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DVD-Besprechung - Black Box (SE)
Story:
Nach einem Autounfall wacht Arthur Seligman (José Garcia) in einem Krankenhaus aus seinem Koma auf. Er kann sich nicht mehr an die genauen Umstände des Unfalls erinnern und auch die Zeit davor ist nicht gerade greifbar für ihn. Doch die Krankenschwester Isabelle (Marion Cotillard) hat die Worte, die Arthur in der Zeit seiner Bewusstlosigkeit unbewusst von sich gegeben hat notiert und sie dienen ihm nun als Wegweiser zurück zu seinem Leben vor dem Unfall.
Meinung zum Film:
"Wenn ich groß bin, werde ich ein Spaghetti-Schnitter. Das ist ein guter Beruf, Spaghetti-Schnitter. RP 50. RP 50. RP 50. Holzkopf! Holzkopf! So hat sie mich immer genannt, die alte Hexe! Holzkopf! Es gibt kein Texas. Sie hat mich vergewaltigt. Kinder sind heilig. Kleiner Scheißer. Sylvain Ganem will mich umbringen." Das sind die Worte, die den aus dem Koma erwachten Arthur Seligman in "Black Box" beschäftigen. Wie eine Mischung aus David Lynchs "Lost Highway" und Cameron Crowes "Vanilla Sky" erzählt der französische Regisseur Richard Berry, der ansonsten eher als Schauspieler ("Ruby & Quentin") in Erscheinung trat, ein schnell in seinen Bann ziehenden Mysterythriller. Vor allem in visueller Hinsicht hat der Film einiges zu bieten und die Suche nach der Wahrheit hinter den einzelnen Gedächtnisfragmenten wird wie die Jagd von Fred Madison nach dem Hintergrund des Satzes "Dick Laurent ist tot!" oder David Aames Suche nach dem wahren Gesicht hinter der Maske präsentiert.
Die erste Hälfte des Films wird in überwiegend kraftlosen Farben präsentiert, die dunkel und durch leichte Überbetonung von Grüntönen ein wenig dreckig erscheinen. Die Schnitte und Szenenwechsel erfolgen schnell, weswegen es keinen sanften Erzählfluss in der Geschichte zu geben scheint. Doch es gibt einen Grund hierfür, der mit der zweiten Hälfte des Filmes offenbar wird. Ab hier werden die Bilder in den Farben natürlicher und auch der Erzählfluss wird wesentlich flüssiger. Figuren aus der ersten Hälfte des Films tauchen zu diesem Zeitpunkt erneut auf, allerdings in anderen Funktionen und teils auch mit anderen Verhaltensmustern. Das Mysteryspiel, das bis zu diesem Zeitpunkt geboten wird, ist erstklassig.
Allerdings beginnt der Film mit der zweiten Hälfte sich auch immer weiter vom Mysteriösen zu entfernen. Immer mehr steuert die Geschichte zu einer bodenständigen Lösung hin, die letzten Endes beim Abspann auch dafür sorgt, dass die Faszination der Bilder durch den Plot doch reichlich geschmälert wird. Einige Punkte der ersten Hälfte spielen kaum noch eine Rolle und die Hintergründe für das Finale können im besten Falle als konstruiert betrachtet werden, auf den Punkt gebracht aber wohl als schlichtweg lächerlich. Leider haben es der Regisseur und sein Co-Drehbuchautor Eric Assous ("Die verbotene Frau") nicht geschafft, die überaus gelungene und faszinierende Optik des Films bis zum Ende in der Geschichte wiederzuspiegeln, was wirklich äußerst bedauerlich ist. Mit einer weniger bodenständigen Auflösung hätte "Black Box" ein ganz großer Film des Mysterythriller-Genres werden können. So schafft er dies nur in der ersten Hälfte, während er beim Starten des Abspanns ein wenig enttäuscht.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist abgesehen von den gewünschten Verfremdungen im Bild gut gelungen und hinterlässt keinerlei negative Eindrücke. Gleiches gilt für den gut verständlichen deutschen Ton in Dolby Digital 5.1, der auch immer wieder im hinteren Bereich auf sich aufmerksam macht.
Als Extra gibt es ein sehr ausführliches Making Of von rund 50 Minuten, das sich mit der Entstehung und den Ideen zum Film beschäftigt. Es folgt noch ein alternatives Ende von rund 6 Minuten, in dem aber allein 4 Minuten Abspann zu sehen sind. Das Ende an sich ist wesentlich offener als das letzten Endes im Film genutzte, in seiner Wirkung aber auch nicht unbedingt besser.
Fazit:
"Black Box" ist in der ersten Hälfte ein hervorragender Mysterythriller, dem mit der zweiten Hälfte und der eintretenden Bodenständigkeit allerdings immer mehr die Luft ausgeht, bevor er in einem sehr unglaubwürdigen Finale endet. Wären den Machern hier nicht die guten Ideen ausgegangen, der Film hätte ein Highlight werden können. Sehenswert ist er aber trotzdem, alleine schon wegen seiner gelungenen Optik.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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87:30 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Alternatives Ende
- Making Of
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Black Box
La Boîte noire
Verwirrender Mysterythriller, dessen Ende allerdings einiges seiner Faszination wieder zunichte macht
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2005 Regie: Richard Berry Drehbuch: Richard Berry, Eric Assous (nach einer Kurzgeschichte von Tonino Benacquista) Darsteller: José Garcia, Marion Cotillard, Michel Duchaussoy, Bernard Le Coq, Héléna Noguerra, Gérald Laroche, Marysa Borini
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 07.02.2007
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