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DVD-Besprechung - Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit

Story:
ATF-Fahnder Doug Carlin (Denzel Washington) findet bei der Untersuchung eines Bombenattentats auf einen Ausflugdampfer merkwürdige Hinweise in der Wohnung von Claire Kuchever (Paula Patton), einer offensichtlich in Zusammenhang mit dem Anschlag stehenden Toten. Agent Pryzwarra (Val Kilmer), ein alter Bekannter von Carlin bittet ihn, bei den Ermittlungen mit einem speziellen Team zusammen zu arbeiten, das in der Lage ist, exakt 4 Tage und 6 Stunden in die Vergangenheit zurück zu schauen. In einem Umkreis von einigen Meilen können sie sich dabei frei in den Ereignissen bewegen und man versucht auf diesem Wege, hinter die Identität des Täters zu kommen und ihn zu stellen.

Meinung zum Film:
In "Déjà Vu" arbeiten Regisseur Tony Scott ("Domino") und Hauptdarsteller Denzel Washington ("Training Day") nach "Crimson Tide" und "Mann unter Feuer" bereits zum 3. Mal zusammen. Das Drehbuch zu diesem mit leichtem Hang zur Science Fiction veranlagten Thriller schrieb der erfahrene Terry Rossio ("Fluch der Karibik", "Die Legende des Zorro") zusammen mit dem Neuling Bill Marsilii. Ihre Geschichte hat durch das Durchschreiten der Zeitbarrieren zwangsläufig gewisse Logikbrüche. Um Spaß an dem Film haben zu können ist es somit definitiv zwingend erforderlich, die massenweise vorhandenen Zeitparadoxen links liegen zu lassen und sich voll und ganz der Action und der Spannung hinzugeben. Wer dazu bereit ist, wird mit einer temporeichen Täterjagd belohnt, die zudem auch optisch einiges zu bieten hat.

Tony Scott gehört zweifelsohne zu den Regisseuren, die für ihre Bildsprache bekannt sind, damit aber auch nicht immer unbedingt auf Gegenliebe stoßen. Nachdem Scott in "Mann unter Feuer" in großem Maße und bei "Domino" ein klein wenig dosierter mit Farbfiltern und Verfremdungen die Optik in den Vordergrund seines Filmes stellte, zügelte er sich bei "Déjà Vu" deutlich. Abgesehen von gelegentlich genutzten, dezenten Farbfiltern und einer deutlich ruhigeren Schnittweise ist es nur noch die ruhelose Kamera, die seine Handschrift deutlich erkennen lässt, dem Film dadurch aber zusätzlich Tempo verleiht. Interessant gelungen ist dem Regisseur der visuelle Blick in die Vergangenheit, bei dem die Geschehnisse aus einer voyeuristischen Perspektive von einer schwebenden Kamera eingefangen werden. Hierbei entsteht ein beklemmender Eindruck der totalen Überwachung, wie ihn schon George Orwell in seinem vielfach zitierten "1984" präsentierte, hier allerdings mit einem actionorientierten Unterton.

Die physikalischen Erklärungen für den Blick in die Zukunft und wie dieser möglich ist sollte keine Sekunde genauer betrachtet werden, da diese schneller in sich zusammenbricht als ein Kartenhaus im Orkan. Wenn die Ereignisse voranschreiten und die Möglichkeiten des Zeitfensters näher auf ihre Möglichkeiten untersucht werden, ist es dann komplett vorbei mit Logik. Doch wo die Logik endet übernimmt die Spannung das Feld und lässt kaum Zeit zum Nachdenken über die Plotlächer. Denzel Washington kann wieder einmal als smarter Ermittler mit dem Willen, sein Ziel zu erreichen überzeugen und in seinen Bann ziehen. James Caviezel ("Die Passion Christi") ist nicht minder erfolgreich in der Darstellung des Täters, während Paula Patton ("Hitch - Der Date Doktor") einen guten Eindruck als Opfer abgibt, dessen letzte Tage über das Zeitfenster miterlebt werden können. Abgerundet wird das Darstellerensemble durch Adam Goldberg ("Man about town") als leitender Wissenschaftler, Val Kilmer ("Heat") als Leiter des geheimen Ermittlerteams und Bruce Greenwood ("I, Robot") als FBI-Agent.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck und lässt keinen Raum für Kritik, selbst die von Farbfiltern geprägten Bilder sind gut auf das digitale Medium gebannt worden. Gleiches gilt für den deutschen Ton in Dolby Digital 5.1, der ein weitläufiges Räumlichkeitsgefühl erweckt und die Action auf dem Schirm bestens unterstützt.

Das Extra "Zeitfenster" mit einer Laufzeit von rund 30 Minuten kann entweder eingebunden im Film oder aber über ein Index-Menü direkt angesehen werden. Beim "Zeitfenster" im Film werden vor den entsprechenden Szenen die jeweiligen Making-Of-Beiträge direkt vor der fertigen Szene gezeigt. Es folgt noch eine erweiterte Szenen mit einer Laufzeit von lediglich 1:20 Minuten, die mit einem optionalen Kommentar von Regisseur Tony Scott angesehen werden kann. Insgesamt ist das Bonusmaterial relativ mager für einen aktuellen Blockbuster.

Fazit:
Vergessen sie alles, was sie über Physik und Raum-Zeit-Kontinuums wissen und genießen sie "Déjà Vu" als das, was er ist, ein fesselnder Actionthriller, der mit der gewohnt durchdachten Tony-Scott-Optik in seinen Bann zieht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
121:16 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Zeitfenster - Making Of
  • Erweiterte Szene "Nach der Fährenkatastrophe" mit optionalem Kommentar von Regisseur Tony Scott
Dj Vu - Wettlauf gegen die Zeit - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit
Deja Vu

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Inhaltlich alles andere als logiksicher, von der Action und Spannung aber absolut empfehlenswert


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Tony Scott
Drehbuch:
Bill Marsilii, Terry Rossio
Darsteller:
Denzel Washington, Paula Patton, Val Kilmer, James Caviezel, Adam Goldberg, Elden Henson, Erika Alexander, Bruce Greenwood

Label Deutschland :
Buena Vista Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
10.05.2007