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DVD-Besprechung - Ein gutes Jahr
Story:
Max Skinner (Russell Crowe) ist ein gleichermaßen erfolgreicher und skrupelloser Broker an der Londoner Börse. Als sein Onkel Henry (Albert Finney) stirbt, der ein fester Bestandteil seiner glücklichen Kindheitserinnerungen ist, reist er nach Frankreich auf das geerbte Chateau, um dort den Verkauf des Gutes vorzubereiten. Ein Zwischenfall zwingt ihn, ein paar zusätzliche Tage auf dem Gut in der Provence zu verbringen und mit jeder Stunde, die er dort verweilt, steigen Zweifel in ihm auf, ob er den einzigen Ort, an dem er sich jemals richtig Wohl gefühlt hat, wirklich verkaufen soll.
Meinung zum Film:
"Ein gutes Jahr" ist sicherlich ein eher untypischer Film für Regisseur Ridley Scott, der mit Filmen wie "Blade Runner", "Alien", "Gladiator" oder "Black Hawk Down" zwar durchaus ernste, aber in der Regel eher action- und spannungsorientierte Filme in die Kinos brachte. Von beidem ist hier allerdings nichts zu sehen. Die Stimmung des Filmes ist meist so ruhig und entspannt wie die Landschaft rund um das Chateau. Die Geschichte basiert auf dem Roman "Ein guter Jahrgang" von Peter Mayle ("Mein Jahr in der Provence"), allerdings mit einigen eigenen Interpretationen Scotts, basierend auf dem Kern des Buches. In Zusammenarbeit mit Marc Klein, der schon mit seinem Drehbuch zu "Weil es dich gibt" bewiesen hat, dass er Zwischenmenschliches ansprechend verpacken kann, ohne dabei zu sehr in den Kitsch abzugleiten, entstand eine Geschichte, die ganz in der Tradition der Selbstfindung in der Fremde steht, wie sie unter anderem auch "Unter der Sonne der Toskana" zeigte.
Eine der großen Stärke des Films sind ohne jeden Zweifel seine wunderschönen und zum Träumen einladenden Bilder. Wenn Max Skinner den Ausblick von der Terrasse seines Chateaus genießt, wird auch beim Zuschauer das Fernweh geweckt. In warmen Gelbtönen werden die sonnengefluteten Rebstöcke gezeigt und stellen einen großen Kontrast zu dem in kühlen Blautönen gehaltenen Londoner Alltag dar. "Ein gutes Jahr" vermittelt in seinen Bildern zusätzlich den Charme und die Leichtigkeit, welche das Leben in der Provence verspricht. Der Wechsel von Ruhm zu Lebensqualität spiegelt sich wunderbar im Erscheinungsbild Max' wieder. Sieht man ihn erst nur gepflegt im feinen Geschäftszwirn, wechselt er zunächst in legere Kleidung, um schließlich das Äußere nicht mehr ganz so wichtig zu nehmen und sich mit 3-Tage-Bart und dem, was an Kleidung gerade greifbar ist, zufrieden zu geben.
Russell Crowe ("Gladiator") weiß in der Rolle des Max Skinner vollends zu überzeugen und man nimmt ihm den Wechsel vom aalglatten Börsenhai zum sorglosen Lebensgenießer ab. Einfach wird dieses vor allem auch dadurch, dass es immer wieder Rückblenden in seine Kindheitstage gibt, in denen er zusammen mit seinem Onkel Henry Stunde voller Freude verlebt. Es gibt sicherlich die ein oder anderen Ungereimtheiten im Skript, die aber nicht sonderlich störend ins Gewicht fallen. Das einzige, was bei "Ein gutes Jahr" zählt, ist die Vermittlung eines positiven Lebensgefühls und der Leichtigkeit des Seins. Und genau hier liegt die Stärke des Films, der sicherlich jeden der generell für Filmstoffe dieser Art empfänglich ist, zum Träumen anregt, ihn für knapp 2 Stunden aus dem Alltagsleben reißt und ihn in die träumerische Schönheit eines Chateaus in der Provence entführt. Obwohl der Verlauf der Geschichte im Grunde schon recht früh vorhersehbar ist, wird sich am Ende keiner der Zielgruppe auch nur eine Sekunde gelangweilt fühlen. Weinliebhaber sollten sich einen favorisierten Rebensaft bereitstellen, da sich der Wunsch auf den Genuss eines guten Tropfens garantiert auch bei ihnen einstellen wird.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck. Die Szenen in der Provence kommen mit knackigen Farben daher, während die triste Geschäftswelt gewollt in unterkühlten Blautönen verblasst. Die Details werden mit einer sehr guten Schärfe wiedergegeben. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr klar abgemischt und die Effektlautsprecher werden immer wieder dezent genutzt, um ein feines Räumlichkeitsgefühl entstehen zu lassen. Hier hätte es aber ruhig ein wenig mehr sein dürfen.
Bei den Extras stellt "Postkarten aus der Provence" das Herzstück dar. Dieses beinhaltet ein rund 40 Minuten langes "Behind the Scenes"-Featurette, das entweder in 9 Kapitel unterteilt an passender Stelle im Film gezeigt oder aber am Stück gesehen werden kann. Zusätzlich beinhaltet dieser Punkt noch einen Audiokommentar mit Regisseur Ridley Scott und Drehbuchautor Marc Klein. Es folgen noch 3 Musikvideos von "Russell Crowe & The Ordinary Fear of God", sowie ein kurzes Promo mit einem Dialog zwischen Ridley Scott und Russell Crowe.
Fazit:
"Ein gutes Jahr" ist ein eher untypischer Film von Ridley Scott über einen Aussteiger, der das hektische Treiben an der Börse mit der Ruhe eines Chateaus in der Provence eintauscht. Dabei vermittelt er eine höchst positives Lebensgefühl, das für rund 2 Stunden Urlaub vor dem Bildschirm sorgt. Wer auf diese ruhige Art und Weise bei einem Film abschalten kann, ist hier genau richtig.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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112:46 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- "Postkarten aus der Provence": Audiokommentar mit Ridley Scott und Drehbuchautor Marc Klein und 9 "Hinter den Kulissen"-Featurettes
- 3 Musikvideos von Russell Crowe & The Ordinary Fear of God
- Russell Crowe & Ridley Scott Promo
- Trailer
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Ein gutes Jahr
A good yea
Was nützt das viele Geld, wenn bei der Beschaffung die Lebensqualität verloren geht
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Ridley Scott Drehbuch: Marc Klein (nach dem Roman von Peter Mayle) Darsteller: Russell Crowe, Marion Cotillard, Archie Panjabi, Abbie Cornish, Albert Finney, Freddie Highmore, Didier Bourdon, Isabelle Candelier, Tom Hollander
Label :
20th Century Fox Home Entertainment
Verkaufsstart : 23.04.2007
Vertrieb :
Videophon AG
Verkaufsstart : 23.04.2007
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