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Kino-Besprechung - Hostel 2
Story:
Europa ist ein schöner Kontinent. Das denken sich auch drei junge amerikanische Studentinnen, als sie einen Trip durch die alte Welt planen. Dank eines gutgemeinten Rats kommen sie auch in die Slovakei, und checken in ein nur gut bekanntes Hostel ein. Den Inhabern der Unterkunft kommen die drei Mädels nur recht, denn amerikanische "Ware" bringt immer einen guten Preis. Doch nicht nach Prostitution steht den Betreibern der Sinn, sondern Folter und Tod heisst das Geschäft. Viele Geschäftsmänner zahlen einen guten Preis, um ein "American Girl" schreien zu sehen...<
Meinung zum Film:
Wer jetzt denkt, obige Inhaltsangabe klingt wie die des letzthährigen ersten Teils, nur mit Opfern des anderen Geschlechts, der liegt nur halb richtig. Natürlich wird in der Fortsetzung geschlachtet, dass wohl jeder angehende Fleischer seine helle Freude haben wird. Auch ist die Idee, das vermeintliche schwache Geschlecht in die Opferrolle zu zwängen, ein geschickter Schachzug von Autor und Regisseur Eli Roth. Liefen im ersten Teil noch sexgesteuerte junge Männer den Hostel-Betreibern in die Hände und vor die grausamen Folterinstrumente, so sind es diesmal durchaus hübsch anzusehende und knapp bekleidete junge damen. Ausgesprochen gut für die Zielgruppe dieses Films, die sich großteils aus hormongesteuerten heranwachsenden Männern zusammensetzen wird. Diese können nun in Teil zwei ihrem Beschützerinstinkt freien Lauf lassen und mit dem Geschehen auf der Leinwand viel besser mitfiebern.
Auch hat Roth beim Schreiben des Drehbuchs nicht den Fehler gemacht, sich wiederum nur auf die Geschichte der armen Entführten zu konzentrieren. Nein, nun kommen auch die Leute hinter den Kulissen zu Wort und verraten uns, wie eine derartige Organisation funktionieren kann. Und damit nicht genug, ein weiterer Handlungsstrang beschreibt auch, wie sich zwei enthusiastische Geschäftsleute darauf vorbereiten, ein Leben gewaltsam auszulöschen. Diese werden nicht etwa als gesichtslose Monster dargestellt, sondern als "normale" Durchschnittstypen mit einem aussergewöhnlichen Hobby. Diese Tatsache und der Gedanke, dass eine derartige Einrichtung durchaus irgendwo auf der Welt existieren könnte, hebt den Film auf ein neues Niveau des Horrors.
Dazu kommt, dass "Hostel 2" auch ganz ohne Schreckmomente auskommt, der Streifen zieht vielmehr seine Zuschauer langsam aber sicher in einen Bann, aus dem er nicht mehr loskommt. Natürlich spritzt das Blut an allen Ecken und Enden, für schwache Nerven und sensible Mägen ist das Ganze auf keinen Fall zu empfehlen! Doch wird höchstwahrscheinlich niemand vor Schock plötzlich aus seinem Sitz geworfen. So funktioniert Hostel nicht. Im weitesten Sinne handelt es sich hier um eine zweiseitige Studie der Gesellschaft. Zum einen werden die Sehergewohnheiten immer drastischer, das Fernsehen zeigt immer mehr Blut, nackte Haut und "Reality". Diese Entwicklung wird hier genauso behandelt, wie das immer größere Gewaltpotential der Menschheit. Menschen foltern zum Aggressionsabbau? Kein Problem. Und zu guter Letzt wird einem auch noch die Moral aufgedrückt, dass mit Geld einfach alles zu beschaffen ist. Natürlich ist der Film auch einfach als leidlich spannender Horrorstreifen zu geniessen. Einfach abschalten und die Bilder wirken lassen ist genauso möglich wie die Analyse der Hintergründe der Handlung...
Fazit:
"Hostel 2" macht dort weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat. Durch die weniger einseitige Betrachtungsweise tritt hier aber einer der seltenen Fälle auf, wo die Fortsetzung tatsächlich besser ist als das Original.
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Hostel 2
Willkommen zurück in Ihrem schlimmsten Albtraum!
Autor der Besprechung:
Thomas Embacher
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Eli Roth Drehbuch: Eli Roth Darsteller: Lauren German, Bijou Phillips, Roger Bart, Heather Matarazzo
Verleiher:
Sony Pictures Home Entertainment
Kinostart : 14.06.2007
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