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DVD-Besprechung - Black Cadillac

Story:
Nachdem die Teenager Scott (Shane Johnson), C.J. (Josh Hammond) und Robby (Jason Dohring) in einer abgelegenen Kneipe eine Schlägerei angezettelt haben, treffen sie auf ihrer Flucht vor den Gegnern auf den Polizisten Charlie (Randy Quaid), der eine Autopanne hat. Da weit und breit keine Hilfe für ihn in Sicht ist, erklären sie sich bereit, ihn in der nächsten Stadt abzusetzen. Doch auf einmal taucht ein unheimlicher schwarzer Cadillac auf, der sich ihnen immer wieder in den Weg stellt und zu einer Bedrohung für die Jugendlichen wird.

Meinung zum Film:
Autofahrer, die von anderen Verkehrsteilnehmern verfolgt und durch aggressive Fahrweise bedroht werden, gab es schon einige. Aber egal, ob Steven Spielberg den Reisenden Dennis Weaver von einem Truck in den Wahnsinn trieben oder ob John Dahl sein Trio bestehend aus Steve Zahn, Paul Walker und Leelee Sobieski von einem wütenden Trucker lebensbedrohlich attackieren ließ, stets war es die Gesichtslosigkeit des Verfolgers, die zu einem großen Teil für die bedrohliche Stimmung sorgte. Der auf dem Covertext angestrebte Vergleich mit John Carpenters Monsterauto "Christine" hinkt allerdings gewaltig, da der schwarze Cadillac nichts mit übernatürlichen Autos zu tun hat und dies bereits früh in einer Szene zu erkennen ist, wo eine rauchende Fahrersilhouette am Steuer sitzt.

Der Beginn des Films ist allerdings ein wenig schleppend. Die Schlägerei in dem Road House, die anschließende Fahrt der Teenager und das Kennen lernen von Charlie erscheinen ein wenig zäh, was vor allem an den etwas künstlich wirkenden Dialogen liegt, die so ziemlich jede Natürlichkeit vermissen lassen und das obercoole Klischee des gerade in der Pubertät steckenden Teenagers vollends auskostet. C.J. vertritt den Typus, der durch schockierende Geschichten zeigen will, wie cool er ist und sich dabei mit jedem anlegt. Scott ist der smarte Highschool-Quarterback, der die entstandene Schlägerei gleich im Alleingang erledigt. Robby stellt dann letzten Endes die verklemmte Jungfrau im Trio dar, die endlich zum Stich kommen möchte. Durch diese klischeehafte Überzeichnung der Charaktere geht dem Film ein ganz großes Stück an Unterhaltungspotential verloren, da sich mit den unsympathischen Teenagern nur die wenigstens identifizieren können und sich dadurch auch ein klein wenig Gleichgültigkeit hinsichtlich ihres Schicksals ergibt.

Wo es der Film allerdings durchaus versteht zu überzeugen, ist bei der gnadenlosen Hetzjagd. Die Angriffe durch den schwarzen Cadillac, die Frage, ob Charlie in das Geschehen verstrickt ist und welche Rolle ihm im Film noch zukommen wird, sowie die sich immer wieder zuspitzende Gefahr für die Teenager können eine unheilvolle Atmosphäre aufbauen. Würde diese nicht immer wieder durch die Charaktere deutlich nach unten korrigiert, hätte "Black Cadillac" sicherlich ein Volltreffer in Sachen spannender Unterhaltung sein können. So reicht es allerdings nur zu durchschnittlicher Unterhaltungskost, ohne nennenswerten Langzeitwert. Vor allem auch, da das Ende ein klein wenig aus den Fingern gesogen erscheint, aber zumindest noch so gerade eben hingenommen werden kann. Nicht lange, nachdem die DVD aus dem Player genommen wurde, dürfte "Black Cadillac" auch wieder in Vergessenheit geraten. Bereuen werden es aber trotzdem wahrscheinlich nur die Wenigsten, ihn sich angesehen zu haben.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist maximal durchschnittlich gelungen. In den meist im Dunklen spielenden Szenen gehen Details verloren und der Gesamteindruck ist zusätzlich ein wenig verwaschen. Der deutsche Ton in dts oder Dolby Digital 5.1 kann da schon wesentlich mehr überzeugen und macht regelmäßigen Gebrauch von den hinteren Lautsprechern.

Das rund 45 Minuten dauernde Making Of beginnt damit, wie der Regisseur darüber berichtet, wie aus einer eigenen Erfahrung heraus das Drehbuch entstand und erzählt anschließend über die einzelnen Entstehungsphasen des Films. Weitere Einblicke gibt es im Audiokommentar mit Regisseur John Murlowski, Drehbuchautor Will Aldis und Kameramann und Produzent Steven Douglas Smith, der allerdings nur in englischer Sprache ohne Untertitel vorliegt. Es folgen noch knapp 3 Minuten nicht verwendeter Szenen mit deutschen Untertiteln und der Trailer zum Film.

Fazit:
"Black Cadillac" kann in den bedrohlichen Szenen durch das dunkle Gefährt klar punkten. Doch vor allem durch eine klischeehafte Überzeichnung der kaum sympathischen Helden landet er letzten Endes auf der Nulllinie der spannenden Unterhaltung. Ein Film, den man sich sicherlich gut ansehen kann, dies aber höchstwahrscheinlich nur einmalig.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
88:43 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur John Murlowski, Drehbuchautor Will Aldis und Kameramann und Produzent Steven Douglas Smith
  • Making Of
  • Deleted Scenes
  • Trailer
Black Cadillac - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Black Cadillac
Black Cadillac

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Der spannenden Verfolgungsjagd stehen oftmals die platten Charaktere im Weg


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2003
Regie:
John Murlowski
Drehbuch:
John Murlowski, Will Aldis
Darsteller:
Randy Quaid, Shane Johnson, Josh Hammond, Jason Dohring, Adam Vernier, Kiersten Warren, Taylor Stanley, Kelly Mullis

Label Deutschland :
Bronson Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
26.01.2007