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Kino-Besprechung - Alpha Dog

Story:
Johnny Truelove (Emile Hirsch) ist ein ehrgeiziger junger Drogendealer aus den südkalifornischen Suburbs, der auf dem besten Wege ist, in die Fußstapfen seines kriminellen Vaters (Bruce Willis) zu treten. Um Schulden von seinem Handlanger Jake Mazursky (Ben Foster) einzutreiben, kidnappt Johnny mit einigen Freunden dessen 15jährigen Bruder Zack (Anton Yelchin), der sich jedoch nicht wirklich bedroht fühlt und sich bald mit Frankie (Justin Timberlake), der einen Tag auf ihn aufpassen soll, anfreundet und in dessen Freundeskreis erste Erfahrungen mit Mädchen und Drogen macht. Doch nach und nach wird den Entführern klar, dass sie aus dieser Situation nicht heil herauskommen und sie schmieden verzweifelt Pläne, wie sie sich des Entführungsopfers entledigen können, ohne im Gefängnis zu landen.

Meinung zum Film:
Johnny Truelove heißt im wirklichen Leben Jesse James Hollywood und wartet zurzeit auf ein Urteil in dem realen Fall aus dem Jahr 1999, auf dem der Film basiert. Im Jahr 2000 landete der damals 20jährige als einer der jüngsten Straftäter der Geschichte auf der "Most Wanted"-Liste des FBI und wurde erst im März 2005 in Brasilien verhaftet. Um den Verlauf des Verfahrens nicht zu gefährden, haben die Behörden versucht, den Film möglichst lange zurückzuhalten, was zu einer Verzögerung der Veröffentlichung von fast einem Jahr geführt hat. Nun konnte sich das Studio allerdings durchsetzen und bringt diese authentische Wiedergabe der Ereignisse in die Kinos.

In "Alpha Dog" wird das furchtbare Verbrechen als eine Reihe von dummen Fehlern und falschen Entscheidungen dargestellt, die die Tat zwar nicht entschuldigen, aber doch begreiflich machen können. Die Kids im Film sind reich, gelangweilt und werden von ihren Eltern größtenteils ignoriert. Sie verlieren sich in einer Welt aus Drogen, Sex und Gewalt und bemerken dabei kaum, wie sie immer tiefer in einen Sumpf des Verbrechens einsinken. Große Sorgfalt wurde dabei (zumindest im O-Ton) bei der Darstellung der Sprache der Jugendlichen angewandt und auch deren Verhalten wirkt sehr glaubhaft. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, die Filmemacher würden sich aus Rücksicht auf das Publikum davon abhalten lassen, ihre kompromisslose Version der Geschehnisse zu präsentieren. Manch einer könnte sich vielleicht an den schnellen Schnitten, der Splitscreen-Technik und der Rapmusik, die als Soundtrack dient, stören, die jedoch wahrscheinlich den besten Weg darstellen, einen Einblick in diese Lebenswelt zu bieten.

Ein Punkt, der aber kritisiert werden muss, ist die Schauspielerführung des Regisseurs John Cassavetes ("John Q."). Obwohl er ein beeindruckendes Ensemble voller junger und alter Talente versammelt hat, verliert sich das Spiel bei einigen der Mimen in hoffnungslosem Over-Acting. Besonders deutlich wird das bei Ben Foster ("X-Men 3"), der zweifellos ein großartiger Schauspieler ist, die Gefühlsausbrüche des Junkies am Rande des Nervenzusammenbruchs in einigen Szenen aber dermaßen übertreibt, dass man es nur noch unfreiwillig komisch nennen kann. Sharon Stone ("Casino"), die Zacks Mutter spielt, hat gegen Ende des Films einen ebenso übertriebenen Auftritt, den man vielleicht lieber herausgelassen hätte. Neben einigen solcher Momente sind aber auch viele gelungene Szenen dabei, in denen besonders der junge Anton Yelchin ("House of D") brilliert und selbst Justin Timberlake ("Edison") beweisen kann, dass er eigentlich ein richtig guter Schauspieler ist.

Fazit:
"Alpha Dog" hat zwar ein paar Schwächen, ist an seinen besten Stellen aber ein faszinierendes und mitreißendes Drama, das in authentisch wirkenden Bildern zeigt, wie schnell aus jugendlichem Gangstergebärden bitterer Ernst werden kann. Mit zunehmender Intensität wird der Zuschauer in die Geschehnisse mit dem unvermeidbar tragischen Ausgang hineingezogen.

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Alpha Dog

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Eine ebenso unterhaltsame wie bedrückende Studie über fehlgeleitete Jugendliche


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
John Cassavetes
Drehbuch:
John Cassavetes
Darsteller:
Ben Foster, Shawn Hatosy, Emile Hirsch, Sharon Stone, Justin Timberlake, Anton Yelchin, Bruce Willis

Verleiher:
20th Century Fox
Kinostart Deutschland :
15.03.2007