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DVD-Besprechung - Nachtschicht - Volume 1: Amok

Story:
Kriminalpsychologin Paula Bloom (Katharina Böhm) vom Hamburger Kriminaldauerdienst, kurz KDD, rechnete eigentlich nur mit einem Routineeinsatz, um eine potentielle Selbstmörderin vom Sprung von ihrem Balkon abzuhalten. Doch kaum dort angekommen wird sie zusammen mit ihrem Kollegen Teddy Schrader (Ken Duken) Zeuge, wie Randy Schlosser (Uwe Ochsenknecht) den Gerichtsvollzieher Gottfried Blechmann (Gustav-Peter Wöhler) als Geisel nimmt und mit ihm eine Bank überfällt. Hauptkommissar Eric Bo Erichsen (Armin Rohde) kennt den Geiselnehmer bereits aus einem früheren Fall und kümmert sich mit seinem Team um die Lösung des Problems.

Meinung zum Film:
Mit "Nachtschicht" hat der Hamburger Regisseur Lars Becker ("Kanak Attack") einen Krimivierteiler für das ZDF produziert, der mit namhaften deutschen Stars sein Publikum finden sollte. Neben den Ermittlern gehören hierzu bei jeder Folge auch Gastschauspieler, die zu den bekannten Gesichtern in Deutschland gehören. Die Erstausstrahlung der ersten Episode "Amok" vom 24.03.2003 erreichte rund 5,75 Millionen Zuschauern, was ein durchaus gutes Ergebnis darstellte. Auch die Kritiker haben den Versuch, eine innovative Krimi-Serie ins Fernsehen zu bringen, ebenfalls anerkannt und die Episode "Amok" 2004 mit einer Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie "Fiktion & Unterhaltung" bedacht. Diese hatte allerdings gegenüber dem Fernsehfilm "Familienkreise" das Nachsehen.

Den Kopf der Ermittler stellt Armin Rohde ("Der Räuber Hotzenplotz") dar, der ohne jeden Zweifel zu den vielbeschäftigsten deutschen Darstellern zählt. Die Darstellung des nach Außen hin stets harten Hauptkommissars gelingt ihm in der Serie sehr gut. Mit stets ernster Mine lässt er maximal Wutausbrüchen in seiner Mimik Platz, Angst und Sorgen lässt er lediglich in einsamen Momenten nach Außen durchdringen. Selbst, als er sich als Austausch für die Geiseln in die Hand des Bankräubers begibt und dieser ihn mit einer Waffe bedroht, lässt er sich äußerlich kaum etwas von der inneren Anspannung anmerken und bietet seinem Kontrahenten gekonnt die Stirn - im wahrsten Sinne des Wortes. Das ganze wirkt allerdings nicht so cool wie in den Dirty-Harry-Filmen, sondern bleibt immer ein Stück greifbar. Als Gaststars gibt es bei "Amok" Cosma Shiva Hagen ("7 Zwerge") als Schwangere mit Beziehungsproblemen, den VIVA2-Moderator Ill-Young Kim als ihren Lebensgefährten und Uwe Ochsenknecht ("Bluthochzeit") als durchgedrehten Bankräuber zu sehen.

Die Geschichte des Films gerät in manchen Szenen zwar ein wenig albern, wie etwa bei einem Nachbarn, der den Ermittlern beim Öffnen einer Tür hilft und sich anschließend bei Teddy Schrader meldet, damit dieser ihm bei einem Problem hilft oder aber wenn Cosma Shiva Hagen mit ihrem Freund telefoniert, der zu den Geiseln in der Bank gehört und der sich kurz wegschleichen konnte, und dann anstatt eine Lösung zu finden, erst einmal die Erlebnisse ihres Tages zum Besten gibt. Es gibt aber auch die ein oder andere kleinere Wendung in der Geschichte, die für Dramatik sorgt, obgleich die Erkenntnis, dass Allergiker keinem Stress ausgesetzt werden sollten, weil diese dann durchdrehen könnten, doch ein klein wenig weit her geholt erscheint. Insgesamt dominiert die Krimispannung dann aber doch den Film und vor allem Uwe Ochsenknecht als abgebrannter Bühnenbauer weiß in seiner Rolle zu überzeugen und sorgt dafür, dass "Nachtschicht: Amok" zu den guten TV-Krimis zu zählen ist, der Freunde dieser Art TV-Formats allerbestens unterhalten wird.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kann in Sachen Schärfe nicht sonderlich punkten und liefert in diesem Punkt nur ein bestenfalls ausreichendes Ergebnis. Hinzu kommt noch leichtes Bildrauschen, was zu einem durchschnittlichen Sehvergnügen führt. Der deutsche Stereoton ist ordentlich gelungen und erfüllt die Anforderungen an einen TV-Krimi.

Als Extra gibt es lediglich Darstellerinfos in Textform.

Fazit:
"Nachtschicht: Amok" ist ein guter TV-Krimi, der mit erstklassiger Besetzung und einer ordentlichen Story gut zu unterhalten weiß. An die Qualität von Kinothrillern reicht er sicherlich nicht heran, weiß aber dennoch für kurzweiligen Krimispaß zu sorgen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
88:51 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Darstellerinfos
Nachtschicht - Volume 1: Amok - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Nachtschicht: Amok
Nachtschicht: Amok

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Guter TV-Krimi mit erstklassiger Besetzung


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2003
Regie:
Lars Becker
Drehbuch:
Lars Becker
Darsteller:
Armin Rohde, Katharina Böhm, Ken Duken, Minh-Khai Phan-Thi, Cosma Shiva Hagen, Uwe Ochsenknecht, Ill-Young Kim

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
01.02.2007