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DVD-Besprechung - A Chinese Ghost Story

Story:
Der Schuldeneintreiber Ling Choi Sin (Leslie Cheung) hat gerade eine absolute Pechsträhne, auf deren Höhepunkt er feststellen muss, dass sein Buch, in dem sämtliche einzutreibende Schulden festgehalten sind, vom Regen vollkommen unbrauchbar gemacht wurde. Ohne Geld in der Tasche macht er sich auf zur nahegelegenen Klosterruine, um, geschützt vor der Witterung, die Nacht zu verbringen. Dort trifft er Lit Sin Seen (Joey Wang), in die er sich auf der Stelle verliebt. Doch diese Liebe ist fatal, denn das hübsche Mädchen ist dem schwarzen Fürsten, dem Herrscher des Reichs der Toten, versprochen. Gemeinsam mit dem kampferprobten Mönch Yin Chek Hsia (Wu Ma) deckt er noch weitere Hintergründe über die Vergangenheit Sin Seens auf, die sein Herz noch mehr mit Schmerz erfüllen.

Meinung zum Film:
Das Kino aus Fernost war lange Zeit fast ohne jede Bedeutung in westlichen Ländern. Vielleicht mal abgesehen von Filmen Akira Kurosawas, bestand kaum Interesse an den Produktionen Hong Kongs, Chinas, Japans oder anderen dort gelegenen Regionen, sieht man mal von Kung-Fu-Action ab. Doch mit dem 1987 produzierten "A Chinese Ghost Story", änderte sich dieses. Er war nach "A better tomorrow" einer der ersten Filme, die auch in Europa und Amerika für großes Aufsehen sorgten. Produziert wurde der Film von Tsui Hark, dem als großen Visionär geltenden Produzenten und Regisseur, den viele mit Steven Spielberg vergleichen. Hark konnte mit Filmen wie "A better tomorrow" oder "Once upon a time in China" große Erfolge feiern und das Hong-Kong-Kino mit diesen maßgeblich mit definieren und neben John Woo zu den einflussreichsten Menschen im Fernost-Kino aufsteigen.

Die Faszination von "A Chinese Ghost Story" geht in hohem Maße von seinen träumerisch-poetischen Bildern und den farbenfrohen Spielereien mit Farben aus. Ständig wehen irgendwelche Tücher im Wind, tummeln sich fantasievolle und farbenfrohe Kostüme auf dem Bildschirm und schwingen sich Kämpfer und Geister akrobatisch durch die Lüfte. Gepaart mit der märchenhaften Liebe zwischen dem unschuldigen Ling Choi Sin und der verwunschenen Lit Sin Seen ergibt sich ein Film, der vielmehr wie ein prachtvoll und lebendig gezeichnetes, meisterhaftes Gemälde wirkt, denn wie ein Fantasy-Film. Hinzu kommen ein paar durchaus gelungene Gags, die den üblichen Fernost-Humor auf dosierte Weise präsentieren und dadurch die Atmosphäre nicht nachhaltig stören, sondern auch bei westlich geprägten Naturen für Erheiterung sorgt.

Ling-Choi-Sin-Darsteller Leslie Chung ("A better tomorrow", "Inner Senses") schaffte mit seinem Auftritt als treuer und mutiger Verehrer in "A Chinese Ghost Story" den ganz großen Durchbruch und wurde einer der gefeiertsten Darsteller Hong Kongs. Doch mit der Zeit leidete er immer mehr unter Depressionen, und nahm sich am 1. April 2003 schließlich durch einen Sturz vom Mandarin Oriental Hotel selbst das Leben. In seiner Rolle als Hals über Kopf verliebter Schuldeneintreiber stellte der vor seiner Schauspieler-Karriere auch als Sänger sehr erfolgreiche Chung unter Beweis, dass es ein leichtes für ihn ist, auch in einer bildgewaltigen Kulisse und neben anmutenden Frauen den Mittelpunkt darstellen zu können. Es ist zu einem großen Teil ihm zu verdanken, dass die Geschichte nicht in einer Flut aus atemberaubend schönen Bildern untergeht. Durch ihn erhält die märchenhafte Stimmung immer wieder den Anker zurück in die alte chinesische Welt und die Geschichte wird durch ihn immer weiter geführt. So ist die chinesische Geister-Geschichte einer der wenigen Filme, bei denen eine träumerische Bilderflut im Einklang mit einer perfekt erzählten Geschichte steht.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck. Kräftige Farben, das Fehlen von Verschmutzungen und klar erkennbare Konturen sorgen für gutes Sehvergnügen. Lediglich das leichte Rauschen im Bild fällt stellenweise negativ ins Auge. Der Ton, der sowohl in Deutsch als auch auf Kantonesisch in Dolby Digital 5.1 vorhanden ist, kommt klar verständlich aus den Lautsprechern, nutzt dabei allerdings fast ausschließlich den vorderen Bereich. Die deutsche Variante hat gegenüber der O-Ton-Spur eindeutig Vorteile in den Höhen.

Außer dem Originaltrailer gibt es keine Extras bei der Disk zu finden.

Fazit:
"A Chinese Ghost Story" bietet verträumtes Geisterkino der bildgewaltigen Art. In diesem Werk aus der Produktionsstätte Tsui Harks, das wie eine Mischung aus "Romeo und Julia" und "Die Rebellen vom Liang Shan Po" daherkommt, kommen Freunde von verträumten und fantasievollen Bildern und Geschichten voll auf ihre Kosten. Bild und Ton der DVD sind gut gelungen, lediglich die fehlenden Extras fallen negativ ins Gewicht

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
91:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Kantonesisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer
A Chinese Ghost Story - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
A Chinese Ghost Story
Sinnui Yauman

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Fantasievolle und poetische Bilder und eine märchenhafte Liebesgeschichte - Hong-Kong-Kino at its best


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hong Kong, 1987
Regie:
Ching Siu Tung
Drehbuch:
Yuen Kai-Chi (nach einem Roman von Pu Songling)
Darsteller:
Leslie Cheung, Joey Wang, Wu Ma

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
17.02.2005