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DVD-Besprechung - Das Geheimnis von Schloß Monte Christo

Story:
Ivanna Rakowsky (Erna Schürer) kommt auf das Schloss von Graf Janos Dalmar (Carlos Quiney), um dort als Chemikerin an einer Formel zu arbeiten, die verbrannte Materie wieder zum Leben erwecken kann. Ihre Ankunft ist allerdings alles andere als angenehm. Erst muss sie sich von den Menschen im Dorf sagen lassen, dass der Graf im Verdacht steht, junge Frauen aus dem Dort getötet zu haben und dann scheint ihre Anwesenheit auf dem Schloss nicht erwünscht zu sein. Doch Ivanna lässt sich nicht beirren und beginnt mit ihrer Arbeit. Nachts hat sie allerdings unheimliche Träume, in denen sie nackt auf eine Folterbank gefesselt wird. Irgendwie kann sie sich aber nicht des Gefühls erwehren, dass es sich bei diesen Träumen um real stattfindende Vorgänge handelt.

Meinung zum Film:
Die Erfolge der Gruselfilme aus den britischen "Hammer Studios" riefen zwangsläufig zahlreiche Nachahmer auf den Plan, die nach ähnlichem Rezept, Filme mit der typischen Gothik-Atmosphäre in die Kinos brachten. "Das Geheimnis von Schloß Monte Christo" ist einer dieser Epigonen, der in einem Schloss, oder besser gesagt einer Burg, nahe einem viktorianisch erscheinendem Dörfchen spielt. Auf dem Anwesen lastet ein düsteres Geheimnis, die Gänge des Gemäuers wirken düster und bedrohlich und die Schlossbewohner legen immer wieder einen grimmigen, mysteriösen Blick auf. Es wird all das aufgeboten, was man von der britischen Gruselschmiede gewohnt ist. Das Unterhaltungsniveau der guten Produktionen aus dem Hause Hammer kann allerdings trotzdem nicht ganz erreicht werden.

Einer der größten Gründe hierfür dürfte sein, dass die Geschichte einfach zu durchsichtig und platt gehalten wurde, als dass diese wirklich fesseln könnte. Das Geheimnis des Schlosses werden die meisten bereits nach wenigen Minuten erraten haben, wodurch schon einmal ein wesentlicher Spannungsmoment verloren geht. Die Ereignisse im Schloss werden dazu mit einigen Längen erzählt und so manche Dialoge und Einfälle sind deutlich in Richtung Peinlichkeit tendierend. Wenn ein Kommissar die Ermittlungen wegen der getöteten Mädchen im Dorf aufnimmt, keimt damit auch die Hoffnung auf, dass die Handlung etwas spannender und temporeicher vorangetrieben wird. Doch leider wird dieser Teil der Geschichte im Ansatz belassen und erscheint wie ein Lückenfüller, um auf etwas mehr Spielzeit zu kommen. Anstelle von stetigem Spannungsaufbau präsentiert Regisseur José Luis Merino ("Totenchor der Knochenmänner") lieber eine Portion Sleaze, indem er Hauptdarstellerin Erna Schürer ("Die Nacht der blanken Messer") nackt auf eine Folterbank spannen lässt und hinreichend ihre blanken Brüste präsentiert.

Doch ganz schlecht ist der Film auch nicht. Was ihm inhaltlich fehlt, macht er zu einem Teil durch eine teilweise durchaus gruselige Atmosphäre wett, die er sich dann aber selbst wieder durch dümmliche Dialoge, unpassenden Sleaze oder einfach uninteressante Ereignisse selbst wieder verdirbt. Die Darsteller geben maximal durchwachsene Leistungen ab, was ebenfalls die teils gute Stimmung nicht gerade weiter bringt. Erna Schürer spielt relativ beiläufig ihre Szenen herunter und kann weder als talentierte Chemikerin so recht gefallen, noch als sanfte Verführerin. Carlos Quiney ("Totenchor der Knochenmänner") als Graf bringt die verschiedenen Stimmungen ebenfalls nicht unbedingt immer gelungen herüber. So reicht es am Ende nur zu einem teils langatmigen, inhaltlich nicht sonderlich überzeugenden und auf gar keinen Fall vor Spannung knisternden Gothik-Horror, der dafür aber immer wieder atmosphärisch dichte Bilder aus dem Hut zaubert.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen höchst durchwachsenen Eindruck. Durch das nicht anamorphe Format ist die Schärfe auf größeren Plasmageräten und Beamern stellenweise sehr schwammig, die Schärfe fällt ebenfalls nur unterdurchschnittlich aus und Bilddefekte, bzw- kleinere Verschmutzungen sind stellenweise genauso zu erkennen, wie kräftiges Bildrauschen. Wo das Bild größtenteils überzeugen kann ist in seinen kräftigen Farben. Allerdings ist ab und an eine Überbetonung von Gelbtönen zu erkennen und in einer Sequenz zum Ende hin verschluckt der zu tiefe Kontrast einiges an Bildinformationen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist für das Alter ordentlich, lediglich leichte Verzerrungen in den Spitzen sind Zeugen der Zeit.

Die Extras bestehen aus dem Trailer, der deutschen Titelsequenz, einer Bildergalerie und einem abgefilmten Werberatschlag.

Fazit:
"Das Geheimnis von Schloß Monte Christo" dürften die meisten bereits nach wenigen Minuten gelöst haben und sich danach stellenweise ein wenig langweilen. Doch die teils recht düstere Atmosphäre und das viktorianische Gruselambiente dürfte zumindest für Freunde dieser Art Film einen Anreiz darstellen, sich durch die schleppende Handlung zu quälen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
93:34 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Deutsche Titelsequenz
  • Bildergalerie
  • Werberatschlag
Das Geheimnis von Schloß Monte Christo - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das Geheimnis von Schloß Monte Christo
Ivanna

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein Geheimnis, das eigentlich keines ist und ein Gruselfilm, der nur gelegentlich richtig gruselt


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien / Spanien, 1970
Regie:
Jose Luis Merino
Drehbuch:
José Luis Merino, María del Carmen Martínez Román, Enrico Colombo
Darsteller:
Erna Schürer, Carlos Quiney, Enzo Fisichella, Ezio Sancrotti, Cristiana Galloni, Antonio Jiménez Escribano, Christian Pathé, Mariano Vidal Molina

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
15.03.2007