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DVD-Besprechung - Hochzeiten und andere Katastrophen

Story:
Lola (Hélène de Fougerolles) und Arthur (Jonathan Zaccaï) sind mit einem Mal in einer tiefen Beziehungskrise. Als ihre besten Freunde verkünden, heiraten zu wollen, wird das Thema auf einmal auch bei ihnen akut und während Lola ebenfalls mit dem Gedanken spielt zu heiraten, lehnt Theo es anfangs kategorisch ab. Erst nach einer kurzen Trennungsphase mit reichlich Zeit zum Nachdenken willigt er ein, allerdings nur unter der Bedingung, dass die Trauung ohne großes Aufsehen und im kleinen Kreis über die Bühne geht. Lola willigt voller Überzeugung ein, doch beide haben bei ihrem Plan nicht mit ihren Freunden und Verwandten gerechnet.

Meinung zum Film:
Es gibt zwei Themen bei Paaren, die immer wieder zu Streit und oftmals sogar zur Trennung führen. Die Rede ist hierbei nicht vom sonntäglichen Besuch bei der Familie des jeweiligen Partners, sondern zum Einen um den gemeinsamen Nachwuchs und zum Anderen um das Schließen des Bundes der Ehe. Letzteres ist auch das große Problem von Lola und Arthur, die sich zum Schritt vor den Traualtar durch ihr Umfeld ein wenig gedrängt fühlen, da scheinbar jeder um sie herum auf einmal nur noch ans Heiraten denkt. Dabei ist im Grunde aber ohnehin klar, dass die beiden sich wirklich lieben und ein Leben miteinander führen möchten. Doch während Lola ein wenig Angst vor dem Schritt hat und in gewisser Weise noch an einer früheren Bindung hängt, ist Arthur ein kleiner Revoluzzer, der Angst hat, durch die Heirat als angepasster Pantoffelheld zu enden. Letzten Endes kommt es dann aber wie es kommen muss und der gemeinsame und feste Entschluss sich zu Trauen wird getroffen.

Damit gehen dann aber erst die richtigen Probleme los. Zu den leichteren Entscheidungen gehört da unter anderem noch die Diskussion und das Ausscheidungsverfahren, wer alles zur Feier kommen darf, da diese den begrenzten finanziellen Rahmen nicht sprengen darf. Schwerwiegender erscheint es da schon, dass so mancher im Umfeld seine ganz eigene Meinung zum Thema Heirat hat und natürlich fast jeder auch so manche Anekdote parat hat, die nicht immer zur Beruhigung der Seele dient. Der Film strahlt bei den Dialogen eine ganze Menge Natürlichkeit aus, was der Atmosphäre sehr entgegen kommt. Zusätzlich wirken Hélène de Fougerolles ("Fanfan der Husar") und Jonathan Zaccaï ("Der Tango der Rashevskis") so herrlich durchschnittlich und normal, dass es dem Zuschauer sehr leicht fällt, sich in ihre Rollen zu versetzen, um ihre Leiden gemeinsam mit ihnen durchzustehen. Durch seine Natürlichkeit hat der Film schon die halbe Miete einkassiert, die zweite Hälfte schafft er problemlos durch seine witzigen Ideen und seiner ebenfalls vorhandenen Portion Romantik.

Absolut typisch für eine französische (Tragik-)Komödie, wenn in diesem Fall auch mit belgischer Beteiligung, ist der Dialog der Protagonisten mit der Kamera. So klagt Lola der Kamera ihr Leid über die erste Abfuhr bei dem nicht ganz freiwillig eingeleiteten Dialog über die Hochzeit und Arthur nimmt diesen Weg des dialogen Monologs auf und erwidert seine Sicht der Dinge in die Linse, quasi dem Zuschauer mitten ins Gesicht. Aber natürlich gibt es auch reichlich Schauplätze, an denen die Protagonisten direkt miteinander die Umstände der Heirat bereden. Wie etwa Arthur bei der Entenjagd mit seinem Vater und einem Justitiar, wo beim Schuss auf das Geflügel über einen Ehevertrag beratschlagt wird. Oder wenn Lola versucht, ihre seit Jahren getrennt lebenden Eltern miteinander zu versöhnen, um dann letzten Endes ganz alleine im Lokal zu sitzen, weil die beiden sich auf einmal wieder wunderbar verstehen und die Welt um sich herum vergessen. Doch dies sind bei weitem noch nicht die einzigen Hindernisse, die Lola und Arthur auf ihrem beschwerten Weg zum gemeinsamen Leben überwinden müssen – sehr zur Freude des Zuschauers. Zum Ende verfängt sich der Film allerdings ein wenig in so manchen Verstrickungen und Verbandelungen und so manche Aktion wirkt nicht sonderlich passend oder gar unangebracht. Aber der ansonsten sehr unterhaltsame Eindruck des Films kann dadurch nur ein wenig getrübt werden und die wirklichen witzigen Einfällen trösten darüber hinweg.

Digitale Aufarbeitung:
Die Farben wirken ein klein wenig kraftlos, es ist ein feines Rauschen zu erkennen und die Schärfe ist maximal durchschnittlich. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar zu vernehmen, hält sich in Sachen Surround aber meist vornehm zurück.

Extras gibt es keine auf der DVD zu finden.

Fazit:
Wer beabsichtigt zu heiraten, wer noch einmal an die eigene Zeit der Hochzeitsvorbereitungen zurück denken möchte oder wer einfach nur eine unterhaltsame Komödie über den Schritt in die Zweisamkeit ohne großen Anspruch sehen will, ist bei „Hochzeiten und andere Katastrophe“ bestens aufgehoben. Die Katastrophen sind vielzählig und die Schlagzahl an witzigen Einfällen wird mit laufender Spielzeit immer weiter angezogen, ohne dabei groß an Qualität zu verlieren.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
99:15 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Hochzeiten und andere Katastrophen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Hochzeiten und andere Katastrophen
Le plus beau jour de ma vie

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Wenn zwei eine Trauung planen, dann können sie was erleben...


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / Belgien, 2004
Regie:
Julie Lipinski
Drehbuch:
Julie Lipinski, Laurent Tirard
Darsteller:
Hélène de Fougerolles, Jonathan Zaccaï, François Berléand, Marisa Berenson, Michel Duchaussoy, Eva Darlan, Alexandre Brasseur, Elise Larnicol

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
15.03.2007