Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Schuld und Unschuld
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Schuld und Unschuld

Story:
Die Dewinter AG steht kurz vor der Fertigstellung eines Wirkstoffes gegen Krebs, das auf den Namen Connegil getauft wurde. Geleitet wird das Familienunternehmen von Margot Dewinter (Nina Petri), ihr Mann Dirk (Florian Fitz) ist Projektleiter für die Entwicklung des neuen Medikamentes. Er ist es auch, der Johanna Fischer (Tanja Wedhorn) als neue Pressechefin einstellt, mit der er schon lange ein Verhältnis hat. Bei Versuchsstudien für Connegil kommt ein Proband (Péter Franke) ums Leben, doch Geschäftsführer Benedictus Spranger (Hans Sigl) versucht alles, um den Todesfall zu vertuschen, um einen bevorstehenden Deal mit der weltweit agierenden Raffael Pharma Group zur Markeinführung von Connegil nicht zu gefährden. Als Dirk Dewinter und Johanna Fischer nach einem Schäferstündchen an einem Autounfall mit Todesfolge beteiligt sind, gibt es noch mehr Schwierigkeiten, die nicht an die Öffentlichkeit dringen dürfen.

Meinung zum Film:
"Schuld und Unschuld" ist eine TV-Produktion für das ZDF, die als 2-Teiler am 30.04.2007 und 01.05.2007 ausgestrahlt wurde und fast zeitgleich auf DVD erschien. Nach einem Drehbuch von Kris Karathomas ("Letzte Kapitel") und Walter Kärger ("Störtebeker") schuf der schon in verschiedensten TV-Filmen und -Serien erprobte Regisseur Markus Rosenmüller ("Der Tote Taucher im Wald") einen fesselnden Pharma-Thriller, der die rund 3 Stunden Laufzeit wie im Flug vergehen lässt. Knapp die erste Stunde wird damit verwendet, um die einzelnen Charaktere, ihre Verbindungen und Standpunkte auf interessante Weise zu vermitteln. Die letzten 2 Stunden werden dann damit verbracht, um Vertuschungen und Intrigen zu spinnen, die manch einen in einem anderen Licht dastehen lässt und vor allem die Frage nach Ethik und Verantwortung im Haifischbecken der Aktiengeschäfte stellt.

Das für den Film versammelte Schauspielerensemble ist bemerkenswert und trägt zu einem erheblichen Teil dazu bei, dass der Film einen sehr guten Gesamteindruck hinterlässt. Tanja Wedhorn ("Bianca - Wege zum Glück") spielt die verführerische Pressesprecherin, hat allerdings im ersten Teil des Films das Problem, dass man ihr die Rolle der mit harten Bandagen kämpfenden Pressesprecherin nicht so ganz abnehmen kann. Erst in der zweiten Hälfte, wenn sie selbst immer mehr zum Opfer wird, scheint sie wirklich in die Rolle zu passen, macht damit dann auch schnell die Defizite aus dem ersten Teil vergessen. Florian Fitz ("Der Fürst und das Mädchen") als untreuer Ehemann schafft es zunächst trotz Fremdgehens, die Sympathien des Publikums zu sammeln, bekommt mit laufender Spieldauer aber fast nur noch Mitleid, da er sich letzten Endes als willenlose Marionette entpuppt, die von anderen abhängig ist. Nina Petri ("Bin ich schön?") spielt perfekt emotionslos die Leiterin des Pharmakonzerns, die selbst mit den Verfehlungen ihres Mannes professionell umgeht. Übertrumpft wird sie in ihrer kühlen Art nur noch von Hans Sigl ("SOKO Kitzbühel"), der den Geschäftsführer der Derwinter AG herrlich fies auf den Bildschirm bringt und damit ohne jeden Zweifel der perfekte Bösewicht ist.

Doch neben den zentralen Rollen gibt es auch noch reichlich kleiner angelegte Parts. In einem dieser spielt Matthias Habich ("Der Untergang") den pensionierten Rechtsanwalt und Vater von Johanna in einer solch kauzigen und sympathischen Art, dass er für viele sicherlich die Sympathiefigur der Serie sein dürfte. Aber auch Heinz Hoenig ("FC Venus") als gefeuerter Rechtsberater der Derwinter AG steht dem kaum in Wirkung nach und vor allem die Szenen mit den beiden Gentlemen haben richtig klasse. Auch die kurzen Auftritte von Uwe Friedrichsen ("Schwarz Rot Gold") als Geschäftsmann mit striktem Ehrenkodex werden sicherlich vielen in Erinnerungen bleiben, stellen doch vor allem sie den Unterschied zwischen der heutigen Maximum-Profit-Gesellschaft und dem aus alten Tagen stammenden Gedanken daran, den Menschen mit Medikamenten zu helfen am deutlichsten dar. Auch Péter Franke ("Das Blut der Templer") hinterlässt einen bleibenden Eindruck als Proband, der im Grunde nur für die Finanzierung seines Begräbnisses stirbt. Die ohne Längen präsentierte Geschichte, in der fast jede Szene eine Bedeutung hat und nie das Gefühl aufkommt, dass Momente und Dialoge präsentiert werden, um die geplante Spielzeit sinnlos aufzufüllen, so wie die bis in kleinste Rollen hervorragend ausgewählten Akteure sorgen dafür, dass "Schuld und Unschuld" ein Film wurde, der auch auf DVD sein Daseinsberechtigung hat und der ruhig zur ersten Wahl des nächsten Fernsehabends gehören sollte.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und ist für eine TV-Produktion überdurchschnittlich. Störungen und Bildrauschen sind hier ein Fremdwort und die Details sind sehr schön zu erkennen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist überwiegend gut zu vernehmen, allerdings gibt es ein paar kurze Stellen, an denen einzelne Dialoge nicht immer ganz leicht zu verstehen sind.

Extras sind keine vorhanden.

Die beiden Teile des Films werden auf 2 DVD 5 im Digipak ausgeliefert. Da die Medien nicht komplett gefüllt sind, hätte hier auch eine DVD 9 ausgereicht

Fazit:
"Schuld und Unschuld" ist eine durchweg unterhaltsame, temporeiche TV-Produktion, die ohne Längen und mit durchweg guten Darstellern zu überzeugen weiß. Die rund 3 Stunden Spielzeit der beiden Teile vergehen wie im Flug und nach dem Ende des ersten Teils ist das Verlangen groß, gleich die zweite DVD in den Player zu legen um zu erfahren, wie es mit der Dewinter AG und den Protagonisten weiter geht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
176:41 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Schuld und Unschuld - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Schuld und Unschuld
Schuld und Unschuld

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Temporeicher Pharma-Thriller mit gut ausgewählten Darstellern


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007
Regie:
Markus Rosenmüller
Drehbuch:
Kris Karathomas, Walter Kärger
Darsteller:
Tanja Wedhorn, Florian Fitz, Matthias Habich, Heinz Hoenig, Nina Petri, Hans Sigl, Eva Loebau, Péter Franke, Uwe Friedrichsen

Label Deutschland :
Das Erste
Verkaufsstart Deutschland :
26.04.2007