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DVD-Besprechung - Ach du lieber Harry

Story:
Privatdetektiv Harry App (Dieter Hallervorden) macht eine länger andauernde Dürrephase hinsichtlich seiner Klienten durch. Da kommt es ihm nur Recht, dass die liebevolle alte Dame Anni Rose (Lisa Helwig) ihm den Auftrag erteilt, ihren wertvollen Rassehasen Mister Theo in die Schweiz zu einem Wettbewerb zu begleiten. Doch der Auftrag stellt sich schon recht bald als alles andere als leicht verdientes Geld heraus, da zwei Verbrecher in Priestergewändern auf der Jagd nach Mr. Theo sind, da diese in dessen Käfig ein wertvolles Gemälde versteckt haben.

Meinung zum Film:
Dieter Hallervorden gehörte nicht zuletzt durch seine TV-Serie "Nonstop Nonsens" zu den beliebtesten deutschen Komikern in den 70er Jahren. Sein Versuch, 1969 mit "Darf ich Sie zur Mutter machen?" auch im Kino Fuß zu fassen, war nur von begrenztem Erfolg gekrönt und auch der im nächsten Jahr folgende "Die Hochzeitsreise", der später auch unter dem Titel "Eine Nervensäge gegen alle" lief, konnte ihn in dieser Hinsicht nicht weiter bringen. So konzentrierte sich der Berliner erst einmal auf seine Fernsehkarriere, bevor er sich 1981 mit "Ach du lieber Harry" wieder auf der großen Kinoleinwand zurückmeldete und sicherlich auch dank seiner mittlerweile hart erarbeiteten Fernsehpopularität damit eine der erfolgreichsten Komödien des Jahres in die Lichtspielhäuser brachte.

An seiner Seite spielt mit Iris Berben eine der beliebtesten deutschen Schauspielerinnen unserer Zeit. 1981 hatte sie gerade an der Seite von Ingrid Steeger als "himmlische Tochter" für Klamauk-Furore gesorgt. In "Ach du lieber Harry" konnte sie ihrer komödiantische Ader an der Seite von Dieter Hallervorden wieder richtig lauf lassen, wenn auch in einer verhältnismäßig ernst ausgelegten Rolle, um später durch "SketchUp" an der Seite von Dieter Krebs endgültig den Durchbruch zu schaffen. Geführt wurden die Darsteller bei den Dreharbeiten von Regisseur Jean Girault ("Der Gendarm von St. Tropez"), der sich als Haus- und Hofregisseur des französischen Komikers Louis de Funés einen Namen machte und der die Slapstick-Qualität der Louis- und Balduin-Filme perfekt auf die deutsche Mentalität und heimische Sehgewohnheiten portierte.

Inhaltlich gibt es die aus weiteren Didi-Filmen bekannte, austauschbare Handlung, die nur einen Zweck erfüllen muss - möglichst viel Spielraum für Slapstick-Humor zu bieten und dabei am besten reichlich Verwechslungsszenen zu integrieren. Weiter nachdenken darf man darüber natürlich nicht, doch bietet das gute Tempo bei den Gags auch kaum Zeit dafür. Ohne Längen eilt man zusammen mit Harry App von Berlin in die Schweiz und versucht den Überblick bei den zahlreich auftretenden Hasen zu behalten. Natürlich bieten auch die beiden Gauner in Priesteruniform reichlich Humorpotential, da diese sich natürlich alles andere als standesgemäß zu ihrem Äußeren verhalten. Über die Laufzeit von 80 Minuten ist somit auf jeden Fall für den gewohnten Hallervorden-Kino-Klaumauk der 80er Jahre gesorgt und obendrein gibt es noch zwei Songs von Dieter Hallervorden zu hören, die zu den bekannteren Werken von ihm zählen.


Digitale Aufarbeitung:
Das Bild weist neben einem teils deutlichen Rauschen keinerlei Mängel auf und dürfte wohl das beste sein, was aus dem betagten Filmmaterial zu holen ist. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 Mono ist klar verständlich und ebenfalls ohne nennenswerte Probleme.

Das Bonusmaterial bietet den gewohnt guten Umfang der "Dieter Hallervorden Collection". So wurde auch diesmal ein Audiokommentar mit dem deutschen Komiker erstellt, bei dem er von Manfred Lehmann, besser bekannt als deutsche Stimme von Bruce Willis, und "Motown"-Regisseur Stefan Barth unterstützt wurde. Wie üblich gibt es zu dieser Aufnahme auch einen Bericht, der zu dem Treffen ein wenig Bildmaterial liefert. Als äußerst interessant stellt sich der Vergleich der verschiedenen verfügbaren Versionen des Films heraus, bei dem man deutliche Qualitätsunterschiede erkennen kann und bei denen zu Beginn an Hand von Texttafeln auch deutlich gemacht wird, wie diese Unterschiede zu erklären sind. Wer möchte, kann sich anschließend noch die komplette Super-8-Fassung anschauen, die ebenfalls bei den Extras zu finden ist. Es folgen noch eine Fotogalerie, Biografien und ein sehr bekannter Auftritt von Dieter Hallervorden und Helga Feddersen in der Rudi-Carrell-Spielshow "Am laufenden Band". Wer eine der auf 9999 Exemplare limitierten DVDs bekommt, hat als zusätzliches Extra noch eine Soundtrack-Single-CD mit 2 Songs aus dem Film im Preis inbegriffen.

Fazit:
"Ach du lieber Harry" war der erste erfolgreiche Kinofilm des Berliner Komikers Dieter Hallervorden, dem "Turbine Medien" zu einem würdigen Auftritt im DVD-Zeitalter verholfen hat. Das Bonusmaterial kommt gewohnt liebevoll zusammengestellt daher und Didi-Fans haben gar keine andere Wahl als zuzugreifen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,85:1
1,85:1
80:11 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Dieter Hallervorden, Darsteller Manfred Lehmann und Gastkommentator Regisseur Stefan Barth
  • 25 Jahre "Harry": Bildvergleich - Von Super 8 bis DVD
  • Hinter den Kulissen des Audiokommentars
  • Aushangfoto-Galerie
  • Biografien von Stab & Besetzung
  • Super 8-Version "Ach du lieber Harry"
  • "Du die Wanne ist voll"-Auftritt von Dieter Hallervorden und Helga Feddersen bei "Am laufenden Band"
  • Soundtrack-Single-CD
Ach du lieber Harry - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Ach du lieber Harry
Ach du lieber Harry

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Der erste Kinoerfolg von Dieter Hallervorden - für Fans ein Muss!


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1980
Regie:
Jean Girault
Drehbuch:
Dieter Hallervorden, Ralf Gregan, Jean Girault
Darsteller:
Dieter Hallervorden, Iris Berben, Jacques Marin, Manfred Lehmann, Lisa Helwig

Label Deutschland :
Turbine Medien
Verkaufsstart Deutschland :
26.05.2006