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DVD-Besprechung - Der Hofnarr

Story:
Eigentlich ist Hubert Hawkins (Danny Kaye) zur Unterhaltung der Männer des legendären Freiheitskämpfers Schwarzer Fuchs (Edward Ashley) da und zusammen mit Jane (Glynis Johns), dem weiblichen Captain der Fuchsbande hütet er den wahren König Englands, der noch ein kleines Baby ist. Auf dem Thron sitzt der intrigante König Roderick (Cecil Parker). Als Hubert eines Abends Giacomo (John Carradine), den neuen Hofnarren des Königs trifft, überwältigt er diesen und nimmt dessen Part bei Hofe ein, um einen Weg für die Rebellen in das Schloss zu ebnen. Doch zahlreiche Verwicklungen und Hawkins Talent für Chaos sorgen für reichlich Durcheinander und der sinistre Sir Ravenhurst (Basil Rathbone), ein Vertrauter der Königs wird zu einer ständigen Gefahr, da dieser seine eigenen Pläne verfolgt und den wahren Giacomo anheuerte, um ihn selbst auf den Thron zu bringen.

Meinung zum Film:
Der 1987 verstorbene Danny Kaye ("König der Spaßmacher") gehörte zu den großen US-Entertainern. An der Seite von Bing Crosby erweckte er in "White Christmas" den gleichnamigen, musikalischen Weihnachtsklassiker zum Leben. "Der Hofnarr" gilt für viele als einer der besten Filme des Komikers. Unter der Regie von Melvin Frank ("Das Nervenbündel") und Norman Panama ("Die Lachbombe"), die beide gleichzeitig auch für das Drehbuch sorgten, entstand eine heitere Verwechslungskomödie, die den Mantel- und Degenfilm des britischen Mittelalters herrlich auf die Schippe nimmt und in farbenfrohen Bildern mit reichlich Klamauk und Wortwitz aufwarten kann.

Der Humor des Films ist voll und ganz auf Danny Kaye zugeschnitten. Egal, ob er wie ein wild gewordener Derwisch durch die Kulissen braust, ob er voller Inbrunst einen Song vor dem König zum Besten gibt oder einfach nur mit einer Salve an verwirrenden Wortketten eine gefährliche Situation entschärft, es steht stets außer Frage, wer der Herr auf dem Bildschirm ist. Gesungen wird dabei mit steter Regelmäßigkeit, weswegen Liedguthasser besser gleich ihre Finger vom Film lassen sollten. Doch bei einem Verzicht würde man auch die herrlichen Wortverdrehungen und die dadurch entstehenden Kettensätze verpassen, genauso wie die zwar leicht überdrehte, dafür aber stets witzige Mimik und Gestik von Danny Kaye. Zu guter Letzt sorgen auch die netten Verwechslungsmomente für einige Lacher, zu denen unter anderem höchst unterhaltsame Ritterprüfungen gehören.

Neben Danny Kaye gibt es noch weitere bekannte Gesichter zu erleben. Freunde literarischer Detektivgeschichten können sich auf Basil Ratherbone freuen, der in den beliebten Schwarz-Weiß-Verfilmungen zu Sir Arthur Conan Doyles "Sherlock Holmes" die Titelrolle spielte und für viele Fans der einzig wahre Sherlock Holmes der Filmgeschichte ist, dem höchstens noch Jeremy Brett das Wasser reichen kann. In "Der Hofnarr" kann Ratherbone als intriganter Sir Ravenhurst voll überzeugen. Angela Lansbury, die als Hobbydetektivin in "Mord ist ihr Hobby" zum festen TV-Inventar gehört, spielt zwar eine kleinere Rolle als Tochter des Königs, weiß aber in den kürzeren Momenten zu überzeugen. Des Weiteren mit von der Partie sind Glynis Johns ("Mary Poppins") als bezaubernder Captain und Cecil Parker ("The Ladykillers") als intriganter, aber doch harmloser König. In kurzen Auftritten sind noch John Carradine ("Das Haus der langen Schatten") als echter Giacomo und Edward Ashley ("Waxwork") als Schwarzer Fuchs zu sehen. Insgesamt stellt "Der Hofnarr" durchaus gelungenes Entertainerkino der 60er-Jahre dar, mit einem Danny Kaye in Höchstform.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für sein Alter recht gut geworden, vor allem die kräftigen Farben wissen die Augen zu umschmeicheln. Die Schärfe ist allerdings nicht sonderlich gelungen, es entsteht oft der Anschein, als liege ein leichter Schleier über dem Bild und kleinere Verschmutzungen, bzw. Defekte sind ebenfalls immer wieder kurz zu sehen. Gemessen am Alter sind diese kleineren Problemchen aber allemal zu verschmerzen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 1.0 ist zwar insgesamt ein klein wenig dumpf und hat kleinere Zischlaute, was nach über 50 Jahren aber keinesfalls als Makel zu verstehen ist, vor allem da es ansonsten nichts zu bemängeln gibt. Wer die komplett im englisch belassenen Lieder im Film inhaltlich verstehen möchte und dem Englischen nicht mächtig ist, muss die deutschen Untertitel einschalten, optionale, nur während der Songs eingeblendete Untertitel liegen nicht vor.

Extras gibt es keine auf der DVD zu finden.

Fazit:
"Der Hofnarr" ist eine amerikanische Komödie mit einem bestens aufspielenden Danny Kaye, der sichtlich Spaß an der Rolle des losgelassenen Hofnarren hat. Spätestens beim Ritterturnier der ganz anderen Art dürfte kein Auge mehr trocken bleiben.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,78:1
1,78:1
97:05 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Holländisch, Norwegisch, Schwedisch
Bonusmaterial:
  • -
Der Hofnarr - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Hofnarr
The Court Jester

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Nicht den Becher mit dem Fächer, sondern den Pokal mit dem Portal! Oder doch den Kelch mit dem Elch?


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1955
Regie:
Melvin Frank, Norman Panama
Drehbuch:
Melvin Frank, Norman Panama
Darsteller:
Danny Kaye, Glynis Johns, Basil Rathbone, Angela Lansbury, Cecil Parker, Mildred Natwick, Alan Napier, Edward Ashley

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
05.04.2007