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DVD-Besprechung - Mozart & the Whale
Story:
Donald Morton (Josh Hartnett) hat eine Gruppe für einsame, von der Gesellschaft ausgegrenzte Menschen mit Entwicklungsstörungen ins Leben gerufen. Donald selbst leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer schwächeren Form von Autismus. Als sich Isabelle Sorenson (Radha Mitchell) der Gruppe anschließt, bemerkt Donald auf einmal ein ganz neues Gefühl, als er sich in sie verliebt. Doch die Beziehung zu ihr ist alles andere als leicht, da Isabelle stets ihren Gefühlen freien Lauf lässt und durch ihre oftmals überdreht wirkende Art so manches Problem bei ihm auslöst.
Meinung zum Film:
"Mozart & the whale" Drehbuchautor Ronald Bass ("Hinter dem Horizont") hat sich bereits 1988 mit seinem Drehbuch zu "Rain Man" dem Thema Autismus gewidmet. Doch während Dustin Hoffmann in dem mehrfach preisgekrönten Film unter einer starken Ausprägung der Entwicklungsstörung litt, schafft es Josh Hartnett ("Black Dahlia") im Film weitestgehend eigenständig den Alltag zu bewältigen, denn sein Filmcharakter Donald leidet unter dem Asperger Syndrom, das sich mit deutlich abgeschwächten Symptomen bemerkbar macht. Zu seinen größten Problemen gehört der Zwang zu stereotypen Verhaltensmustern und die fehlende Fähigkeiten, das emotionale Befinden anderer Menschen erkennen zu können und seine eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Bei Isabelle macht sich die Störung anderweitig bemerkbar. Sie hat ihre Emotionen nicht recht unter Kontrolle und schreit ihre Gemütslage schon gerne mal lauthals heraus. Was beide gemein haben sind ihre Probleme im Umgang mit ihrer Umwelt, was sich aber auch unterschiedlich bemerkbar macht.
Die Gefahr bei Filmen mit Menschen, die unter verhaltensauffälligen Störungen leiden ist immer dahingehend groß, dass die Thematik entweder zu klischeehaft, zu kitschig oder gar zu verletzend präsentiert wird. Doch mit dem Norweger Petter Næss stand ein Regisseur hinter der Kamera, der mit "Elling" bereits bewiesen hat, dass er mit dem gebührenden Respekt, aber auch mit dem richtigen Händchen für den passenden Einsatz von Humor an die Materie herangehen kann. Sorgen machen könnte sich der ein oder andere auch bei der Besetzung einer der beiden Hauptrollen mit Josh Hartnett, der nicht unbedingt durch charakterliche Glanzleistungen von sich reden machte, sondern eher als von Frauen umschwärmter Schönling glänzen konnte. Doch auch diese Bedenken sind vollkommen unbegründet, denn der Darsteller stellt unter Beweis, dass er auch für ernstere Rollen genügend Talent in die Waagschale werfen kann. Gleiches gilt auch für Radha Mitchell ("Pitch Black"), die mit ihrer mitreißenden Heiterkeit und ihrer tiefen Verletzlichkeit den perfekten Gegenpol darstellt. Die gemeinsamen Szenen von Donald und Isabelle glänzen mit einer Art gegensätzlicher Harmonie, die durch eine Mischung aus kindlicher Unbekümmertheit und tiefschürfenden Sorgen mitzureißen wissen.
Eine große Stärke des Films ist die Darstellung des Lebens der beiden Autisten. Es werden immer wieder Momente gezeigt, die wie aus dem Leben anderer, frisch verliebter stammen könnten. Wenn es allerdings zu kleinsten Disharmonien oder Verwirrungen kommt, sorgen diese für weitaus größere Probleme als bei den meisten anderen Menschen. Dann wird schnell bewusst, dass Donald und Isabelle ihre Störungen nur teilweise unterdrücken können, sie aber keinesfalls ganz abzuschalten sind. Auch wenn nicht alles in der Story vollends schlüssig erscheint und auch wenn so manches Ereignis vielleicht ein klein wenig beschönigt wird, schafft es "Mozart & the whale" jedoch problemlos, in seinen Bann zu ziehen und eine Liebesgeschichte der anderen Art zu präsentieren. So ganz aus der Luft gegriffen sind die Ereignisse im Film aber auch nicht, denn sie wurden von einer wahren Lebensgeschichte inspiriert.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen durchweg guten Eindruck und liefert ein gutes Ergebnis. Gleiches gilt für den deutschen Ton in Dolby Digital 5.1. Der hintere Bereich kommt allerdings eher selten, und wenn dann meist durch die Musik zum Einsatz.
Erwähnenswert bei den Extras ist vor allem das Making Of, bei dem in Interviews zu erfahren ist, wie viel Wert beim Thema Autismus auf Realitätsnähe gelegt wurde. Es folgen noch ein unkommentierter Blick hinter die Kulissen und der Trailer in Deutsch und Englisch.
Fazit:
"Mozart & the Whale" ist ein wunderbar unterhaltender, mit dem gebührenden Respekt daherkommender Liebesfilm mit zwei Protagonisten, die unter verschiedenen Formen von Autismus leiden. Josh Hartnett und Radha Mitchell glänzen in ihren Rollen und machen es dem Publikum sehr leicht, die Wirrungen der autistischen Liebe, aber auch deren grenzenlose Freude mit ihnen zu erleben.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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90:08 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Behind the Scenes
- Trailer
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Mozart & the Whale
Mozart & the Whale
Ellings Erben
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Petter Næss Drehbuch: Ronald Bass Darsteller: Josh Hartnett, Radha Mitchell, Gary Cole, Rusty Schwimmer, Allen Evangelista, Sheila Kelley, Erica Leerhsen, John Carroll Lynch, Nate Mooney
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 18.01.2007
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