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DVD-Besprechung - Dave ChappelleÂ’s Block Party

Story:
Dave Chappelle hat in den Straßen von Brooklyn zu einem großen Konzert geladen, die Künstler hierzu selbst ausgewählt und auch die Freikarten unter den verschiedensten Menschengruppen verteilt. Während der Vorbereitungen und während des Konzerts wurde er von einer Kamera begleitet und die Aufnahmen, die dabei entstanden, sind nun in dieser Dokumentation zu sehen.

Meinung zum Film:
Dave Chappelle wurde 1992 von Whoopi Goldberg entdeckt und bekam durch sie die Chance, richtig ins große Showgeschäft einzusteigen. Es folgten Auftritte in Filmen wie "Con Air" und "Half Baked" bis er 2003 seine eigene Show mit dem simplen Namen "Chappelle's Show" bekam, die äußerst erfolgreich wöchentlich auf Central Comedy lief. 3 Jahre später stieg er überraschend für die meisten aus dem mit 50 Millionen Dollar dotierten Vertrag aus, obwohl die Show weiterhin sehr erfolgreich lief und Woche für Woche hinreichend Zuschauer vor die Bildschirme lockte. Grund für seinen Ausstieg war eine zu große Einflussnahme der Produzenten auf den Inhalt der Beiträge, mit deren Ergebnis er sich immer weniger identifizieren konnte und weswegen er generell unzufrieden war. Wesentlich wohler muss er sich bei seiner Block-Party gefühlt haben, für die er einige Größen des Rap/HipHop-Geschäfts in Brooklyn versammelte, um mit ihnen an einer Straßenkreuzung eine große Party zu feiern. Hierzu lud er höchstpersönlich Nachbarn, Freunde und wildfremde Menschen ein.

Festgehalten wurden die Vorbereitungen zum Event und das Konzert selbst vom französischen Regisseur Michel Gondry, der mit Musikclips für Björk, Massive Attack und den Chemical Brothers bekannt und durch "Vergiss mein nicht" mit Kate Winslet und Jim Carrey auch im Filmgeschäft erfolgreich wurde. Die Aufnahmen zeigen neben millionenschweren Künstlern wie Kayne West und Mos Def als Höhepunkt am Ende des Events auch die Fugees, die nach rund 10 Jahren wieder gemeinsam auf der Bühne standen, nachdem Wyclef Jean, Lauryn Hill und Pras Michel zwischenzeitlich mit äußerst erfolgreichen Projekten längst ihre Solokarrieren gefestigt hatten. Neben den großen Namen standen aber auch kleinere Bands aus der Umgebung auf der Bühne und Dave Chappelle ließ es sich nicht nehmen, für eine Brassband aus seiner Heimat einen Bus zu chartern, damit diese ebenfalls an dem Event teilnehmen konnten.

Die Mischung bei der Aufarbeitung der Bilder ist äußerst gut gelungen. Im Wechsel werden immer wieder Szenen aus den Vorbereitungen gezeigt, bei denen auch reichlich Beteiligte zu Wort kommen und ihre Sicht auf das Konzert präsentieren, gefolgt von Ausschnitten aus dem Konzert selbst, nebst Eindrücken von dem, was hinter der Bühne vor sich ging. Hier mischen sich dann die berühmten Namen mit dem gewöhnlichen Menschen von der Straßen und dem kleinen Musiker vom Block, was zu manch witzigem und nettem Moment führt. Wer generell mit dieser Art Musik nichts anfangen kann, wird sicherlich auch nicht sonderlich viel mit "Dave Chappelle"s Block Party" anfangen können, da die Musik schon einen großen Teil der Laufzeit einnimmt. Allerdings gibt es auch einige Geschichten am Rande zu erfahren, in denen Menschen über ihr Schicksal berichten und auch so manch nicht ganz alltägliche Lebensansicht zum Vorschein kommt. Natürlich gibt es auch eine gehörige Portion Dave Chappelle zu erleben, in der dieser mit seinen witzigen Kommentaren und seinem kleiner Jungen-Charme für einige Lacher sorgt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für eine Dokumentation gut gelungen und es gibt keinerlei Anlass zum Klagen. Der Ton liegt lediglich in englischer Sprache in Dolby Digital 5.1 vor, ist dabei aber gut zu verstehen und lässt bei der Musik auch vereinzelt aus dem hinteren Bereich Töne erklingen. Es liegen optionale deutsche Untertitel vor.

Bonusmaterial ist reichlich auf der DVD enthalten. Ein rund 30-minütiges Making Of blickt hinter die Kulissen der Entstehung und bietet vor allem in einigen Interviews Meinungen und Ansichten zur großen Party. In "Ohio Players” werden die lokalen Künstler vorgestellt, die sich mit den Stars die Bühne teilten. Es gibt 4 Songs des Events in längeren Musikszenen und rund 7 Minuten deleted Scenes am Stück zu sehen. Im Interview mit Regisseur Michel Gondry wirkt dieser ein wenig bissig zu Beginn, kann aber im weiteren Verlauf auch einiges zu seinen Eindrücken und seinen Zielen mit der Doku vermittelt. Gleiches gilt für Interviews mit den Stars, wo vor allem Dave Chappelle über seine Sicht auf und seine Intention beim Planen des Events berichtet. Die Abschlüsse bilden eine Fotogalerie und der Trailer zum Film.

Fazit:
"Dave Chappelle"s Block Party" ist für Anhänger des Rap/HipHop und/oder des Humors von Standupcomedian Dave Chappelle klares Pflichtprogramm. Aber auch wer eher wenig mit beidem anfangen kann, diesen aber generell nicht abweisend gegenüber steht, sollte durchaus einen Blick riskieren, da es einige nette Geschichten aus dem Leben zu erleben gibt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,85:1
1,85:1
98:45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Keine Sprachen und Tonformate vorhanden.
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Ohio Players
  • Längere Musikszenen
  • Deleted Scenes
  • Interview mit Regisseur Michel Gondry
  • Interviews mit den Stars
  • Fotogalerie
  • Traile
Dave Chappelles Block Party - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Dave Chappelle's Block Party
Dave Chappelle's Block Party

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine gesperrte Straßenkreuzung, die Wiedervereinigung der Fugees und Dave Chapelle mittendrin


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Michel Gondry
Drehbuch:
David Chappelle
Darsteller:
David Chappell, Erykah Badu, Mos Def, Kayne West, The Fugees, Common, Dead Prez, Erykah Badu, Jill Scott, The Roots

Label Deutschland :
Arthaus
Verkaufsstart Deutschland :
09.03.2007