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DVD-Besprechung - Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders (Premium Edition)
Story:
Das Leben von Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw) ist bislang alles andere als ruhig verlaufen. Von seiner Mutter bei der Geburt verstoßen, in einem Kinderheim als Geächteter herangewachsen, unter unmenschlichen Umständen in einer Gerberei geschuftet, landete er mit seinem außerordentlichen Geruchssinn beim Parfumeur Giuseppe Baldini (Dustin Hoffman), der ihm das Handwerk der Dufterstellung lehrte. Dieser erzählte ihm auch die Legende über die 13 Essenzen, die in der Lage sind, die Menschen zu verzaubern und unendliche Liebe in ihnen hervorzurufen, wobei die letzte Essenz bislang von noch niemanden benannt werden konnte. Grenouille macht es sich zur Lebensaufgabe, die 13. Duftessenzen einzufangen, die er glaubt, im Duft einer Frau gefunden zu haben.
Meinung zum Film:
Patrick Süskinds Roman "Das Parfum" gehört zu den großen deutschen Romanwerken der Neuzeit. Es gab hinreichend Interessenten, die an einer Verfilmung des Stoffes interessiert waren, aber Süskind selbst wurde nicht müde zu erzählen, dass die Rechte an seinem Stoff unverkäuflich seien, was er letzten Endes auch in seinem Drehbuch zu "Rossini" thematisierte. Doch in einem Moment der Schwäche gab er dem Drängen seines langjährigen Freundes Bernd Eichinger nach und gab ihm grünes Licht für den Dreh eines Filmes. Als Regisseur verpflichtet wurde der durch "Lola rennt" bekannt gewordenen Tom Tykwer, der nun die mühevolle Aufgabe hatte, den weithin als kaum verfilmbar geltenden Stoff umzusetzen. Neben ihm selbst und Bernd Eichinger arbeitete noch Andrew Birkin an der Umsetzung des Drehbuchs, der bereits mit der Adaption von "Der Name der Rose" bewiesen hat, dass selbst komplexe literarische Stoffe ihre Faszination auf der Leinwand behalten können. Das Ergebnis der Umsetzungsbemühungen ist, dass die Geschichte ohne nennenswerte Durchhänger erzählt wird und lediglich vereinzelte Sprünge in den Ereignissen kleinere, unschöne Holprigkeiten darstellen, die leicht verziehen werden können.
Die größte Herausforderung bei der Verfilmung war es sicherlich, die einzelnen Gerüche greifbar über die Bilder zu vermitteln. Während Süskind in seinem Roman ausschweifende Worte findet, um den Geruchssinn zu animieren, wendet Tykwer hierzu optische Mittel an. Der abstoßende Gestank des Fischmarktes zu Beginn wird niemandem entgehen, genausowenig wie der Gestank der dreckigen und vor Schweiß triefenden Gassen Paris. Bei animierenden Düften nutzt der Regisseur gezielt die bewegte Kamera und fährt mit dem Objektiv langsam und bedächtig durch den Raum und macht auf diese Weise die Gerüche fast schon spürbar. Ob es zu Beginn das Gras oder ein Apfel sind, oder im späteren Verlauf der Duft eines Frauenkörpers, viele werden sich dabei erwischen, wie sie glauben, den Geruch tatsächlich wahrnehmen zu können. Aber nicht nur die visuellen Eindrücke beim Einfangen eines Duftes sind einzigartig, der Film bietet zusätzlich ein großes Spektrum an ansprechenden Bildkompositionen, deren Reiz man sich nur schwer erwehren kann. Die Visualisierung des Finales war neben den Geruchseindrücken sicherlich eines der größten Probleme bei der Umsetzung, da man sich hier am schnellsten dem Kitsch und der Peinlichkeit preis geben konnte. Doch auch hier ist der Spagat weitestgehend gelungen, wenn auch das geschriebene Wort in diesem Falle eindeutig wirkungsvoller ist, da hier die Fantasie des Lesers die Grenzen setzt, die bei der bildlichen Umsetzung für manchen vielleicht schon zu sehr in Richtung Kitsch tendiert und einen leicht faden Beigeschmack erzeugt.
