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DVD-Besprechung - Adam & Evil

Story:
Eine Gruppe Jugendlicher macht sich auf den Weg zu einem abgelegenen See in den Wäldern, um dort ein Wochenende voller wilder Party und freier Liebe zu verbringen. Doch der Spaß nimmt schon am ersten Tag am gewählten Feriendomizil ein jähes Ende, als einer von ihnen tot in seinem Zelt aufgefunden wird. Es ist endgültig Schluss mit Lustig, als weitere Opfer folgen und das einzige was noch zählt, das nackte Überleben ist.

Meinung zum Film:
"Oh, nein. Nicht schon wieder so ein dämlicher Slasher" werden sicherlich viele nach dem Lesen der Inhaltsangabe denken. Und was soll man sagen - Recht haben sie. "Adam & Evil" ist einer dieser Filme, die sich nahtlos in eine lange Kette einfach produzierter Werke einreiht, in denen nach dem "10 geile Teenagerlein"-Prinzip einer nach dem anderen einem unheimlichen Killer zum Opfer fällt. Dazu gibt es den fast schon zum Standard gehörenden "Lake Was-auch-immer", der abseits jeglicher Zivilisation in einem abgelegenen Waldstück liegt. Es gibt ein paar unheimlich daherkommende Eingeborene, die natürlich von früheren Todesfällen am "Lake Was-weiß-ich" erzählen können und natürlich sind die Handlungen der Toten in spe alles andere als nachvollziehbar und logisch.

Aber das Drehbuch dieser kleinen, kostengünstigen Independent-Produktion hat ein paar besondere Schmankerln des Humbugs und der Unschlüssigkeit zu bieten. So werden die Helden am Anfang davon in Kenntnis gesetzt, dass vor einiger Zeit ein paar Menschen von einem Teufelskult beim Camp getötet wurde, was dann aber später nie wieder auch nur am Rande thematisiert wird. Die Frau des Sheriffs ist scharf auf einen der Jugendlichen und schleicht sich, wie es sicherlich jede einigermaßen gut aussehende Frau tun würde, mitten in der Nacht aus dem Bett ihres Gemahls, um 8 Meilen zum Camp zu gehen/fahren, in dem der Teenager, der sie vorher einmal abwies, natürlich voller Erwartung auf sie wartet. Die Warnung, dass ihr Mann nie erfahren darf, was gerade passiert ist, da er, sicherlich grundlos, sehr eifersüchtig ist, ist natürlich ernst gemeint. Zu ihrem Pech hat dieser allerdings das Fehlen seiner Frau bereits wenige Minuten nach ihrem Entsteigen des Bettes bemerkt, was aber auch nicht weiter schlimm ist, da auch auf diesen Punkt später nicht mehr weiter drauf eingegangen wird. Man könnte sicherlich etliche Zeilen mehr mit weiteren Beispielen füllen, was aber den Eindruck erwecken könnte, der Film wäre nicht ein bisschen unterhaltsam. Und das wäre fatal. Denn "Adam & Evil" kann auf seine eigene Art und Weise für kurzweilige Unterhaltung sorgen.

Denn sieht man einmal über die ganzen Unzulänglichkeiten des Drehbuchs hinweg, und lässt einfach nur die Stimmung und die Bilder auf sich wirken, kann man durchaus spannend unterhalten werden. Regisseur und Drehbuchautor Andrew Van Slee ("Net G@mes") schafft es, durch solide Kameraarbeit, den Einsatz von Musik und kleineren Effekten, und der Jagd durch einen maskierten Killer, um dessen Identität man natürlich rätselt, das Publikum bei Laune zu halten. Den Spannungsbogen zieht er stetig immer weiter an und ohne es schlussendlich richtig greifbar machen zu können, wird man in den Bann des Filmes gezogen. Allerdings nur, solange man nicht eine ernsthafte Storyline erwartet. Ist man nicht bereit, die Dinge so hinzunehmen, wie sie einem vorgelegt werden, ist "Adam & Evil" sicherlich nicht mehr als ein übler Rohrkrepierer mit massig Problemen im Skript. Sieht man in ihm aber das, was er zweifelsohne ist - nämlich ein hirnloser Slasher - hat der Film einen ordentlichen Unterhaltungswert.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ganz ordentlich geworden. Die Details sind nicht besonders reichlich, sind aber immer noch ausreichend genug, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ähnlich ordentlich verhält es sich mit der Farbgebung, dem Kontrast und der Schärfe. Einziges Manko ist die Komprimierung, die sich in hellen Flächen zu erkennen gibt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich und hat auch dezent Effekte im Surround-Bereich zu vermelden.

Bonusmaterial befindet sich keines auf der DVD.

Fazit:
Mit "Adam & Evil" hat es der Regisseur und Drehbuchautor bei weitem nicht geschafft, dem "Slasher"-Genre ein Highlight zu schenken. Aber zu solider und spannender Unterhaltung reicht es dennoch aus, wenn man als Zuschauer bereit ist, das Denken einzustellen oder zumindest die überdeutlichen Probleme in der Geschichte hinzunehmen. Die digitale Umsetzung ist passend zum Inhalt ordentlich geworden, ohne dabei jedoch auch nur in einem Punkt richtig zu glänzen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
86:26 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Adam & Evil - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Adam & Evil
Adam & Evil

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Hirn aus, Film ab - und es gibt spannende Unterhaltung. Aber bitte das Nicht-Nachdenken nicht vergessen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 2004
Regie:
Andrew Van Slee
Drehbuch:
Andrew Van Slee
Darsteller:
Sean Arnfinson, Lynsey Brothers, Erica Cerra, Clayton Champagne, Jeffrey Fisher, Jodie Graham, Brody Harms, Barbara Kottmeier

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
28.02.2005