein anderes Land“ von Katherine Paterson)
Darsteller:
Josh Hutcherson, Anna Sophia Robb, Robert Patrick, Zooey Deschanel

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
20.09.2007