 |
DVD-Besprechung - Triff die Robinsons
Story:
Lewis ist ein zwölfjähriges Erfindergenie, das in einem Waisenhaus lebt und verrückte Gerätschaften baut, die sich jedoch in den meisten Fällen als Fehlschläge entpuppen. Durch seine fehlgeschlagenen Erfindungen schafft Lewis es immer wieder, potentielle Adoptionseltern zu verschrecken und fürchtet nun, dass er nie eine Familie finden wird. Also beschließt er, seine richtige Mutter zu suchen, statt weitere Adoptionseltern zu verschrecken. Bei seiner Suche begegnet er einem Jungen namens Wilbur Robinson, der behauptet, aus der Zukunft zu stammen und Lewis erzählt, dass der Melonenmann, ein Bösewicht aus der Zukunft, seine eigentlich brillante Erfindung sabotiert hat. Um seine Behauptungen zu beweisen, nimmt Wilbur Lewis tatsächlich mit seiner Zeitmaschine in die Zukunft mit, wo er ihn aus Versehen seiner riesigen Familie vorstellt, die aus einer Horde liebenswürdiger Spinner besteht. Doch der Melonenmann ist ihnen dicht auf den Fersen.
Meinung zum Film:
In den letzten Jahren ging es der Trickfilm-Abteilung von Disney nicht wirklich gut. Nachdem man sich als Reaktion auf die Flops der letzten traditionell animierten Zeichentrick-Filme wie "Die Kühe sind los" vollständig auf Computeranimation konzentrierte, konnte auch der erste 3D-Versuch "Himmel und Huhn”" weder Kritiker überzeugen noch die finanziellen Erwartungen erfüllen. Wirkliche Erfolge konnte man nur mithilfe des Partnerstudios Pixar vermelden. Doch nach der kompletten Übernahme Pixars durch Disney vor knapp einem Jahr hat man beim ehemaligen Animations-Riesen Disney einiges umgekrempelt und John Lasseter (Regisseur von "Toy Story") die Zügel in die Hand gegeben, der künftig in Disneys Animationsabteilung für Qualitätsunterhaltung sorgen sollte. Und das ist ihm bei neuesten Animationsspektakel "Triff die Robinsons" auch weitgehend gelungen.
Besser als die uninspirierten und inhaltlich schwachen Disneyfilme der letzten Jahre ist Stephen J. Andersons ("Ein Königreich für ein Lama") unterhaltsames Zeitreise-Abenteuer nach einem Buch von William Joyce allemal. Die Story ist interessant, hält viele Überraschungen bereit und macht einige gelungene Twists, verstrickt sich dabei aber nie so sehr in der Zeitreise-Thematik, dass man ihr nicht mehr folgen könnte. Auch wenn es eine Weile dauern könnte, bis der Zuschauer mit der Vielzahl der verrückten Figuren warm wird, wachsen sie einem bis zum Ende des Films richtig ans Herz. Die Grundstimmung des Films ist lebensbejahend und warmherzig, wie man es von Disney erwarten würde. Auch der Humor funktioniert gut, wenngleich sich einige der Witze und Anspielungen eher an Erwachsene richten und von Kindern vielleicht nicht so gut verstanden werden. Ganz wichtig: Im ganzen Film gibt es nicht einen Rülps- oder Furz-Witz.
In visueller Hinsicht kann der Film ebenfalls punkten, was vor allem für das stimmige Design gilt. Während die Umgebung in der Gegenwart eher realistisch und trist gehalten ist, sehen die Gebäude, Geräte und Landschaften der Zukunft völlig abgefahren aus und haben einen ganz eigenen Stil, der wie auch bei "Die Unglaublichen" ein wenig von den Zukunftsvorstellungen der 50er und 60er inspiriert wurde. Es sieht alles wesentlich besser aus als in "Robots", der ja ebenfalls auf den Büchern von William Joyce beruht.
Auch die Animationen sind sehr gelungen: Die Bewegungen der Figuren sind schnell, witzig und clever stilisiert. Vor allem der Melonenmann hat einen einmaligen Bewegungsstil, der an eine Spinne erinnert. Beim Figurendesign selber hatte man aber teilweise nicht ganz so ein glückliches Händchen. Manche der Charaktere sehen ein bisschen nach Plastik aus und sind nicht ganz so gelungen stilisiert wie die Menschen in "Die Unglaublichen". Nichtsdestotrotz ist es erfreulich, nach den Unmengen von "Sprechende-Tiere-Komödien" einmal wieder einen Animationsfilm mit menschlichen Hauptakteuren zu sehen.
Auch der Soundtrack von Danny Elfman ("The Nightmare before Christmas") ist sehr schön, wobei man auf die wie schon in "Himmel und Huhn" hin und wieder eingespielten und etwas kitschigen Popsongs hätte verzichten können.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hat wie nicht anders bei digitalem Ausgangsmaterial zu erwarten einen erstklassigen Transfer erfahren, wodurch das Bild ein recht plastisches Aussehen auf dem Bildschirm erreicht. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr deutlich und klar zu verstehen, in Sachen räumlicher Effekte wurden aber nicht durchgängig die Möglichkeiten des Surroundsystems ausgenutzt. Doch zumindest in den Actionsequenzen legt sich der Sound mächtig ins Zeug und lässt es ordentlich und mit guten Effekten krachen.
Die Extras sind eher mager ausgefallen. Neben einem Audiokommentar mit Regisseur Stephen Anderson gibt es noch drei zusätzliche Szenen, 2 Musikvideos, ein kleines Spiel, ein paar kurze Featurettes und ein nicht sonderlich informatives Making Of. Die Auslegung ist hier eher an ein jüngeres Publikum gerichtet.
Fazit:
Nach einigen inhaltlichen Fehlschlägen nähert sich Disney mit "Triff die Robinsons" wieder der Qualität an, für die das Studio einst bekannt war. Dank seiner liebenswerten Charaktere, der tollen Animationen und einer humorvollen Story bietet dieser Abenteuerfilm gute Unterhaltung für Groß und Klein. Das Bild der DVD ist hervorragend, während der Ton in den Actionsequenzen voll und ganz punkten kann.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,78:1
|
90:47 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Arabisch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
Türkisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Arabisch, Deutsch, Englisch, Türkisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Audiokommentar von Regisseur Stephan Anderson
- Familien-Spiel 5000: Der Familien-Stammbaum
- Wie die Robinsons erfunden wurden
- Gib niemals auf: Erfindungen, die die Welt verändert haben
- Carl, der Roboter
- Die Verwandlung des Manns mit Melone
- In der Zukunft angekommen
- Zusätzliche Szenen
- Musikvideo "Little Wonders" von Rob Thomas"
- Musikvideo "Kids Of The Future" von Jonas Brothers
|
|  |
Triff die Robinsons
Meet the Robinsons
Ein unterhaltsames Animationsabenteuer aus dem Hause Disney
Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Stephen J. Anderson Drehbuch: Jon Bernstein, Robert L. Baird Darsteller: (Sprecher) Eva Padberg, Rick Cavanian, Ralf Möller, Thomas Gottschalk, Lasse Crohn
Label :
Disney DVD
Verkaufsstart : 13.09.2007
|