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DVD-Besprechung - A History of Violence
Story:
Tom Stall (Viggo Mortensen) lebt gemeinsam mit Ehefrau Edie (Maria Bello) und den beiden gemeinsamen Kindern in einem beschaulichen, kleinen Städtchen und genießt die dortige Ruhe. Als sein Diner eines Tages von üblen Burschen überfallen wird, überwältigt er die Täter und wird als wagemutiger Held in den Medien gefeiert. Ein Ruhm, der den unheimlichen Carl Fogarty (Ed Harris) auf den Plan ruft, welcher behauptet, dass Tom ein ganz anderer sei, eigentlich Joey heißt und eine Vergangenheit voller Gewalt vor seiner Familie versteckt.
Meinung zum Film:
"A History of Violence" basiert auf einer Comic-Novelle aus der Feder von John Wagner, die bei "DC Comics" unter dem "Paradox Label" erschien, welches Schwarz-Weiß-Werke auf den Markt brachte, die anspruchsvolle Unterhaltung boten und in welcher unter anderen auch "Road to Perdition" erschien. Den Regiestuhl bei der Verfilmung übernahm niemand anderes als der kanadische Filmemacher David Cronenberg ("Die Fliege"), der ansonsten eher durch Horror- und Mystery-Stoffe für Aufsehen sorgt, nun aber mit einem durchweg bodenständigen Actionthriller/-drama für Unterhaltung sorgen möchte. Mit Josh Olson ("Eaten alive - Invasion der Killerinsekten") wurde ein Drehbuchautor mit der Skript-Umsetzung für die große Leinwand beauftragt, der eher weniger positiv in Erscheinung getreten ist und auch bei der Transformierung der Comic-Novelle einige Unschönheiten präsentiert.
Dass nicht die gesamte Story der Vorlage ihren Platz im Film finden konnte, war abzusehen. So wurde aus der in 3 Kapitel unterteilten Geschichte der komplette 2. Akt ausgelassen, wo über Joeys Kindheit ausführlich berichtet wird und wo erklärt wird, wer Carl ist und warum er auf der Suche nach Joey ist. Das Fehlen dieser Passage ist im Film zwar deutlich zu spüren, kann aber verschmerzt werden. Gravierender fällt die komplett anders ausfallende Reaktion von Edie auf die Anschuldigungen und ihrem daraus resultierenden Verhalten gegenüber Tom aus. Während sie im Comic fest zu ihrem Mann steht, was auf Grund ihrer vorherigen Haltung nur plausibel erscheint, wirkt die strikt ablehnende Haltung im Film um einiges überzogen. Als ganz großer Reinfall erweist sich die Besetzung des Gangsterbosses Richie Cusack mit William Hurt ("Die Reisen des Mr. Leary"). Es steht sicherlich außer Frage, dass William Hurt ein sehr guter Darsteller ist, nur leider nicht, wenn er sich in der Darstellung eines überdrehten Gangsters mit Ziegenbart versucht. Seine Szenen erinnern an übelsten Klamauk und nehmen den Momenten sehr zum Schaden der Situation jeglichen Ernst. Eine fatale Schnapsidee, diesen Part mit ihm zu besetzen.
Als gelungen kann man allerdings die Wahl von Viggo Mortensen für die Rolle des Tom bezeichnen. Bereits im "Herr der Ringe" konnte er als Aragorn beweisen, dass er den Archetypen des Helden verkörpern kann. In "A History of Violence" schafft er es aber auch, gleichzeitig unscheinbar und präsent zu sein, so dass man sich als Zuschauer gut vorstellen kann, dass er der gesuchte Killer ist. Aber genauso gut ist es auch möglich, dass er nur das Opfer einer Verwechslung wurde. Vergleichbar gut spielt Maria Bello ("Das geheime Fenster") an seiner Seite. Ihr Verhalten erscheint zwar nicht sonderlich passend, doch durch ihre Leistung schafft sie es so weit wie möglich, eine Akzeptanz für ihre Reaktion zu schaffen. Wo der Film neben seinen Hauptdarstellern besonders glänzen kann, ist in seiner Atmosphäre und der immer kurzzeitig blitzartig einsetzenden Action, die in einer ziemlichen Härte gezeigt wird. Der Film ist im Grunde in drei Kapitel aufgeteilt, die jeweils in einem großen Finale enden, welches jedes für sich absolut sehenswert ist. Die ersten beiden Kapitel haben dabei durchweg eine interessante Geschichte zu erzählen und lediglich der Schlussakt zieht sich ein wenig, da dort recht ausführlich, dafür aber nur spärlich interessant auf den Konflikt zwischen Tom und Edie eingegangen wird. Die sehr ansprechende Präsentation, die sehr gut inszenierten Actioneinlagen und hervorragende Darsteller überwiegen am Ende aber und machen den nicht immer ganz sicheren Plot und die katastrophale Leistung William Hurts vergessen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kommt ohne Probleme daher und kann die Erwartungen an eine aktuelle Produktion erfüllen, ohne dabei allerdings besonders glänzen zu können. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sauber abgemischt, bleibt auf Grund der weitestgehend ruhigen Ausrichtung des Filmes aber meist frontal gelagert. In den Actionsequenzen wird man allerdings durch kraftvolle Schussgeräusche und den kurzzeitig weiträumig genutzten Klangmöglichkeiten brutal aus dem Hör-Schlummer gerissen.
Das erste Extra kann man bereits während des Film in Form eines Audiokommentars von Regisseur David Cronenberg genießen. Wie nicht anders zu erwarten, hat der kanadische Filmemacher einiges an Informationen parat. Auf Wunsch können deutsche Untertitel zum besseren Verständnis zugeschaltet werden. Zu empfehlen ist auch das "Gewaltakte"-Feature, welches ein interessantes Making Of zum Film darstellt. Die Szene 44 fand im Film keine Verwendung, welche man sich nun ansehen kann, nebst dem Making Of zu dieser Einstellung. Es folgt ein Vergleich zwischen der in 2 Szenen zahmeren US-Version und der in diesen Szenen mit etwas mehr Blut und härteren Soundeffekten gezeigten Aufnahmen Es folgen noch ein humorvoll ausgelegter Bericht über die Vorführung von "A History of Violence" in Cannes und der Trailer zum Film.
Fazit:
"A History of Violence" bietet durchdachte Action mit einem herausragenden Viggo Mortenson, aber auch einem nicht ganz so runden Drehbuch und einem einfach nur peinlichen Auftritt von William Hurt. Doch trotz der offensichtlichen Probleme sollte man sich den Film als Freund harter Action-Thriller-Dramen nicht entgehen lassen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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91:45 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Gewaltakte
- Nicht verwendete Szene 44
- Das "Unmaking of" der Szene 44
- Violence History: USA Version vs. Internationale Version
- Zu kommerziell für Cannes
- Audiokommentar von David Cronenberg
- Trailer
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A History of Violence
A History of Violence
Inhaltlich bei weitem nicht so gut und durchdacht wie die Comic-Novelle, aber trotzdem zu empfehlen
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: David Cronenberg Drehbuch: Josh Olson (nach der Comic-Novelle von John Wagner und Vince Locke) Darsteller: Viggo Mortensen, Maria Bello, Ed Harris, William Hurt, Ashton Holmes, Peter MacNeil
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 24.03.2006
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