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DVD-Besprechung - Abrechnung in San Franzisko
Story:
Anwalt Ulysses (Roger Moore) will die Familienehre wieder herstellen, indem er den Drahtzieher hinter einem Rauschgiftschmuggel findet, der eine edle Spende seines Onkels an die Kirche für seine unehrenhaften Zwecke missbrauchte. Gemeinsam mit seinem draufgängerischen Kumpel Charlie Hanson (Stacy Keach) sorgt Ulysses für reichlich Aufsehen im Umfeld und kommt dem Kopf hinter der Aktion immer näher.
Meinung zum Film:
Es dauert nicht sehr lange, bis man die Parallelen zwischen "Abrechnung in San Franzisko" und der in Deutschland äußerst beliebten TV-Serie "Die 2" gefunden hat. Zum Einen gibt es bei beiden den edlen Gentleman mit guten Manieren und wohl gewählten Worten, der von Roger Moore ("Moonraker") gespielt wird. Die Rolle des draufgängerischen Raubeins mit losem Mundwerk und schnellen Fäusten spielt in San Franzisko allerdings nicht Tony Curtis, sondern der vergleichbar auftretende Stacy Keach ("Privatdetektiv Mike Hammer"). Wo sich die britische TV- und die italienische Kinoproduktion auch ziemlich ähnlich sind, ist in den flotten Sprüchen, mit denen die Bilder unterlegt wurden. Dies ist allerdings kein Wunder, da das deutsche Übersetzungs-Skript in beiden Fällen von Rainer Brandt stammte, der für seinen freien und lockeren Umgang mit dem vorliegenden Stoff bekannt ist. Bei den beiden genannten Arbeiten trifft er damit auf jeden Fall voll ins Schwarze.
Die Geschichte selbst ist wie bei italienischen Actionfilmen aus den 70er-Jahren gewohnt nicht von Innovationen geprägt und kann sehr leicht verfolgt werden. Es gib einen groben roten Faden, der sich durch die einzelnen Szenen zieht, im Grunde aber nicht mehr bietet als eine Möglichkeit, die Actionszenen zu verbinden. Die Auflösung hinter dem Drogenschmuggel gerät ganz nett, kann aber nicht so recht überzeugen. Wie so manch andere Aktion im Verlauf der Handlung auch, die man auf Grund der eher comedyhaften Dialoge aber ohnehin nicht ganz ernst nehmen kann. Da fallen auch die immer wieder klar zu erkennenden Stuntdouble der Hauptdarsteller in Nahaufnahmen bei einzelnen Actionsequenzen nicht sonderlich negativ ins Gewicht. Wenn man etwas nicht erwartet bei "Abrechnung in San Franzisko", dann eine perfekte Inszenierung.
Überzeugend sind im Film aber auf jeden Fall die diversen Zerstörungsfahrten mit den Automobilen. Vor allem Stacy Keachs Testfahrt mit einem Kleinganoven auf den Beifahrersitz ist es fast schon alleine Wert, sich den Film anzusehen. Selten wurde ein Fahrzeug so gekonnt und unterhaltsam zu Schrott gefahren. Auch die Wortgefechte zwischen Moore und Keach bieten gute Unterhaltung, helfen problemlos über inhaltliche Schwierigkeiten hinweg und die Darsteller verhindern durch ihr gutes Auftreten, dass der Film Längen aufweist. Auch wenn es sich bei dem Film um eine italienische Produktion handelt, sollte man von ihm nicht typische 70er-Jahre Italo-Action erwarten. Regisseur Maurizio Lucidi ("Der Todesengel") war sichtlich darum bemüht, seinem Streifen einen amerikanischen Look zu verleihen. Angesiedelt ist "Abrechnung in San Franzisko" nun irgendwo zwischen "Die Viper" und "Bullit" mit einer deutschen Synchro von "Die 2". Ob dies zum Besten des Filmes geschah, sollte jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist über weite Strecken recht gut gelungen. Verschmutzungen und Defekte sind kaum auszumachen, lediglich zeitweise starke Überstrahlungen bei hellen Flächen fallen störend auf. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 hat klar zu vernehmende Verzerrungen in den Spitzen, ist aber stets gut zu verstehen.
Als Extra gibt es auf der DVD neben einer Bildergalerie mit Werbematerial noch den Trailer in Deutsch und Englisch zum Film. Der DVD liegt noch ein Booklet bei, in dem Oliver Bayan weniger über den Film, als über San Franzisko als Filmkulisse und Roger Moore berichtet. Das ganze wirkt bei weitem nicht so informativ und unterhaltsam wie es bei vorhergehenden Booklets bei Koch Media der Fall war und liest sich wie eine zusammenhanglose Aneinanderreihung von ein paar Fakten. Über den Film selbst erfährt man so gut wie gar nichts.
Fazit:
"Abrechnung in San Franzisko" ist ein guter Actionfilm, der vor allem durch seine lockeren Sprüche und den coolen Zerstörungsfahrten zu glänzen weiß. Roger Moore und Stacy Keach in den Hauptrollen tragen den Rest dazu bei, dass die eher müde Story nicht weiter negativ ins Gewicht fällt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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98:55 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Booklet
- Trailer
- Bildergalerie
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Abrechnung in San Franzisko
Gli Esecutori
'Die 2' made in Italy
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1976 Regie: Maurizio Lucid Drehbuch: Nicola Badalucco, Franco Bucceri, Randal Kleiser, Roberto Leoni, Maurizio Lucidi, Ernest Tidyman Darsteller: Roger Moore, Stacy Keach, Ivo Garrani, Fausto Tozzi, Ennio Balbo, Pietro Martellanza, Romano Puppo
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 03.03.2006
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