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DVD-Besprechung - Zodiac - Die Spur des Killers

Story:
Eine Serie brutaler Morde erschüttert die amerikanische Westküste Ende der 60er-, Anfang der 70er Jahre. In haßerfüllten Briefen und chiffrierten Botschaften wendet sich der Killer, der sich selbst als Zodiac vorstellt, an die Öffentlichkeit, verhöhnt die Polizei, kündigt weitere Greueltaten an, und verursacht damit eine regelrechte Hysterie unter der Bevölkerung. Die Ermittler Toschi (Mark Ruffalo) und Armstrong (Anthony Edwards), Star-Reporter Paul Avery (Robert Downey Jr.) sowie Karikaturist und Hobby-Kriminologe Robert Graysmith (Jake Gyllenhaal) heften sich an die Fersen des Mörders. Doch der scheint seinen Verfolgern immer einen Schritt voraus - und die unermüdliche Jagd fordert ihren Tribut.

Meinung zum Film:
Bis zum heutigen Tag beschäftigen die Zodiac-Morde die amerikanischen Ermittlungsbehörden, denn die wahre Identität des Killers wurde nie einwandfrei geklärt. Über mehrere Jahre hinweg hielt dieser die Öffentlichkeit in Atem mit erschreckenden Einzelheiten seiner Verbrechen und der Androhung weiterer Taten, die er in Form von Briefen oder verschlüsselten Botschaften an Zeitungen und Polizei schickte. Fünf Morde wurden ihm nachgewiesen, er selbst prahlte zuletzt jedoch mit weitaus mehr Opfern. Regisseur David Fincher ("Sieben", "Fight Club") und sein Produktionsteam mühten sich um eine authentische, weitgehend entmystifizierte Sicht auf die Ereignisse und stützten sich dabei vorrangig - neben realen Polizeiberichten - auf die Mitarbeit von Menschen, die tatsächlich in den Fall involviert waren; insbesondere auf Robert Graysmith und die von ihm in seinen Zodiac-Büchern dargelegten Erkenntnisse.

Der Fokus der Handlung liegt nur vorübergehend auf dem Killer selbst, wenngleich die von ihm begangenen Morde beklemmend realistisch inszeniert wurden. Trotz zwischendurch eingestreuter Suspense-Momente, ist "Zodiac" weniger dem Thriller-Genre, sondern vielmehr dem des Kriminaldramas zuzuordnen. Mit einer geradezu an Pedanterie grenzenden Sorgfalt und Detailverliebtheit arbeitet der Film den Verlauf der damaligen Ermittlungen aus Sicht der Beteiligten auf. Dabei rücken abwechselnd Lt.Toshi und sein Partner Armstrong, der Journalist Avery und sein Kollege, der von dem Fall faszinierte Karikaturist Graysmith, in den Mittelpunkt. Bald schon wandeln sich routinemäßige Recherchen in eine Obsession, die für die Beteilligten nicht ohne persönliche Konsequenzen bleibt. Leider trabt die Handlung in dem Bestreben, der Fülle der Fakten und den Charakteren gerecht zu werden, dramaturgisch auf der Stelle: Was anfangs durchaus zu fesseln vermag - die ersten Fortschritte bei den Untersuchungen, die ersten Rückschläge, und diese packende "Mein-Gott-Das-Ist-Wirklich-So-Passiert"-Gewissheit - wird nach spätestens 90 Minuten zu einer Geduldsprobe. Und zu diesem Zeitpunkt hat der Zuschauer noch eine gute Stunde Film vor sich.

Die Leistungen der Darsteller sind über jeden Zweifel erhaben: Robert Downey Jr. ("Kiss Kiss Bang Bang") stiehlt die Schau mit seiner augenzwinkernden und zugleich für ein wenig Auflockerung sorgenden Interpretation des egozentrischen Star-Reporters Paul Avery. Jake Gyllenhaal ("Jarhead") gibt eine sensible und entwaffnend ehrlich wirkende Darbietung des Robert Graysmith, Mark Ruffalo ("30 über Nacht") und Anthony Edwards ("Top Gun") spielen angenehm klischee-befreite Polizisten. In den Nebenrollen fallen unter anderem Brian Cox, Elias Koteas und Chloe Sevigny positiv auf; ganz großes Lob gebührt jedoch John Carroll Lynch ("Gothika"), der in seinen wenigen Minuten Screentime einen bleibenden Eindruck mit seiner schaurig-schönen Performance als Tatverdächtiger hinterläßt.

Digitale Aufarbeitung:
Was soll man von einem Bild erwarten, dass mit einer HD-Kamera gefilmt wurde! Es weiß auf der ganzen Länge zu überzeugen, besticht durch eine ausgezeichnete Schärfe, kräftige Farben und einen sehr guten Kontrast. Hier darf man sich als Filmfan schon auf die HD-DVD-Veröffentlichung freuen! Der Ton überzeugt sofort in den dramatischen Szenen zu Beginn des Films und spielt seine Trümpfe aus. Sonst sind in erster Linie Dialoge angesagt und die kommen gut verständlich aus dem Center.

Übers Bonusmaterial hingegen gibt es nicht viel zu schreiben: Eine Trailerauswahl und ein Making of, mehr ist nicht drin! Immerhin wird mit einem Trailer auf den Director’s Cut im Jahr 2008 hingewiesen. Da gibt es dann Audiokommentare, zusätzliche Szenen und tonnenweise Extras. Trotzdem wären schon jetzt ein paar Extras mehr ganz nett gewesen. Schade!

Fazit:
Dass der Blick ab der zweiten Hälfte des Films mehr als einmal in Richtung Armbanduhr wandert, mag daran liegen, dass die Hintergründe auf ein europäisches Publikum nicht unbedingt dieselbe Faszination ausüben wie auf ein amerikanisches. Wie dem auch sei, seine hervorragenden Darsteller und eine authentische Umsetzung machen "Zodiac" zu einem wirklich sehenswerten Mix aus Drama und Thriller, der bedauerlicherweise einfach nur zu lang geraten ist. Bild und Ton der DVD sind klasse, Bonusmaterial gibt es bis auf ein kurzes Making of nicht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,40:1
2,40:1
150:56 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bonusmaterial:
  • Dokumentation: "Dies ist ZODIAC"
  • Zodiac Director's Cut Trailer
Zodiac - Die Spur des Killers - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Zodiac - Die Spur des Killers
Zodiac

Bild unseres Mitarbeiters Marcus Greger
Wenn die Jagd auf den Killer zur Besessenheit wird


Autor der Besprechung:
Marcus Greger

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
David Fincher
Drehbuch:
James Vanderbilt
Darsteller:
Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Robert Downey Jr., Anthony Edwards

Label Deutschland :
New Line Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
02.10.2007