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Kino-Besprechung - Bobby - Sie alle hatten einen Traum

Story:
"Bobby" verfolgt einen Tag lang das Leben von 22 Menschen, die sich am 4. Juli 1968, dem Tag der Ermordung Robert F. Kennedys, im Ambassador Hotel in L.A. aufhielten. Da gibt es den mexikanischen Küchenarbeiter José (Freddy Rodriguez), der sich mit seinem rassistischen Boss (Christian Slater) herumschlagen muss, den Hotelmanager (William H. Macy), der seine Frau (Sharon Stone) mit einer Telefonistin (Heather Graham) betrügt, die junge Diane (Lindsay Lohan), die einen Highschool-Freund (Elijah Wood) durch eine Scheinehe vor dem Einzug in den Vietnam-Krieg bewahren will, zwei Wahlkampfhelfer (Shia Labeouf, Brian Geraghty), die bei einem ausgeflippten Hippie-Dealer (Ashton Kutcher) erste Erfahrungen mit LSD machen, und viele mehr.

Meinung zum Film:
Zunächst muss bei einer Besprechung dieses Films eine Aufzählung der 22 (!) Hauptdarsteller sein: Harry Belafonte ("Carmen Jones“), Joy Bryant ("Der geheime Schlüssel"), Nick Canon ("Drumline"), Laurence Fishbourne ("The Matrix"), Brian Geraghty ("Jarhead"), Heather Graham ("Boogie Nights"), Sir Anthony Hopkins ("Das Schweigen der Lämmer"), Helen Hunt ("Besser geht‘s nicht"), Joshua Jackson ("The Skulls"), David Krumholtz ("Numb3rs"), Shia Labeouf ("Constantine"), Lindsay Lohan ("Girls Club"), William H. Macy ("Fargo"), Svetlana Metinka ("Mini’s First Time"), Demi Moore ("Enthüllung"), Freddy Rodriguez ("Six Feet Under"), Martin Sheen ("Apocalypse Now"), Christian Slater ("True Romance"), Sharon Stone ("Basic Instinct"), Jacob Vargas ("Traffic"), Mary Elizabeth Winstead ("Final Destination 3"), Elijah Wood ("Der Herr der Ringe")

Es hat wahrscheinlich noch nie einen Film mit einer derart beeindruckenden Besetzungsliste gegeben. Beinahe jedes Gesicht im Film kommt einem sofort bekannt vor, eine ganze Menge davon sind teils oscarprämierte Superstars und Hollywood-Legenden. Dennoch verkommt der Film nie zu einer Nummernrevue und konzentriert sich ganz auf das Innenleben seiner Charaktere, die - trotz deren großer Anzahl - alle so ausführlich behandelt werden, dass es dem Zuschauer nicht schwer fällt, sich mit ihnen zu identifizieren. Dank der vielen großartigen Schauspieler ist auch dafür gesorgt, dass keine der Rollen schauspielerisch aus dem Rahmen fällt, selbst weniger profilierte Darsteller wie Lindsay Lohan können absolut überzeugen. Der verstorbene Senator Kennedy selbst wird nicht von einem Schauspieler verkörpert, sondern anhand von Archivaufnahmen in den Film eingebunden. In vielerlei Hinsicht ist dieser Film der politischen Botschaft damaligen Präsidentschaftskandidaten gewidmet, der einen unnötigen Krieg beenden, gleiche Rechte für alle Bevölkerungsgruppen etablieren und den Umweltschutz voranbringen wollte - alles Ziele, die nichts von ihrer Aktualität verloren haben und bei denen man sich wünscht, dass heutige US-Politiker sie mit einer ähnlichen Passion vertreten würden. Auch die Botschaften des kurz davor ebenfalls ermordeten Martin Luther King Jr. spielen im Film eine große Rolle, was den Film eine zusätzliche politische Relevanz verleiht.

Trotz des guten Gesamteindrucks funktionieren einige Aspekte des Filmes leider nicht ganz so gut; besonders der von Ashton Kutcher ("Butterfly Effect") verkörperte Hippie-Drogendealer ist ein wenig zu dick aufgetragen und schadet der Glaubwürdigkeit der Story. Auch mit der Theatralik der musikalischen Untermalung wurde einige Male etwas übertrieben, sodass sich manche Momente im Kitsch zu verlieren drohen. Insgesamt ist der Film aber auf jeden Fall sehenswert.

Fazit:
Emilio Estevez hat für "Bobby" ein großartiges Schauspielerensemble versammelt, das eine Reihe sehr interessanter Charaktere verkörpert, deren Einzelschicksale sich stimmig zu einem interessanten Mosaik zusammensetzen, das einem ein Gefühl für die Stimmung im Jahre 1968 gibt und die Wichtigkeit der politischen Botschaft von Robert F. Kennedy hervorhebt.

Bobby - Sie alle hatten einen Traum - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension

Bobby

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Ein beeindruckendes Schauspielerensemble sorgt dafür, dass der Zuschauer sich ins Jahr 1968 zurückversetzt fühlt


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Emilio Estevez
Drehbuch:
Emilio Estevez
Darsteller:
William H. Macy, Sharon Stone, Demi Moore, Emilio Estevez, Ashton Kutcher

Verleiher:
Kinowelt
Kinostart Deutschland :
08.03.2007