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DVD-Besprechung - Five Fingers

Story:
Der junge Holländer Martijn (Ryan Phillippe) reist in das Heimatdorf seiner Freundin Saadia (Touriya Haoud), um dort den Kindern mit einem Ernährungsprogramm zu helfen. Doch in Marokko angekommen, wird er während der Busfahrt zum Zielort entführt und anschließend unter der Führung seines undurchsichtigen Peinigers Ahmat (Laurence Fishburne) gefoltert. Wie es scheint, sehen seine Entführer eine ganz andere Person in ihm, als er sich darstellt. Oder ist der junge Mann vielleicht doch jemand ganz anderes, als er zu sein scheint?

Meinung zum Film:
Was sich an Hand der Beschreibung und auf Grund des blutig aussehenden, in der Tradition der "Saw"-Motive stehenden Covers wie ein harter Thriller anfühlen mag, stellt sich schon recht bald als Kammerspiel mit begrenzter Darstellerriege raus. Im Grunde sind es 3 zentrale Figuren nebst 2-3 Nebencharakteren, die die gesamte Handlung tragen und voranbringen. Aber wie auch Filme wie "Killing Words" oder "Swimming Pool" schafft es auch dieser Film, durch ein gekonntes und interessantes Verwirrspiel zu fesseln. Wer sich auf diese Art intelligenten, fast ausschließlich auf Dialogen basierenden Spannungsfilmen einlassen kann, wird bei diesem zweiten Film von Regisseur und Co-Drehbuchautor Laurence Malkin ("Soul Assassin") bestens unterhalten werden.

Garant für die gute Unterhaltung ist die Geschichte, die von Minute zu Minute immer ein bisschen mehr Hintergrund zu den Protagonisten preisgibt, ohne dabei jedoch zu viel zu vorweg zu nehmen und die Katze zu schnell aus dem Sack zu lassen. Auf Grund verschiedener, angebotener Sichtweisen und immer wieder eingebauten Rückblenden auf das Leben von Martijn werden immer wieder neue Ansätze auf eine mögliche Wahrheit gegeben, die wenige Minuten später allerdings durch eine weitere Blickrichtung wieder erweitert wird. Es ist sicherlich möglich, ab der Mitte des Films den Ausgang zu erahnen, es ist aber genauso gut möglich, dass eine der vielen anderen Möglichkeiten, die angeboten werden, der Wahrheit entspricht. Die Auflösung am Ende ist von daher vielleicht nicht für absolut jeden überraschend, wirkt dafür aber keinesfalls aufgesetzt oder unlogisch und für den Großteil dürfte sie schon eine höchst überraschende Wendung darstellen, die obendrein diskussionswürdig in ihrer Aussage ist.

Die Darsteller legen durchweg eine gute Leistung ab. Allen voran Ryan Phillippe ("L.A. Crash") der nach seinem vollkommen misslungenen Auftritt in "Chaos" beweist, dass er durchaus ein guter Darsteller ist. Er bringt das Leiden und die Verzweiflung seines Charakter sehr nahegehend herüber, kann aber auch die kämpferische Seite authentisch präsentieren. Einziges kleines Manko an seiner Leistung ist der wenig gelungene Versuch, einen holländischen Slang in seine Aussprache zu bringen. In der deutschen Sprachfassung ist zum Glück nichts davon zu merken. Laurence Fishburne ("Matrix") als sein Gegenspieler kann erneut durch ein lockeres, stets alles unter Kontrolle habendes Auftreten überzeugen und die Psychoduelle zwischen den beiden Männern geraten nie in den Verdacht, langatmig oder abgedroschen zu wirken. Mit Gina Torres ("Firefly") gibt es noch eine weitere Person im Spiel, die mit ihrer recht undurchschaubaren Art für zusätzliche Verwirrung sorgt. In kleineren Nebenrollen sind noch Touriya Haoud ("Shouf Shouf Habibi") als Martijns Freundin und Colm Meaney ("Con Air") als sein Fremdenführer zu sehen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen ordentlichen Eindruck. Stellenweise wirkt die Detailschärfe allerdings wie in einen feinen Schleier gehüllt, was aber nicht sonderlich störend ins Gewicht fällt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar zu vernehmen und auch im hinteren Bereich sind immer wieder Umgebungsgeräusche zu vernehmen.

Die Extras fallen recht dünn aus. Außer einem Featurette mit viel gegenseitiger Lobhudelei und ein paar Szenen vom Dreh gibt es nur noch eine Slideshow und den Trailer zum Film zu sehen.

Fazit:
ve Fingers" ist ein Kammerspiel, das durch eine durchdachte Geschichte, ein gut aufgezogenes Verwirrspiel und gut aufgelegte Darsteller zu überzeugen weiß. Lediglich wer einen actionorientierten Thriller sucht, könnte von dem Film enttäuscht werden. Wer ein fesselndes Psychoduell ohne Längen in Theaterformat sucht, sollte seine fünf Finger nach diesem Film ausstrecken.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
83:25 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Surround
Dolby Surround
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Surround
Dolby Surround
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Featurette
  • Slideshow
  • Trailer
Five Fingers - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Five Fingers
Five Fingers

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Folter, die nicht nur an den fünf Fingern der Hand zu erkennen ist


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Laurence Malkin
Drehbuch:
Laurence Malkin, Chad Thumann
Darsteller:
Ryan Phillippe, Laurence Fishburne, Gina Torres, Touriya Haoud, Colm Meaney, Saïd Taghmaoui, Antonie Kamerling, Mimi Ferrer

Label Deutschland :
Ascot Elite
Verkaufsstart Deutschland :
18.01.2007