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DVD-Besprechung - Nachts im Museum

Story:
Larry Daley (Ben Stiller) hat gerade seinen neuen Job als Nachtwächter im Naturkundemuseum in New York angetreten. Er richtet sich auf eine ruhige Nacht ein, muss dann aber mit Erstaunen feststellen, dass sämtliche Ausstellungsstücke nach Sonnenuntergang zu Leben erwecken. Neben friedlichen Zeitgenossen wie Theodor Roosevelt (Robin Williams) muss er dabei auch mit eher aggressiven Personen wie Attila, dem Hunnen (Patrick Gallagher) und rauflustigen Soldaten unter der Leitung von Jedediah (Owen Wilson), die sich ständig mit einer römischen Legion unter Führung von Octavius (Steve Coogan) bekämpfen, auskommen. Ganz zu schweigen von dem riesigen T-Rex-Skelett und den wilden Säugetieren Afrikas.

Meinung zum Film:
"Nachts im Museum"-Regisseur Shawn Levy gehört sicherlich zu den Hollywood-Regisseuren, die immer wieder größere Projekte an die Hand bekommen. Allerdings ist er auch zu der Sorte Drehleiter gehörend, die selten mit ihren Filmen richtig überzeugen können. Ob es das Remake von "Der Rosarote Panther" war, die Neuauflage von "Im Dutzend billiger" oder auch die nur wenig überzeugende Hochzeitsklamotte "Voll verheiratet", selten wusste Shawn Levy eine deutliche Überzahl an Anhängern für seine Werke vereinen zu können. Schaut man sich die Story von "Nachts im Museum" an, kommt der geneigte Filmfreund schnell zu dem Ergebnis, dass dem Zuschauer auch hier wieder eine Geschichte, die diese Bezeichnung im Grunde nicht verdient, vorgelegt wird, die vor Logikfallen, Anschlussfehlern und Intellektbeleidigungen der groben Sorte nur so strotzt. Am Ende kann man im Grunde nur zu einem Ergebnis kommen - inhaltlich reichlich daneben, genau passend in die Qualitätskategorie der bisherigen Levy-Filme. Zumindest könnte man dies meinen.

Was "Nachts im Museum" aber von den anderen Filmen Shawn Levys unterscheidet, sind sein rasantes Tempo und die fantasievollen und durchweg komischen Ereignisse nach Sonnenuntergang. Als Zuschauer fühlt man sich mitten in einen wilden Themenpark versetzt, in dem man es gar nicht abwarten kann, sämtliche Attraktionen zu sehen. Wie seinerzeit "Jumanji" wird der Grundplot nur dazu genutzt und möglichst viele Verrücktheiten, wilde Verfolgungsjagden und albernen Quatsch zu präsentieren. Als Grundgerüst gibt es hierzu eine kleine Räuberpistole, familiäre Probleme, ein wenig ägyptischen Hokus Pokus und zart präsentierte Liebesbande. Zum Glück aber nicht zu viel, da es ohnehin nur interessiert, welches Aufeinandertreffen zwischen Geschichte und Gegenwart als nächstes auf dem Programm steht.

Die Darsteller tragen dazu bei, dass der sinnfreie Klamauk von der ersten Minute im Museum an überzeugen kann. Ben Stiller ("Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich") zählt schon länger zu den beliebtesten Entertainern Amerikas und er liefert erneut eine tadellose Leistung ab. Sein langjähriger Kumpel und Wegbegleiter Owen Wilson ("Starsky & Hutch") weiß als draufgängerischer Cowboy Jedediah zu überzeugen und mit Steve Coogan ("In 80 Tagen um die Welt") liefert er sich zahlreiche (Wort-)Gefechte. Komiker Robin Williams kommt in seinem Part als Theodor Roosevelt relativ ernst herüber und übernimmt den moralischen Part im Film. Besonders gelungen ist das Einbinden der Altstars Dick Van Dyke ("Diagnose - Mord") und Mickey Rooney ("Teufelskerle"), die zusammen mit Bill Cobbs ("Ich weiß noch immer was Du letzten Sommer getan hast") als pensionierten Vorgänger von Larry Eindruck hinterlassen. Doch die großen Stars sind ohne jeden Zweifel die zahlreichen Effekte und witzigen Vorfälle mit T-Rex Rexy, Kapuzineräffchen Dexter, Mayas, Neandertalern, Fährtenleserin Sacajawea, Dum-Dum von den Osterlandinseln und vielen weiteren Bewohnern des Museums. Sie alle sorgen für ein äußerst kurzweiliges Vergnügen ohne jedweden Anspruchs, von dem man als Zuschauer gar nicht genug bekommen kann. Wenn die rund 104 Minuten vorüber sind würde man am liebsten gleich noch eine Nacht in diesem Museum der anderen Art verbringen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und lässt keine Wünsche offen. Gleiches gilt für den deutschen Ton in wahlweise dts oder Dolby Digital 5.1, der in den entsprechenden Szenen auch reichlich Gebrauch vom hinteren Bereich macht, dabei aber nicht sonderlich auf Crosseffekte zurück greift.

Die Extras der DVD halten sich in Grenzen. So gibt es einen interessanten, sehr sachlichen Audiokommentar mit Regisseur Shawn Levy, ein paar zu recht nicht verwendeter Szenen, wahlweise mit Audiokommentar, eine kleines Feature über die Arbeit mit dem Kapuzineräffchen, teils recht witzige verpatzte Szenen und ein nicht sonderlich anspruchsvolles Puzzlespiel mit dem T-Rex-Skelett.

Fazit:
"Nacht im Museum" hat inhaltlich einige deutliche Schwächen, die dank der turbulenten, abwechslungsreichen und durchweg witzigen Action jedoch schnell unter den Tisch fallen. Wer schon bei "Jumanji" seinen Spaß hatte, wird mit der Nacht im Museum die Steigerung dazu erleben.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,85:1
1,85:1
104:08 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Shawn Levy
  • Entfallene und erweiterte Szenen
  • Monkey Business - Arbeiten mit Affen
  • Verpatzte Szenen
  • Rexys Knochenpuzzle
Nachts im Museum - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Nachts im Museum
Night at the Museum

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein Film so bunt, laut und überdreht wie ein großer Kindergeburtstag


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / UK, 2006
Regie:
Shawn Levy
Drehbuch:
Ben Garant, Thomas Lennon (basierend auf dem Buch von Milan Trenc)
Darsteller:
Ben Stiller, Dick Van Dyke, Mickey Rooney, Bill Cobbs, Robin Williams, Owen Wilson, Steve Coogan, Ricky Gervais, Kim Raver, Jake Cherry

Label Deutschland :
20th Century Fox Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
03.05.2007