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DVD-Besprechung - Silk (Special Edition)

Story:
Hashimoto (Yosuke Eguchi) beschäftigt sich schon seit langem mit übernatürlichen Phänomenen. Als er es zusammen mit seinem Team schafft, in einem leer stehenden Haus den Geist eines kleinen Jungen zu fangen, ist dies ein großer Erfolg für ihn. Er kann den erfolgreichen Ermittler Ya Qi-Doing (Chang Chen) dafür begeistern, ihn bei den Nachforschungen über den Geist zu unterstützen. Dieser schafft es, ein wenig Licht in die Vergangenheit des verstorbenen Jungen zu bringen, was aber nur zu neuen Problemen führt.

Meinung zum Film:
Nach dem großen Boom an asiatischen Geisterfilmen, die seit dem auch in Deutschland erfolgreich laufenden "The Ring" veröffentlicht wurden und die durch eine Vielzahl zweitklassiger Produktionen das Interesse an derartigen Filmen immer weiter schwinden ließen, bringt Splendid Film mit "Silk" endlich einen Vertreter dieses Genres in die Heimkinos, der endlich mal wieder zeigt, warum das Interesse an dieser Art Film in erster Linie entstanden ist. Hier gibt es zwar auch die bereits vielfach genutzten bleichen Gesichter und leblosen Augen zu betrachten, doch zum Glück hat Regisseur und Drehbuchautor Chao Bin-Su ("Double Vision") nicht vergessen, um diese Gestalten herum eine Geschichte zu erzählen.

Bei der Geschichte ist es allerdings erforderlich, dass man als Zuschauer nicht alles auf die Goldwaage legt. Vor allem "Menger Schwämme", Objekte der fraktalen Geometrie, die in der Lage sind, die Schwerkraft aufzuheben und ansonsten unsichtbare Geister sichtbar zu machen, sind nicht unbedingt dazu angetan, dem ganzen einen wissenschaftlich akzeptablen Rahmen zu verschaffen. Der Einsatz der "Menger Schwämme" verleiht dem Film dafür ein wenig Science-Fiction-Charakter, der durch einen gehörigen Anteil Detektivgeschichte ergänzt wird. Zusammen mit den Geisterfilmmotiven mischen sich somit drei Genres zu einem sehr unterhaltsamen und abwechslungsreichen Gesamtbild, das zum Teil auch dadurch so interessant erscheint, weil es sich eben nicht nur auf ein Genre konzentriert. Es gibt zwar die ein oder andere Stelle, an denen es mit den Geschehnissen vielleicht ein bisschen zu übertrieben wird, bzw. bei denen man ein wenig zu sehr vom eigentlich interessanten Geschehen abweicht, und auch die oftmals schmerzlich vermisste musikalische Untermalung in ruhigeren Momenten hätten besser vermieden werden sollen, aber generell bietet der Film durchdachte Unterhaltung.

Chang Chen ("Tiger & Dragon") hinterlässt einen sehr guten Eindruck als verbissener Ermittler und trägt durch seine Bildschirmpräsenz zu einem großen Teil für das Gelingen des Filmes bei. Yosuke Eguchi ("Samurai Commando") erscheint stellenweise ein wenig zu cool, wodurch er immer wieder ein wenig comichaft herüber kommt. Doch der wohldosierte Einsatz von geisterhaften Erscheinungen, der stets in Bewegung bleibende Plot, manche Abwechslung in der Handlung und vor allem das Bemühen, auch um die Geister herum eine fesselnde Geschichte zu zeigen, sorgen dafür, dass "Silk" trotz einiger kleineres Unschönheiten eindeutig zu den asiatischen Geisterfilmen gehört, die man sich als Freund des Genres ansehen sollte. Das Ende gerät zwar ein klein wenig zu melodramatisch, hält dafür aber eine zynische Note zum Schluss bereit.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten, allerdings keinen überdurchschnittlichen Eindruck. Leicht negativ fallen die etwas grünstichigen Farben und der etwas zu tiefe Kontrast auf. Der Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar abgemischt und macht sich auch im Surroundbereich immer wieder bemerkbar.

Die Extras befinden sich auf einer separaten DVD. Hier gibt es ein "Behind the Scenes / Making Of", in dem die Künstler über ihre Erfahrungen zum Film und dem Thema Geister berichten, wozu immer wieder Bilder vom Dreh im Hintergrund zu sehen sind. In den "Deleted Goofs" wird gezeigt, welche Regiefehler noch frühzeitig entdeckt und behoben wurden, während die "Filmclips" Szenen aus dem Filmen zeigen und irgendwie keinen rechten Sinn als Extra ergeben wollen. Die "Deleted Scenes" bieten noch einmal rund 18 Minuten zusätzliche Informationen und das "Alternative Ende" ist ein verlängerter Ausgang, der den Sinn des Filmes verändert. Auch dieser besitzt eine gewisse Ironie, ist dabei aber nicht ganz so zynisch wie der letzten Endes im Film verwendete Sinn.

Fazit:
Nach zahlreichen Enttäuschungen auf dem Sektor der asiatischen Geisterfilms bietet "Silk" endlich mal wieder einen unterhaltsamen Beitrag zum Genre. Mit einer Mischung aus Grusel-, Science-Fiction- und Detektivgeschichte weiß der Film über die Spielzeit zu fesseln und macht auch kleinere Unschönheiten recht schnell vergessen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
104:06 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Taiwanesisch / Chinesisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Behind the Scenes / Making Of
  • Deleted Goofs
  • Deleted Scenes
  • Filmclips
  • Alternatives Ende
Silk (Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Silk
Guisi

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Abwechslungsreicher und unterhaltsamer Geisterthriller


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Taiwan, 2006
Regie:
Chao-Bin Su
Drehbuch:
Chao-Bin Su
Darsteller:
Chen Chang, Chun-Ning Chang, Yosuke Eguchi, Bo-lin Chen, Barbie Hsu, Kar Yan Lam, Kevin S. Smith

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
30.03.2007