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Die Welt in 10 Millionen JahrenAbgehört - Trau niemals einem CopNine

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DVD-Besprechung - Alexander (Premium Edition)

Story:
Alexander (Colin Farrell) ist Sohn von König Philipp (Val Kilmer) und der mysteriösen Olympias (Angelina Jolie). Nach dem Tod seines Vaters wird er zum König Makedoniens ernannt und mit der dadurch gewonnenen Befehlsgewalt über ein riesiges Heer macht sich der Herrscher auf, die unbesiegbar erscheinende Armee Persiens anzugreifen, um deren Hauptstadt, das prächtige Babylon, zu seiner neuen Heimat zu ernennen. Nach der großen Schlacht ist im von jugendlicher Unzähmbarkeit und Zügellosigkeit beherrschten Kriegsherren weiterer Tatendrang vorhanden und es dürstet ihn nach weiteren Abenteuern und Eroberungen - schließlich will Alexander die ganze ihm bekannte Welt unter seiner Regierungsgewalt vereinigen.

Meinung zum Film:
Nachdem schon Wolfgang Petersen mit "Troja" derbe Kritiken auf Grund seiner teils recht freien Auslegung der Geschichte um den Helden Achilles und die Erstürmung der antiken Metropole geerntet hat, waren viele mehr als gespannt, ob es Oliver Stone ("JFK", "Platoon") mit seiner Verfilmung der Biographie eines der größten griechischen Helden besser machen würde. Diese Last mag es vielleicht gewesen sein, die ihn dazu verleitete, dermaßen viele Details und Feinheiten aus dem Leben Alexander des Großen in diese Geschichte einfließen zu lassen, dass der Regisseur gleich einen Erzähler einbaute, der einem die ganzen nicht im Bild gezeigten Momente erklärend näher bringt. Dadurch ergibt sich nun allerdings das Problem, dass man vor allem zu Beginn dermaßen mit Fakten, Daten und Geschehnissen bombardiert wird, dass man sich wie auf der harten Sitzbank einer Elite-Universität fühlt. Um wirklich alles verstehen zu können, darf man zu keiner Sekunde, die der Erzähler im Film spricht, auch nur das kleinste bisschen unaufmerksam sein.

In Bezug auf die Überfrachtung und die Aufteilung zwischen Gezeigtem und Erzähltem kann man das Drehbuch schon als desaströs betrachten. Denn während spannende und entscheidende Momente nüchtern durch den Erzähler dargebracht werden, sieht man im Bild regelmäßig immer wieder die gleichen Szenen, nur an anderen Orten, mit kleineren Abänderungen. Alexander entdeckt oder erobert eine neue Welt, unterhält sich mit seinem Freund Hephaisteon über die Probleme seines Lebens und es kommt in irgendeiner Weise immer wieder die Beziehung und der Einfluss seiner Mutter zum tragen. Der Erzähler berichtet dann wiederum über die charakterliche Entwicklung Alexanders, da die Bilder dies schlichtweg nicht schaffen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Film zudem nüchtern und wenig ergreifend wirkt. Nicht einmal, wenn der Feldherr seine Truppen abreitet, um sie vor dem Kampf zu motivieren, kann dies den Zuschauer mitreißen. Wagt man es, diese Szene mit dem Anfeuern durch Mel Gibson in "Braveheart" oder Viggo Mortensen im "Herr der Ringe" zu vergleichen, wirkt es nur wie ein lauer Wind, wo ein tosender Orkan notwendig gewesen wäre. Aber es liegt nicht unbedingt nur an Hauptdarsteller Colin Farrell ("Minority Report", "The Recruit - Der Einsatz"), der in der Rolle des Feldherren nie so recht passen will, dass diese Szene nicht so recht funktioniert. Es fehlt zusätzlich auch die passende musikalische Untermalung, die den ganzen Film über nicht sehr zur Entstehung der rechten Stimmung beitragen will. Komponist Vangelis ("1492") hat für "Alexander" eindeutig einen seiner durchschnittlichsten Scores abgeliefert.

