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DVD-Besprechung - Open Water 2

Story:
3 befreundete Pärchen treffen sich an der mexikanischen Küste, um auf einer Yacht alte Zeiten wieder aufleben zu lassen. Nach einiger Zeit ausgelassener Freude entschließt man sich, den Tag mit einem erfrischenden Bad im Meer zu krönen. Da allerdings niemand daran gedacht hat, die Leiter herunter zu lassen, gibt es ohne fremde Hilfe keinen Weg zurück auf das Boot, das weit entfernt von der Küste im Meer umher treibt.

Meinung zum Film:
Nachdem Regisseur Hans Horn ("Der Bunker - Eine todsichere Falle") "Open Water" gesehen hatte, erinnerte er sich an ein Ereignis, von dem ihm seine Frau einst erzählt hatte, in dem sechs junge Menschen sich selbst von ihrem Boot aussperrten. Bei der Verfilmung dieser Geschichte, die erst später zu einer offiziellen Fortsetzung von "Open Water" wurde, verzichtete Horn bewusst darauf, eine lebendige Bedrohung aus dem Wasser für die Spannungserzeugung zu nutzen, um nicht in den Verdacht zu geraten, ein reines Plagiat zu sein. Doch die Frage ist, wie die Zeit im Wasser, die immerhin rund eine ganze Stunde beträgt, für ausreichend Abwechslung sorgen kann, damit sich nicht bald Langeweile beim Publikum breit macht, da außer den immer gleichen Panikattacken nichts wirklich nennenswert Neues oder aufregendes passiert.

Ein ganz großes Problem des Films wird gleich zu Beginn offenbar, da die Charaktere nicht sonderlich sympathisch herüber kommen. Das Ehepaar Amy und James reist mit ihrem Baby an und ist noch am ehesten dazu geeignet, eine Bindung zum Zuschauer aufzubauen, doch die künstlich und wenig glaubhafte Wasserphobie von Amy arbeitet ein wenig dagegen. Zach und Lauren sind blass und beliebig austauschbar und dienen nur zum Auffüllen des Cast, während Bootsbesitzer Dan und seine Freundin Michelle von der ersten Sekunde an richtig nerven und an diesem ersten Eindruck stets weiter arbeiten. Wenn überhaupt jemand dem Zuschauer richtig leid tut, dann nur das Baby von Amy und James, dass die meiste Zeit über friedlich auf dem Boot schlummert.

Um die Probleme bei der Charakterisierung auffangen zu können, bedarf es schon einer richtig fesselnden Story. Aber auch hier gibt es in der 2. Hälfte von "Open Water 2" nicht viel nennenswertes zu erleben. Geht es zu Beginn noch ähnlich wie im ersten Teil mit der Hilflosigkeit und Angst im Wasser zu, kommt anschließend so manche abstruse und dumme Idee zum Einsatz, die in der Summe viel zu abwegig erscheinen um wirklich ernst genommen werden zu können. Somit sind sie zum Aufbau einer dramatischen Stimmung relativ untauglich. Waren dem Zuschauer die Protagonisten bis zur Hälfte des Films nur relativ egal, beginnen sie ab der Mitte zusätzlich noch reichlich zu nerven. So wartet das Publikum relativ emotionslos auf die Dinge, die da noch kommen, doch ob dies nun die unerwartete Rettung oder das irdische Ende der Sechs ist, dürfte dabei nur die wenigsten ernsthaft interessieren.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen durchschnittlichen Eindruck. Vor allem stets sichtbares Rauschen und eine nur durchschnittliche Schärfe verhindern ein besseres Ergebnis. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr klar abgemischt und die hinteren Lautsprecher werden immer wieder sehr gut für Umgebungsgeräusche verwendet.

Die Extras stellen sich bei einem flüchtigen Blick als recht ausführlich dar, bei genauerer Betrachtung wird dieser Eindruck allerdings geschmälert. Am interessantesten stellt sich der Audiokommentar dar, in dem Regisseur, Produzent und Kameramann über die Hintergründe und den Dreh berichten und unter anderem von einem internen Wettbewerb erzählen, bei dem es niemand geschafft hat ohne Leiter wieder in das Boot zu klettern. Es folgen zwei Making Ofs, bei denen das erste, rund 20-minütige für das Fernsehen produziert wurde und das zweite, rund 10-minütige eher wie ein Blick hinter die Kulissen wirkt und somit besser zu B-Rolls, Outtakes und Behind the Scenes gepasst hätte. Die kurzen Interviews, die mit dem Regisseur und dem Produzenten geführt wurden, bieten kaum etwas neues und wurden teilweise bereits im ersten Making Of verwendet. Das alternative Opening nimmt eine "Enthüllung" vorweg, die ansonsten erst im weiteren Film gezeigt wird, aber ohnehin jedem schon recht früh offensichtlich sein dürfte.

Fazit:
"Open Water 2" ist eine der Fortsetzungen, die das Kino nicht wirklich braucht. Ein paar Details mögen sich gegenüber dem Original zwar geändert haben, wenn auch nicht unbedingt zum Besseren, die Stimmung und das Seherlebnis bleiben grundsätzlich aber das Gleiche. Ein Film, den man sich ansehen kann, aber garantiert nicht gesehen haben muss.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
91:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Hans Horn, Produzent Dan Maag und Kameramann Bernhard Jasper
  • 2 Making Of
  • Interview mit Hans Horn und Dan Magg
  • B-Roll
  • Outtakes und Behind the Scenes
  • Alternative Opening
  • Trailer
Open Water 2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Open Water 2
Open Water 2: Adrift

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Fortsetzungen, die die Welt nicht braucht


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2006
Regie:
Hans Horn
Drehbuch:
Adam Kreutner, David Mitchel
Darsteller:
Susan May Pratt, Richard Speight Jr., Niklaus Lange, Ali Hillis, Cameron Richardson, Eric Dane

Label Deutschland :
Universum Film
Verkaufsstart Deutschland :
12.03.2007