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Kino-Besprechung - 300
Story:
Im Jahr 480 v. Chr. drohen die gewaltigen persischen Heerscharen das antike Griechenland zu überrennen. Ausgerechnet politische Ränkeschmiede verdammen den Großteil seiner eigenen Armee zur Untätigkeit, und so begibt sich Leonidas (Gerard Butler), König des Stadtstaates Sparta, mit nur 300 seiner treuesten Gefolgsleute und einer Handvoll Verbündeter auf ein Himmelfahrtskommando: An den Thermopylen, einem strategisch bedeutenden Engpaß, beziehen die Verteidiger Stellung gegen die übermächtigen Invasoren. Xerxes (Rodrigo Santoro), der Großkönig der Perser, muß bald erkennen, daß er nicht nur das Terrain, sondern auch die unvergleichliche Kampfeskunst und Unerschrockenheit der Spartaner unterschätzt hat.
Meinung zum Film:
Wenn auch der exakte Hergang aus heutiger Sicht nicht vollständig geklärt ist, der Faszination und inspirierenden Wirkung der so genannten „Ersten Schlacht bei den Thermopylen“ tut dies kaum Abbruch. Eine kleine Gruppe von Kriegern, die für ihre Freiheit den fast sicheren Tod im Kampf gegen einen übermächtigen Feind in Kauf nehmen – das ist der Stoff, aus dem romantische Sagen voller Heldenmut und großer Taten gemacht sind. Auch Frank Miller, Kinofreunden als Autor und Zeicher von „Sin City“ kein Unbekannter mehr, wird so empfunden haben: Ende der 90er schuff er mit dem Comic „300“ seine Version der Ereignisse, die sich gerade dadurch auszeichnete, daß sie den Kampf der Spartaner ins Reich der Mythen und Legenden hob, statt sich um einen möglichst realistischen Ansatz zu bemühen. Und so bedient sich auch die Kinofassung zwar der markantesten Fakten, würzt diese aber nach Belieben mit allerlei phantastischen Elementen, die ohne weiteres einem „Herrn der Ringe“ entsprungen sein könnten. Das Ergebnis ähnelt damit mehr einer Film gewordenen Heldensage, als einem herkömmlichen Historienschinken.
Wer sich mit der Idee einer extrem stilisierten und überzeichneten Fassung der Ereignisse anfreunden kann, der wird seine wahre Freude an „300“ haben. Wie schon die Handlung selbst, so muten auch die größtenteils am Computer entstandenen Sets und Landschaftsaufnahmen beinahe schon surreal an, viele der Kameraperspektiven und die sehr spezifische Farbgebung unterstreichen diesen Eindruck noch. Das Resultat daraus ist ein atmosphärisch geladener visueller Stil, der den epischen Tenor des Films perfekt stützt. Auch das Ensemble wollte dem wohl gerecht werden: In der Hauptrolle des Spartaner-Königs Leonidas besticht Gerard Butler („Das Phantom der Oper“) weniger durch Subtilität, als vielmehr durch genau die passende Mischung aus Stolz, Aggressivität und Charisma. Dessen nicht minder tapfere und intelligente Gemahlin Gorgo wird von Lena Headey („Die Gebrüder Grimm“) glaubwürdig verkörpert. Auch die übrigen Darsteller wissen zu überzeugen - mal abgesehen davon, daß der Cast mit seinem unverschämt hohen Anteil an Waschbrettbäuchen speziell beim weiblichen Publikum gut ankommen dürfte. Klotzen statt kleckern lautet die Devise auch für den Score, der weite Teile des Films auffallend dominant untermalt, und bei dem sich mal exotisch, mal martialisch klingende Instrumente munter mit Chören, sphärischen Klängen und sogar hard-rockigen Gitarrenriffs für die actionreicheren Momente abwechseln.
Apropos Action: Nach einer kurzen Einführung in die spartanische Kultur nach Miller, nimmt sich der Film erst einmal ausreichend Zeit, die wichtigsten Charaktere vorzustellen und die Handlung auf Kurs zu bringen. Doch sobald sich dann Perser und Spartaner zum ersten Mal gegenüber stehen, bleibt bis zum Abspann nur noch wenig Gelegenheit zum Verschnaufen: Eine sehr dynamische Kameraführung versetzt den Zuschauer oft mitten ins Getümmel der spektakulär choreographierten Schlachten, ohne dabei die Übersichtlichkeit zu opfern. Dazwischen bleibt aber immer noch genügend Zeit für dialoglastige Momente, etwa Königin Gorgos Ringen in der politischen Arena, so daß die Action nicht Überhand nimmt.
Fazit:
„300“ ist in so ziemlich jeder Beziehung eine Schauspiel der Superlativen: Seien es die wunderschönen Bilder und Sets, die eindrucksvoll inszenierten Kampfszenen, der bombastische Score, oder auch die Leistungen der Darsteller. Ergänzt um die zwar simple aber zeitlose Geschichte von Gut gegen Böse, wird daraus ein Garant für perfekte, abendfüllende Unterhaltung. Allein wer auf eine realistische Auseinandersetzung mit dem Stoff gehofft hat, sollte sich das Geld für die Kinokarte lieber sparen.
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300
300
Eine Film gewordene, bildgewaltige Heldensage, oder: Geschichte des Altertums einmal anders
Autor der Besprechung:
Marcus Greger
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Zack Snyder Drehbuch: Zack Snyder, Kurt Johnstad, Michael B. Gordon Darsteller: Gerard Butler, Lena Headey, David Wenham, Dominic West, Rodrigo Santoro, Vincent Regan, Michael Fassbender, Tom Wisdom, Andrew Tiernan, Andrew Pleavin
Verleiher:
Warner Bros.
Kinostart : 05.04.2007 Kinostart : 05.04.2007
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