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DVD-Besprechung - Relative Strangers

Story:
Buchautor Dr. Richard Clayton (Ron Livingston) steht kurz vor der Hochzeit mit seiner Verlobten Ellen Minola (Neve Campbell). Doch nach und nach beginnt seine heile Welt zu bröckeln. Zu Beginn muss er erfahren, dass Arleen (Christine Baranski) und Doug Clayton (Edward Herrmann) nur seine Adoptiveltern sind. Es geht weiter mit der erschreckenden Erkenntnis, dass seine leiblichen Eltern Agnes (Kathy Bates) und Frank Menure (Danny DeVito) in einem Wohnwagen lebende Chaoten sind, was letzten Endes dazu führt, dass seine berufliche Karriere und seine Hochzeit mächtig ins Wanken geraten.

Meinung zum Film:
"Relative Strangers"-Regisseur Greg Glienna hat mit seiner Komödie "Meine Braut, ihr Vater und ich", zu der er das Drehbuch lieferte und gleich auch selbst Regie führte, bewiesen, dass er einiges an Witz aus der Zusammenführung von Familien herausholen konnte. Zu der Fortsetzung "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" lieferte er zwar nur noch die Drehvorlage, dafür brachte er durch die Zusammenführung der grundsätzlich gegensätzlichen Eltern eine neue Facette in das Familienchaos und wusste dadurch erneut bestens zu unterhalten. Sein neuester Streich ist im Grunde nur eine weitere Variation des gleichen Themas, die allerdings bei Weitem nicht den Unterhaltungswert der anderen beiden Filme besitzt und bei dem die meisten Gags schon im Ansatz stecken bleiben und oftmals zum Rohrkrepierer mutieren.

Ein ganz großes Problem des Films ist seine durchweg überdrehte und in den Aktionen überzogene Geschichte. Richard schämt sich zu Tode über das Verhalten seiner recht unkonventionellen Eltern, während die Mutter seiner zukünftigen Braut kaum anders einzuordnen ist. Die Probleme mit seiner Verlobten sind ebenfalls alles andere als nachvollziehbar, ganz zu schweigen von seiner Beziehung zu seinen gänzlich versnobten Zieheltern und vor allem seinem Stiefbruder. Bei einer Komödie ist es sicherlich nicht erforderlich, allzu viel Tiefgang hinein zu packen, aber ein klein wenig nachvollziehbare Handelsweisen sollten schon vorhanden sein, wenn es sich nicht gerade um platten Slapstick handelt. Doch alle Personen sind so hoffnungsvoll oberflächlich, dass es fast unmöglich wird, auch nur einen Hauch von Bindung zu ihnen aufkommen zu lassen.

An den Darstellern liegt es sicherlich nicht, dass der Film nicht so recht zünden möchte, denn alle haben bereits ihr komödiantisches Talent bewiesen. Aber selbst Danny DeVito ("Twins - Zwillinge") und Kathy Bates ("About Schmidt") schaffen es nicht, den Aktionen ihrer Figuren den richtigen Witz zu verleihen und so enden die Menures als kitschige Peinlichkeit, über die nur begrenzt gelacht werden kann. Neve Campbell ("Party of Five") spielt gut, ist aber nicht mehr als schmückendes Beiwerk und bringt die Story nur als Stichwortgeberin weiter. Beverly D'Angelo ("Schöne Bescherung") in der Rolle ihrer Mutter fällt in die gleiche Sparte wie die Menures und ist schlichtweg peinlich bis überflüssig. Ron Livingston ("Die Ex-Freundinnen meines Freundes") konnte bislang meist dann überzeugen, wenn er den verschmähten Verliebten spielen konnte, doch mit der Rolle des Dr. Richard Clayton hat er kein gutes Händchen bei der Rollenwahl bewiesen, da er als gepeinigtes und oberflächliches Adoptivkind nicht sonderlich überzeugt. Es kommen kaum Sympathien für seine Person auf, was sich in die lange Reihe der vielen Unzulänglichkeiten einreiht. Es gibt sicherlich den einen oder anderen Gag, der durchaus zündet und kurzweilig unterhalten kann. Für einen Film reicht das allerdings nicht aus, um über 90 Minuten unterhalten zu können. Zum Ende hin verflacht das ganze dann auch noch zusehends, was "Relative Strangers" nach seinem immerhin durchschnittlichen Beginn dann endgültig den Todesstoß gibt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und abgesehen von gelegentlichem Rauschen gibt es nichts daran auszusetzen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut abgemischt und wenn es die Gelegenheit dazu gibt, werden auch auf die hinteren Lautsprecher dezent Töne gelegt.

Die Extras fallen recht dünn aus. Neben den kurzen Featurettes "On Set with Relative Strangers", in dem die am Dreh Beteiligten über ihre Gedanken zum Film erzählen und den "Anekdoten über Star-Verwandtschaften", wo die Künstler ein paar Worte über ihre Verwandten zum Besten geben, gibt es noch eine Fotogalerie und den Trailer zum Film.

Fazit:
"Relative Strangers" ist ein relativ langweiliger, relativ unbedeutender und noch nicht einmal relativ unterhaltender Film. Nach einem durchschnittlichen Beginn wird er zum Ende hin stetig zäher und die paar zündenden Gags können gegen die ansonsten sehr platte Story nicht ankommen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,85:1
1,85:1
86:47 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • On Set with "Relative Strangers"
  • Anekdoten über Star-Verwandtschaften
  • Fotogalerie
  • Trailer
Relative Strangers - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Relative Strangers
Relative Strangers

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Relativ unbedeutend


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Greg Glienna
Drehbuch:
Greg Glienna, Peter Stass
Darsteller:
Ron Livingston, Neve Campbell, Danny DeVito, Kathy Bates, Christine Baranski, Edward Herrmann, Bob Odenkirk, Beverly D'Angelo

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
09.03.2007