Aber selbst wenn das Finale nicht für jeden gelungen sein dürfte, ist "Das Parfum" ein künstlerisch gestalteter Film erster Güteklasse, der die tragische Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der in seiner Kindheit anstelle von Liebe und Zuneigung nur Hass und Ablehnung erfuhr, wodurch er selbst zu einem Menschen ohne Emotionen heranwuchs, der dadurch keine Chance hat, sich in eine Gemeinschaft zu integrieren. Der erfahrene Theaterschauspieler Ben Whishaw ("Stoned") verleiht der tragischen Figur des Jean-Baptiste Grenouille ein äußerst passendes Antlitz. Trotz seiner meist starren Mimik strahlt er unterdrückte Emotionen aus, die die ihn trotz seiner Taten die meiste Zeit über zum Sympathieträger machen. Übertroffen wird seine Leistung nur noch durch Dustin Hoffman ("Wenn Träume fliegen lernen"), der als Parfumeur Giuseppe Baldini absolut zu überzeugen weiß, vor allem mit seiner unterdrückten Überdrehtheit. Dank der durchweg guten Leistungen der Darsteller, zu denen unter anderem Alan Rickman ("Harry Potter"), Corinna Harfouch ("Elementarteilchen"), Jessica Schwarz ("Kammerflimmern") und Karoline Herfurth ("Mädchen, Mädchen") gehören, und der fantastischen Bildkompositionen im Film, wird "Das Parfum" trotz seiner Laufzeit von rund 140 Minuten zu keiner Sekunde langatmig.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht ein hervorragenden Eindruck. Einzig die Tiefenschärfe kann in wenigen Situationen nicht 100% überzeugen, was allerdings nur dann ins Gewicht fällt, wenn gezielt nach Makeln gesucht wird. Der deutsche Ton in dts ist seht gut gelungen und obwohl der Film eigentlich nur wenig Möglichkeiten für Surroundsound bietet, wird das Heimkino immer wieder mit Leben gefüllt, was zu einer großen Steigerung der Atmosphäre des Films führt. Als besonderer Service liegt noch die Hörfilmfassung des Films als zusätzliche Tonspur bei.
Die Special Edition zum Film bietet höchst ausführliche Extras. Gleich 3 Audiokommentare sind auf der Film-DVD enthalten, die sehr ausführlich aus verschiedenen Blickwinkeln über die Entstehung des Films berichten. Das fast 1-stündige Making Of bietet einen sehr tiefgehenden Blick hinter die Entstehungsgeschichte und verzichtet dabei zum größten Teil auf gegenseitige Lobhudelei. Die Interviews geben noch einmal in rund 30 Minuten zusätzliche Hintergründe und Empfindungen über den Film. Bei der "Motivsuche" kann unter anderem beobachtet werden, warum Barcelona als Kulisse für das Paris des 18. Jahrhunderts am besten geeignet schien, während bei "Visualisierung der Gerüche" auf die bildliche Umsetzung der verschiedene Geruchseindrücke eingegangen wird und bei der "Kameraarbeit" auf deren visuelle Umsetzung. Der Beitrag "Deutsche Synchronisation" zeigt, dass Tom Tykwer höchstpersönlich die deutsche Synchronisation des in englischer Sprache gedrehten Films überwachte, während sich "Mischung Originalversion" mit der Soundabmischung mittels modernster Technologie beschäftigt. Den Abschluss macht "Die Düfte zum Film", in dem sich französische Parfum-Spezialisten mit den einzelnen Duftnoten im Film beschäftigt, die allerdings nicht immer angenehmer Natur sind.
Fazit:
"Das Parfum" ist eine gelungene Literaturverfilmung, die vor allem durch ihre Optik in ihren Bann zu ziehen weiß. Selten zuvor waren Gerüche in einem Film so zum Greifen nahe wie in diesem Meisterstück von Tom Tykwer. Wer sich für die Entstehungsgeschichte eines Films interessiert, sollte unbedingt zur Special Edition greifen, die einen sehr ausführlichen Blick hinter die Kulissen wirft.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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141:28 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Tom Tykwer
- Audiokommentar mit Szenenbildner Uli Hanisch und Assistent Kai Karla Koch
- Audiokommentar mit Kameramann Frank Griebe und Editor Alexander Berner
- Making of
- Interviews
- Motivsuche
- Visualisierung der Gerüche
- Kameraarbeit
- Deutsche Synchronisation
- Mischung Originalversion
- Die Düfte zum Film
- Hörfilmfassung für Blinde
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Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders
Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders
Die Jagd nach der 13. Essenz
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Frankreich / Spanien, 2006 Regie: Tom Tykwer Drehbuch: Tom Tykwer, Bernd Eichinger, Andrew Birkin (nach dem Roman von Patrick Süskind) Darsteller: Ben Whishaw, Dustin Hoffman, Alan Rickman, Karoline Herfurth, Rachel Hurd-Wood, Corinna Harfouch, Jessica Schwarz
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 15.03.2007
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verkaufsstart : 15.07.2007
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