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DVD-Besprechung - Jagdfieber

Story:
Grizzly Boog (Thomas Heinze) ist alles andere als gefährlich oder sonderlich angsteinflößend. Aufgezogen wurde er durch Wildhüterin Beth (Alexandra Neldel), in deren Garage er jeher ein ruhiges und behütetes Leben führt. Als eines Tages jedoch Hirsch Elliot (Jürgen Vogel) seinen Weg kreuzt, ist es mit der Ruhe vorbei und nach einem nächtlichen Ausflug in einen Süßwarenladen wird er in die Wildnis verbannt. Als ob es nicht schlimm genug wäre, dass das Leben in der freien Natur alles andere als leicht für ihn zu bewältigen ist, kommen auch die Jäger in den Wald, da gerade der Startschuss für die jährliche Jagdsaison gegeben wurde.

Meinung zum Film:
Mit "Jagdzeit" versuchte Sony Pictures Fuß auf dem immer mehr heiß umkämpften CGI-Sektor zu fassen. War der Animationsfilm über Jahre hinweg die unangefochtene Domäne von Disney Pictures, haben diese unlängst von den anderen Majors ernstzunehmende Konkurrenz bekommen. Auffallend ist allerdings, dass die Fantasie der Studios nicht sonderlich breit gefächert zu sein scheint, da die Filme, in denen zahme Tiere sich auf einmal in der rauen Wildnis wiederfinden, bzw. wilde Tiere in menschliche Domänen eindringen mittlerweile ein mächtig ausgelutschtes Thema darstellen. So sind die Abenteuer von Boog und Elliot im Grunde nichts mehr als ein x-ter Beitrag auf diesem Sektor, nachdem bereits unter anderem "Madagascar", "Tierisch wild" oder "Ab durch die Hecke" in ähnlich aufgebauten Filmen um die Gunst des Publikums buhlten.

Mit Roger Allers verpflichteten die Verantwortlichen bei Sony einen Drehleiter, der sich mit "Der König der Löwen" einen festen Platz in der Geschichte des Animationsfilms sichern konnte. Unterstützt wurde er dabei von der Co-Regisseurin Jill Culton, die bislang an vielen Pixar-Produktionen in kleineren Funktionen mitwirkte und zu "Monster AG" am Drehbuch mitschrieb. Die Drehbuchautoren Steve Bencich und Ron J. Friedman sorgten vor ihrer Arbeit für Sony unter anderem dafür, dass für "Bärenbrüder" und "Chicken Little" Drehvorlagen vorhanden waren. Ein Team also, das aus durchaus bekannten Namen zusammengestellt werden konnte, aber am Ende schafften man es zumindest inhaltlich auch nicht, eine Innovation aus dem Computer zu zaubern. Es wurde das Risiko eingegangen, mit dem Film auf einen längst übersättigten Markt zu treffen, der sicherlich nicht darauf gewartet hatte, das nächste Team tierischer Helden in fremder Umgebung zu sehen. Dies dürfte letzten Endes auch einer der Hauptgründe dafür gewesen sein, dass der erhoffte große Erfolg an den Kinokassen ausblieb.

