 |
Blu-ray-Besprechung - Lake of the Dead
Story:
Durch die Errichtung eines Damms wurde das kleine Dorf Marinbad langsam geflutet. 40 Jahre später sind in Debaria, einem nahe den Stränden des entstandenen Sees gebauten Städtchens Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich der Flutung in vollem Gange. Mysteriöse Todesfälle könnten die Planungen trüben, doch die Stadtväter sind festen Entschlusses, sich von nichts und niemandem die Feierlaune verderben zu lassen.
Meinung zum Film:
Mit seinem nur auf höchst wenig Gegenliebe stoßenden "Rottweiler" hat Regisseur Brian Yuzna einiges von dem Kredit verspielt, den er sich mit Filmen wie "Bride of Re-Animator", "Dark Society" oder "The Dentist" bei den Horrorfans erworben hat. Zusammen mit dem spanischen Erfolgsproduzenten Julio Fernández, der sich unter anderem auch für die 6-teilige "The Horror Anthology"-Serie und "Fragile" von Jaume Balagueró verantwortlich zeigte, startete er den Versuch, zumindest einen Teil der verlorenen Sympathien zurück zu gewinnen. Dem vorliegenden "Lake of the Dead", der auf DVD unter dem Titel "Beneath still waters" erschien, liegt ein Roman von Matthew Costello zu Grunde, der in den Pionierzeiten der CD-ROM für den PC mit der Geschichte zu dem gefeierten Adventure "7th Guest" auf sich aufmerksam machte.
Woran es trotz der guten Vorsätze letzten Endes liegt, dass "Lake of the Dead" nicht recht überzeugen kann, ist schwer zu sagen. Doch die Tatsache, dass mit Mike Hostench und Ángel Sala zwei Neulinge die Drehvorlage lieferten, ist sicherlich kein unwesentlicher Grund für das schleppende Ergebnis. Woran es dem Film eindeutig fehlt ist eine fesselnde Geschichte mit Erzählfluss. Letzterer will sich nie so recht einstellen und die Geschehnisse wirken wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die genauso gut auch allein für sich stehen könnten. Durch die wenig ansprechende Erzählweise ergibt sich dann auch das Problem, dass sich keine echten Helden heraus kristallisieren können, mit denen es sich anbieten würde mitzuzittern. So ist es dem Zuschauer weitestgehend egal, wer nun am Ende überleben wird, was wiederum fatal für einen Horrorthriller ist.
Dass es erzählerische Probleme in Horrorfilmen gibt, ist bekannterweise nicht unbedingt immer gleichbedeutend mit dem Misslingen des Films. Denn mit einer fesselnden Atmosphäre und reichlich an den Nerven zehrenden Spannungsmomenten kann hier einiges wieder wettgemacht werden. Doch auch in diesem Punkt hat "Lake of the Dead" nicht sonderlich viel zu bieten. Dem Mysterium um das geflutete Dörfchen wird zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet, der Bösewicht erscheint wie eine billige Wühltischkopie des Tallman aus "Das Böse" und die Bedrohung wird abwechselnd entweder so subtil oder platt präsentiert, dass auch hier echte Spannung mit dem Mikroskop gesucht werden muss. Erst in der letzten Viertelstunde zeigt der Film, dass durchaus Potential im Plot vorhanden ist, dieses aber durch reichlich handwerkliche Missgeschicke nicht zur Entfaltung kommen kann. Sowohl Regisseur Brian Yuzna aber vor allem auch Produzent Julio Fernández haben schon deutlich bessere Werke auf das Publikum losgelassen und aus spanischen Landen ist der Zuschauer vor allem in Sachen Horror einiges mehr an Unterhaltungsqualität gewöhnt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild bietet gute Werte. Die Schärfe bewegt sich fast durchweg auf einem guten Durchschnittslevel, teilweise ist dabei aber auch feines Rauschen zu erkennen. Die Farben sind abwechselnd natürlich strahlend und mit erdigen Filtern betont. Der deutsche Ton in DTS HD Master Audio 5.1 ist gut verständlich, macht aber nur höchst selten von den Effektmöglichkeiten Gebrauch.
Die Extras sind identisch mit denen der „Beneath still waters“-DVD. So erzählt Regisseur Brian Yuzna in einem fast 30-minütigen Interview von der Herausforderung, aus der Romanvorlage einen Film mit begrenztem Budget zu machen. Es folgen noch zwei knapp 10-minütige Interviews mit zwei der Hauptdarsteller und ein Making Of, das größtenteils aus Bildern vom Dreh mit Teilen der bereits separat vorliegenden Interviews besteht. Die auf dem Cover angekündigte Bildergalerie war in den Auswahlmenüs nicht zu finden.
Fazit:
"Lake of the Dead" ist ein weiterer Beitrag Brian Yuznas zu der Kategorie "Filme, die selbst der Horror-Alles-Seher nicht braucht". Weitgehend spannungsarm und mit einer holprigen Story voller eindimensionaler Charaktere versehen, sollte der Film am besten das gleiche Schicksal wie Marinbad erleiden und von Wassermassen auf ewig begraben werden.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
96:14 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
- Making Of
- Interviews mit Brian Yuzna, Raquel Merono und Michael McKell
- Trailer
|
|  |
Beneath Still Waters
Bajo aguas tranquilas
Möge auch der Film in den Tiefen eines Sees auf ewig verschwinden
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien, 2005 Regie: Brian Yuzna Drehbuch: Mike Hostench, Ángel Sala (nach einem Roman von Matthew Costello) Darsteller: Michael McKell, Raquel Meroño, Charlotte Salt, Patrick Gordon, Diana Peñalver
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 26.11.2009
|