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DVD-Besprechung - Das Streben nach Glück

Story:
Chris Gardner (Will Smith) ist erfolgsloser Vertreter eines Knochendichtescanners. Er kann nicht genug Geld mit seinem Job verdienen um seine Frau Linda (Thandie Newton) und seinen Sohn Christopher (Jaden Smith) über die Runden zu bringen. Durch ein Erlebnis kommt der Wunsch in ihm auf, Broker zu werden und dadurch genügend Geld zu verdienen, um seiner Familie ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen. Doch das Geld wird immer knapper, Linda verlässt Chris und dann wird auch noch die Wohnung gekündigt. Doch Chris lässt sich von allen Schicksalsschlägen nicht beeindrucken und hält weiterhin an seinem Traum fest, ein erfolgreicher Broker zu werden.

Meinung zum Film:
"Das Streben nach Glück" basiert auf dem autobiografischen Roman von Chris Gardner, der für die Verwirklichung seines Traumes, als Broker arbeiten zu können, es in Kauf nahm, für die unbezahlte Zeit der Ausbildung in Obdachlosenheimen zu übernachten. Dies selbst unter der Prämisse, dass nur eine einzige Person aus seinem Lehrgang am Ende übernommen werden würde. Erschwert wurde seine Situation durch seinen kleinen Sohn, den er auf gar keinen Fall abgeben wollte, da er selbst von seiner Familie im Stich gelassen wurde und bei Adoptiveltern aufwuchs. Drehbuchautor Steve Conrad ("The Weather Man") nahm sich der Fakten des Romans an und baute um sie herum eine hollywoodtaugliche Geschichte, die in manchen Dingen ein wenig kitschig und teils auch naiv erscheint, dabei aber zumindest den Eckpunkten im Leben Chris Gardners treu bleibt.

Regie führte der Italiener Gabriele Muccino, der bis dato keinen einzigen Film in Amerika drehte und bei Drehbeginn auch nur gebrochen Englisch sprechen konnte. Doch niemand anderes als Hauptdarsteller Will Smith ("Hitch - Der Date Doktor") setzte sich dafür ein, Muccino als Drehleiter für den Film zu gewinnen. Grund hierfür waren seine außerhalb Italiens eher unbekannten Werke "Ein letzter Kuss" und "Remember Me", die den Schauspieler vor allem wegen der emotionalen Tiefe der Charaktere und ihrer authentisch dargebrachten Beziehungen begeisterten. Dies ist besonders wichtig, da "Das Streben nach Glück" zu einem großen Teil aus Rückschlägen und Schicksalsschlägen besteht und für heitere Momente eher weniger Zeit bleibt. Als Zuschauer ist man dazu verdammt, den harten und ernüchternden Weg Chris Gardners mitzuerleben, der nur selten Lichtblicke mit sich bringt und zu einem großen Teil nur über die Vater-Sohn-Beziehung für emotionale Entlastung sorgt. Selten wurde dabei so direkt vor Augen geführt, wie wertvoll zwischenmenschliche Nähe ist und welche Kraft man daraus ziehen kann.

Die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist im Film etwas ganz besonderes und die Bindung zwischen den beiden überträgt sich fast beispiellos auf den Bildschirm. Es wäre leicht zu sagen, dass dies kein Wunder ist, da Chris' Sohn von Jaden Smith, Will Smiths tatsächlichem Sohn gespielt wird. Nur wäre dies zu leicht, da nicht jedes Kind auf der Leinwand auf natürliche Weise seine Wirkung erzielt. Doch Jaden Smith hat einfach das besondere etwas, das gleich in seinen Bann zieht. Hervorragend spielt auch Thandie Newton ("L.A. Crash") in der Rolle von Chris' Ehefrau. Ihre Rolle endet allerdings ein wenig abrupt und die Abkehr von ihrem Sohn fällt ein wenig zu leicht aus. Dies ist einer der vielen kleinen unschönen Szenen, zu denen u.a. auch einige Momente rund um den Knochendichte-Messungs-Apparat zählen, die dann doch ein wenig zu kitschig erscheinen. Generell ist "Das Streben nach Glück" aber ein sehr bewegendes Drama rund um eine Vater-Sohn-Beziehung, die direkt mit dem amerikanischen Traum verbunden ist. Würde der Film nicht auf einer wahren Lebensgeschichte basieren, viele würden den Inhalt als typischen Hollywood-Kitsch abtun. Doch Chris Gardner gibt es wirklich und auch seine Erfolgsgeschichte beinhaltet Nächte in Obdachlosenheimen und U-Bahn-Toiletten. Seine Biografie beweist, dass das Leben manchmal doch die unglaublichsten Geschichten zu erzählen hat.

Digitale Aufarbeitung:
Sieht man einmal von dem etwas zu tiefen Kontrast ab, kann das Bild überzeugen. Gleiches gilt für den stets gut zu verstehenden deutschen Ton in Dolby Digital 5.1, der gemäß dem Genre nicht sonderlich viel räumliche Effekte zu bieten hat.

Das Bonusmaterial bietet sehr gute Informationen über den Film und seine Hintergründe. Regisseur Gabriele Muccino spricht einen Audiokommentar, bei dem klar zu vernehmen ist, dass er noch nicht ganz sicher in der englischen Sprache ist, aber auch mit begrenztem Wortschatz verbreitet er zahlreiche Informationen. Das Extra "Ein Italiener stellt sich dem Amerikanischen Traum" befasst sich dann direkt mit dem Regisseur und wie er zu dem Film kam, während "Vater & Sohn: Im Film und privat" sich mit Vater Will und Sohn Jaden Smith beschäftigt. In "Der Mann hinter der Geschichte: Im Gespräch mit Chris Gardner" kommt der wahre Chris Gardner zu Wort und seine Beteiligung am Film und sein Lebensweg werden dem Zuschauer näher gebracht. Es folgt noch ein kleines Feature mit dem Namen "Faszination Zauberwürfel", das sich mit dem in den 80er-Jahren populären Zauberwürfel beschäftigt, der auch im Film eine Rolle spielt. Den Abschluss macht das Musikstück "I Can", das für den Film komponiert, aber letzten Endes nicht verwendet wurde.

Fazit:
"Das Streben nach Glück" ist ein weitestgehend recht depressiver Film, der den harten und tristen Lebensweg Chris Gardners nachzeichnet, angereichert mit ein wenig hollywoodtauglichem Kitsch. Doch nicht zuletzt dank der herausragenden Leistungen von Will Smith und seinem Sohn Jaden ist er für Freunde ernster Stoffe absolut empfehlenswert.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
2,40:1
2,40:1
112:43 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar von Regisseur Gabriele Muccino
  • Ein Italiener stellt sich dem "Amerikanischen Traum"
  • Vater & Sohn: Im Film und privat
  • Der Mann hinter der Geschichte: Im Gespräch mit Chris Gardner
  • Faszination Zauberwürfel
  • "I Can" Musik-Performance
Das Streben nach Glück - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das Streben nach Glück
The pursuit of happyness

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine rührende Vater-Sohn-Beziehung und der amerikanische Traum


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Gabriele Muccino
Drehbuch:
Steve Conrad (basierend auf der Biografie von Chris Gardner)
Darsteller:
Will Smith, Jaden Smith, Thandie Newton, Brian Howe, James Karen, Dan Castellaneta, Kurt Fuller, Scott Klace

Label Deutschland :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
22.05.2007