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DVD-Besprechung - Prestige - Die Meister der Magie

Story:
Robert Angier (Hugh Jackman) und Alfred Borden (Christian Bale) sind aufstrebende Magiekünstler, mit höchst unterschiedlichem Attitüden. Während sich Angier als ehrenvoller Mensch mit Prinzipien und Werten erweist, gibt es für Borden keine Grenzen, er ist bereit, Opfer zu bringen und kein Trick ist ihm zu gefährlich, was einzig für ihn zählt, ist der Erfolg. Nach dem unglücklichen Tod von Roberts Frau Julia (Piper Perabo) während einer Vorführung überwerfen sich die beiden Zauberkünstler und werden zu Blutrivalen bei dem Versuch, den atemberaubendsten Trick zu kreieren. Ein tödlicher Wettstreit nimmt seinen Lauf.

Meinung zum Film:
Im Jahr 2000 schaffte Regisseur Christopher Nolan den Durchbruch mit "Memento", einem Film, der in seiner komplexen, da nicht linearen Erzählweise eigentlich gar nicht dazu geeignet ist, ein größeres Publikum anzusprechen. Doch gerade durch seinen Aufbau erreichte der Film vor allem durch Mundpropaganda eine große Fanbasis. Es folgten der Thriller "Insomnia - Schlaflos" mit Al Pacino und Robin Williams und die Auferstehung des dunklen Ritters in "Batman Begins". Mit "Prestige" wagte sich Christopher Nolan zum ersten mal an einen historischen Stoff, der zudem auf einer Romanvorlage basiert. Herausgekommen ist dabei ein Kostümfilm, der vor allem durch seine atemberaubend schönen Bilder zu fesseln weiß und cinematografisch und kostümbildnerisch erstklassige Erlebnisse liefert.

Erstklassig ist auf jeden Fall auch die Besetzung. Die beiden konkurrierenden Magier werden von Hugh Jackman ("X-Men") und Christian Bale ("Batman Begins") hervorragend verkörpert und beide liefen von der ersten bis zur letzten Minute erstklassige Darbietungen ab. Michael Caine ("Batman Begins") als Erfinder und Mentor von Angier steht diesen in nichts nach. Hinzu kommen Piper Perabo ("Coyote Ugly") als Auslöser für die Blutfehde, Andy Serkis ("Herr der Ringe") und David Bowie ("Twin Peaks: Fire walk with me") als Wissenschaftler, sowie Scarlett Johansson (""Black Dahlia") als Bühnenassistentin. Bemerkenswert sind aus darstellerischer Sicht vor allem die Momente, in denen sich Hugh Jackmann und Christian Bale als Widersacher gegenüber stehen. Die Spannung zwischen den beiden, der krankhafte Ehrgeiz, der zu spürende Hass und die gegenseitige Verachtung wird durch die beiden Schauspieler im kleinsten bisschen Mimik und Gestik transportiert.

Die Geschichte beginnt mit dem Ende des Filmes und auch zwischendurch gibt es immer wieder Sprünge in der Zeit, die allerdings nicht allzu verwirrend ausfallen. Die erste Hälfte von "Prestige" ist fesselnd und mit einem perfekt vorangetriebenen Tempo versehen. Immer wieder gibt es eine Weiterführung der Geschehnisse, die den Film zu einem sehr guten Thriller mit Tiefgang machen. Ungefähr zur Hälfte des Films wird der Thrilleranteil allerdings schlagartig zurück gefahren und die zwischenmenschlichen und emotionalen Probleme der Protagonisten werden in den Mittelpunkt gerückt. Zu diesem Zeitpunkt werden die Geschehnisse nur noch zäh voran getrieben und das Tempo gerät reichlich schleppend. Der Film wird in diesem Teil zu einem Drama, das fast schon im krassen Gegensatz zum bisher gezeigten steht. Erst die Auflösung der beiden Hauptattraktionen von Angier und Borden bringt wieder ein wenig der Stärke aus der ersten Hälfte zurück. Die Erklärung für Bordens teleportierenden Mann fällt dabei überraschend aus, während die für Angier ein wenig ins Reich des Fantastischen abgleitet und geteilte Meinungen erhalten dürfte.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist erstklassig gelungen und die Detailschärfe und der ausgewogene Kontrast wissen vollends zu überzeugen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist ausgewogen abgemischt, die hinteren Lautsprecher kommen vor allem bei den Vorführungen immer wieder um Einsatz.

Das Bonusmaterial fällt recht spärlich aus. "Das Notizbuch des Regisseurs" beinhaltet ein 5-teiliges Making Of, das allerdings nur rund 18 Minuten Spielzeit aufweist, was viel zu kurz ist. Des Weiteren gibt es nur noch 4 Bildergalerien und den Trailer zum Film.

Fazit:
Mit einer deutlichen Straffung der zwischenmenschlichen Szenen in der zweiten Hälfte und ein wenig mehr Spannung in diesem Teil, hätte "Prestige" ein echtes Highlight werden können. So ist nur die erste Hälfte richtig überzeugend, während der Rest in erster Linie von der Optik und den sehr guten Darstellerleistungen vom kompletten Abgleiten in die Langeweile abgehalten wird.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,40:1
2,40:1
125:02 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Portugiesisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Das Notizbuch des Regisseurs
  • Das Design von Prestige
  • Kinotrailer
Prestige - Die Meister der Magie - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Prestige - Die Meister der Magie
Prestige

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Einer genialen ersten Hälfte folgt mit zunehmender Spielzeit immer mehr müder Zauber


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / UK, 2006
Regie:
Christopher Nolan
Drehbuch:
Christopher Nolan, Jonathan Nolan (nach einem Roman von Christopher Priest)
Darsteller:
Hugh Jackman, Christian Bale, Michael Caine, Piper Perabo, Scarlett Johansson, David Bowie, Andy Serkis, Rebecca Hall, Samantha Mahurin

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
11.05.2007