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Kino-Besprechung - Pathfinder
Story:
Bei einem brutalen Raubzug an der nordamerikanischen Küste um die Jahrtausendwende, hinterlassen die Wikinger, neben einer blutigen Spur der Verwüstung unter den Indianern, einen verwaisten und verängstigten Knaben. Trotz der Feindseligkeiten zwischen den beiden Völkern, kümmern sich die ansässigen Ureinwohner um den Jungen, taufen ihn Ghost und ziehen ihn als einen der ihren auf. Als 15 Jahre später abermals ein Trupp Wikinger plündernd ins Land einfällt und dabei ganze Sippen auslöscht, stellt sich der zu einem jungen Krieger herangewachsene Ghost (Karl Urban) seinen ehemaligen Landsleuten entgegen.
Meinung zum Film:
Dass etwa um das Jahr 1000 herum der isländische Seefahrer Leif Eriksson die nordamerikanische Küste ansegelte und die Wikinger dort später auch auf Ureinwohner trafen, ist alles andere als Fiktion. Es gibt sogar Anzeichen dafür, dass bereits einige Jahre früher, etwa um 985 herum, die ersten Nordmänner auf dem amerikanischen Kontinent landeten – also gut und gerne über fünfhundert Jahre vor der so genannten Entdeckung Amerikas durch Cristopher Kolumbus. Der deutsche Regisseur Marcus Nispel, der sich in der Vergangenheit vorrangig einen Namen durch seine Arbeit an Werbespots und Musikvideos gemacht hat und mit „Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre“ von 2003 sein Debut auf der Kinoleinwand gab, wählte diese historische Begebenheit als Aufhänger für seine Version des altbekannten Actionmärchens vom einsamen Rächer, der furchtlos gegen eine feindliche Übermacht antritt.
Und damit wäre die komplette Handlung im Wesentlichen auch schon auf den Punkt gebracht. „Pathfinder“ möchte weder eine realistische noch anspruchsvolle Auseindersetzung mit den geschichtlichen Hintergründen sein, Freunde optisch durchgestylter Schlacht- und Actionszenen dürfen sich statt dessen angesprochen fühlen. Die bekommen an prachtvollen Aufnahmen und visuell beeindruckenden Kampfeinlagen einiges geboten; mit abgetrennten Körperteilen, klaffenden Wunden und spritzendem Filmblut wird gleichfalls nicht gegeizt. Die hoffnungslos überzeichnete Darstellung der Wikinger als gewissenlose Schlächter, deren Erscheinung dank der klobigen Rüstungen und den hinter furchteinflößenden Helmen versteckte Gesichter sowieso mehr Ähnlichkeit mit Dämonen als mit menschlichen Wesen aufweist, wird gerne noch in Kauf genommen. Der allerdings auch beim besten Willen nur noch als stümperhaft zu bezeichnende Schnitt fällt da schon mehr ins Gewicht: Viel zu häufig und viel zu abrupt wechselt das Geschehen zwischen mehr schlecht als recht zusammenhängenden Einstellungen. Der konkrete Aufbau einer Szene bleibt oft unklar, statt dessen reiht sich Ereignis um Ereignis aneinander, und das Fehlen eines roten Fadens durch den Film wird nur zu deutlich.
Darüberhinaus gibt es einige weitere „Kleinigkeiten“, über die der „Pathfinder“ stolpert: Etwa die teils einfallslosen, teils dümmlichen Dialoge oder die bestenfalls durchschnittlichen Leistungen der Darsteller. Karl Urban („Doom“) bleibt in seiner Rolle als Einzelkämpfer eher blaß, was aber zumindest zum Teil auf das schwache Skript zurückzuführen ist. Das übrige Ensemble bekleckert sich ebenfalls nicht gerade mit Ruhm, aber immerhin gibt es auch keine Totalausfälle zu vermelden; und mehr als deren Helme und Bärte gibt’s von den Wikingern meist sowieso nicht zu sehen. Was bleibt sind Fragen wie: Woher weiß der von Indianern aufgezogene Ghost eigentlich so gut mit dem Schwert umzugehen? Warum löschen Wikinger, die sich in der Nacht unbemerkt anpirschen wollen, erst ihre Fackeln und kündigen ihr Kommen dann mit einem beherzten Stoß ins Signalhorn an? Oder was zum Henker ist eigentlich ein „Pathfinder“? Doch wer solche Fragen stellt, ist ganz einfach im falschen Film.
Fazit:
Eine clevere Handlung, die kein bißchen vorhersehbar ist, glaubwürdige Charaktere und frische Dialoge, eine gut nachvollziehbare Inszenierung mit konstantem Spannungsaufbau – all das gibt es bei „Pathfinder“ nicht. Übrig bleiben brauchbar choreographierte, recht blutige Actionsequenzen in stimmungsvoller Optik. Wem es nach mehr nicht velangt, darf gerne einen zweiten Blick riskieren.
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Pathfinder
Der mit den Wikingern tanzt...
Autor der Besprechung:
Marcus Greger
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Marcus Nispel Drehbuch: Laeta Kalogridis Darsteller: Karl Urban, Moon Bloodgood, Clancy Brown, Ralf Möller, Russell Means
Verleiher:
20th Century Fox
Kinostart : 08.03.2007
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