Vom Unterhaltungswert hätte es der Film aber allemal verdient, ein wenig mehr in den Fokus zu rücken. Die Animationen fallen grandios aus und jedes Haar im Fell des Grizzly hat eine eigene Aerodynamik und wird durch gewollt einfach gehaltene Hintergründe gezielt in den Vordergrund gerückt. Gags sind reichlich im Film vertreten und trotz einiger kleineren Längen und einem dünnen Plot wird es nie langweilig. Grund hierfür ist eine Vielzahl an liebevollen Nebencharakteren, wie einem Stachelschwein, das immer wieder ein verliebtes "Kumpel?" von sich gibt, den Hasen, die im Grunde nur Wurfgeschosse und Schilde darstellen, Boogs Rucksack mit Namen Mr. Dinkleman und, und, und. Für reichlich Abwechslung ist gesorgt und die rund 86 Minuten vergehen für jedes Mitglied der Familie wie im Flug, ohne dabei die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu sehr zu fordern. "Jagdfieber" gehört sicherlich zu den besseren Filmen seiner Art, sein ganz großes Problem ist es jedoch, dass der Markt derzeit mit Filmen dieser Art reichlich überflutet ist und er aus diesem Grunde nicht mehr so recht als Neuheit wahrgenommen wurde. Es steht jedoch außer Frage, dass er in Sachen Witz und Unterhaltungswert die meisten anderen Beiträge dieser Gattung hinter sich lässt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten und vor allem detaillierten Eindruck und es gibt keinen Grund zum Klagen. Auch der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr sauber abgemischt worden und nutzt bei Gelegenheit auch immer wieder die hinteren Kanäle.

Nach dem Film erwarten den Filmfreund noch einige Informationen. Den Beginn machen zwei Dokumentationen, bei denen sich die erste mit der Charaktererstellung und den Animationen an sich und die zweite mit den englischen Stimmen der animierten Figuren beschäftigt. Es folgen zwei kurze entfallene Szenen, die an Hand von Storyboards gezeigt werden, wer möchte kann sich danach in zwei kleinen Spielchen versuchen oder die Entstehung der Dammbruchszene anschauen, welche komischerweise im Untermenü für die Spiele versteckt wurde. Als weitere Extras folgen noch drei Handy-Videos, eine Bildergalerie, Trailer und ein Musikvideo zum Film. Die deutsche Lokalisierung wird leider nur in einer Texttafel abgehandelt, ein filmischer Beitrag ist hierzu leider nicht zu finden. Abschließend gibt es neben einem filmbegleitenden Audiokommentar mit Produzentin Michelle Murdocca und den Regisseuren Jill Culton, Roger Allers und Anthony Stacchi noch den rund 4,5-minütigen Kurzfilm "Boog & Elliots nächtlicher Raubzug".

Fazit:
"Jagdfieber" ist ein unterhaltsamer Animationsfilm, der vor allem durch seine Charaktere, seine guten Gags und die detaillierten Animationen zu überzeugen weiß. Allerdings trifft er mit seiner Geschichte auf einen Markt, den bereits andere Studios in letzter Zeit hinlänglich bedienten, wodurch der Film an den Kinokassen ein wenig untergehen ist. Dabei stellt er viele seiner Vorgänger locker in den Schatten und sollte von daher mit zur ersten Wahl beim Familienheimkinotag vor dem Fernseher gehören.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,85:1
1,85:1
82:48 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Boogs & Elliots nächtlicher Raubzug
  • Wie wurde "Jagdfieber" gemacht?
  • Wer steckt hinter den Stimmen der tierischen Stars? (U.S.-Version)
  • Entfallene Szenen
  • Musikvideo "I Wanna Lose Control (Uh Oh)" von Deathray
  • Audiokommentare mit Produzentin Michelle Murdocca und den Regisseuren Jill Culton, Roger Allers und Anthony Stacchi.
  • Spiel mit! (Sprachen-Spiel, Glücksrad)
  • Wie entstand die Filmszene "Der Biberdamm bricht"?
  • Ringtales (Handy Videos)
  • Bildergalerien
  • Trailer
  • Kurzfilm "Boog & Elliots nächtlicher Raubzug"
Jagdfieber - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Jagdfieber
Open Season

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Von Grizzly Boog, seinem überdrehten Kumpel Elliot und Mr. Dinkleman


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Roger Allers, Jill Culton, Anthony Stacchi
Drehbuch:
Steve Bencich, Ron J. Friedman, Sam Harper
Darsteller:
Jürgen Vogel, Thomas Heinze, Alexandra Neldel, Jörg Hengstler, Oliver Stritzel, Christel Merian

Label Deutschland :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
13.03.2007