Colin Farrell hat in einigen Szenen sichtlich Probleme, seinen Charakter authentisch rüberzubringen. Die Szene, in der er mit seiner Mutter ein Gespräch unter vier Augen führt, wirkt einfach nur lächerlich. Wenn er dann allerdings Wutausbrüche und Stärke zu verkörpern hat, glänzt er wiederum und ist ganz der Held, den man in dem großen Krieger sehen kann. Für gute Momente sorgen auch Jared Leto ("Requiem for a dream") als Hephaisteon, Angelina Jolie ("Tomb Raider") als Olympias und Sir Anthony Hopkins ("Das Schweigen der Lämmer") als Erzähler, die ihre Rolle mit ausreichend Leben ausfüllen. Die Schlachtszenen sehen auch gut und opulent gefilmt aus und stellen kleine Highlights dar. Allerdings ist es störend, dass die Kämpfe in leichtem Zeitraffer gezeigt werden, was die Hektik großer Schlachten wahrscheinlich spürbar werden lassen soll, aber beim Zuschauen nicht unbedingt für Wohlgefallen sorgt. Daneben sind es die Kulissen und einige Kameraeinstellungen und -fahrten, die abschließend positiv im Gedächtnis bleiben, wenn man dieses dreistündige Mammutwerk hinter sich gebracht hat. Oliver Stone ist vorzuwerfen, dass er diese Zeit mit zu viel unnötigem Gerede füllte, das den Film und die Charaktere kaum einen Deut weiter bringt, dafür dann aber einen Erzähler einbaute, um G

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild von Alexander lässt ein klein wenig zu wünschen übrig. Vor allem in Bezug auf Details erreicht es lediglich einen sehr unterdurchschnittlichen Wert und auch kleinere Probleme durch die Kompression sind immer mal wieder auszumachen. Gut gefallen können vor allem die kräftigen Farben, die den teils opulenten Bildern sehr zu gute kommen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 und dts ist klar verständlich abgemischt und bietet auch teilweise eine recht gute Dynamik im Surroundbereich. Vollends ausgeschöpft wurden die Surround-Möglichkeiten allerdings nicht.

Als Bonus gibt es einen sehr interessanten Audiokommentar mit Regisseur Oliver Stone und dem Historiker Robin Lane Vox, dessen Buch für Stone die Alexander-Bibel während des Drehs war. Dementsprechend fundierte Hintergründe gibt es auch hier zu erfahren. Auf der Bonus-DVD gibt es eine sehr ausführliche Dokumentation über den Dreh des Filmes, es gibt eine ganze Reihe ausführlicher Interviews mit fast allen Beteiligten am Film, die einen Namen in der Branche haben. Es folgt eine historische Zeitlinie des Feldherrn, bei der man sich Audiobeiträge zu den entsprechenden Stationen in seinem Leben anhören kann. Es folgen Eindrücke vom Dreh, ein Bericht über die Deutschlandpremiere des Films im Kölner Cinedom und abschließend noch eine ganze Reihe Filmografien. Eine Zusammenstellung, die den Namen Premium-Edition verdient.

Fazit:
Oliver Stone versucht das Leben Alexanders in seiner ganzen Fülle in einen Film zu packen. Seinen Fokus legt er dabei aber auf die falschen Momente und bessert die langatmigen, mit steigendem Wiederholungswert behafteten Bilder durch einen Erzähler nach, der dann wiederum so viel Fakten einbringt, dass diese teilweise nur sehr schwer zu verarbeiten sind. Da reichen auch die teils opulent eingefangenen Szenen und die prachtvollen Kulissen nicht aus, um diese knapp 3 Stunden zu einem kurzweiligen Filmerlebnis werden zu lassen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
168:49 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Oliver Stone und Robin Lane Vox
  • Dokumentarfilm "Kampf gegen die Zeit: Oliver Stones Alexander"
  • Auf den Spuren Alexander des Großen
  • Featurette
  • Interviews
  • Filmografien
  • Blick hinter die Kulissen
  • Premierenimpressionen
Alexander (Premium Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Alexander
Alexander

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Opulente Bilder und Kulissen mit einer B-Picture-Dramaturgie


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / UK / Deutschland / Niederlande, 2004
Regie:
Oliver Stone
Drehbuch:
Oliver Stone, Christopher Kyle, Laeta Kalogridis
Darsteller:
Colin Farrell, Angelina Jolie, Sir Anthony Hopkins, Val Kilmer, Jared Leto, Rosario Dawson, Christopher Plummer, Erol Sanders

Label Deutschland :
Constantin Film
Verleihstart Deutschland :
12.05.2005
Verkaufsstart Deutschland :
25.05.2005

Vertrieb Schweiz :
Rainbow Home Entertainment AG
Verleihstart Schweiz :
12.05.2005
Verkaufsstart Schweiz :
25.05.2005