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DVD-Besprechung - Superman Returns (2-Disc Edition)
Story:
5 Jahre, nachdem Superman (Brandon Routh) die Erde verließ, um nach seinem angeblich wieder aufgetauchten Heimatplaneten Krypton zu suchen, kehrt er auf den blauen Planeten zurück, auf dem sich zwischenzeitlich einiges verändert hat. Lois Lane (Kate Bosworth) ist mittlerweile mit Richard White (James Marsden), dem Neffen von Daily-Planet-Chefredakteur Perry White (Frank Langella) verlobt und hat gemeinsam mit diesem einen Sohn (Tristan Lake Leabu). Auch Supermans Erzfeind Lex Luther (Kevin Spacey) ist aus der Untersuchungshaft wieder entlassen worden und natürlich hat er schon wieder einen diabolischen Plan in der Umsetzung, der die Welt in ihr Verderben stürzen soll.
Meinung zum Film:
Eigentlich war es angedacht, dass Regisseur Bryan Singer ("Die üblichen Verdächtigen") auch den dritten Teil der X-Men-Saga in die Kinos bringen sollte, doch dieser entschied sich dafür, lieber die stählerne Comicikone Superman in das neue Kinozeitalter der Superhelden zu hieven. Nachdem es Spider-Man und auch Batman geschafft hatten, in einer zeitgemäßen Version auf der Leinwand zu begeistern, war ein Auftritt Supermans schon lange nur noch eine Frage der Zeit. Die Erwartungen der Fans waren relativ hoch, da die Kollegen aus den bunten Heftchen zwischenzeitlich Auftritte hinlegen konnten, die selbst den Comics weniger vertrauten Kinogänger fesseln konnte. Mit Bryan Singer stand dann auch einer der Regisseure hinter der Kamera, der nicht nur eine große Liebe zu den Superman-Comics mitbrachte, sondern zusätzlich mit den ersten beiden X-Men-Verfilmungen auch die Charaktertiefe in die vorher eher actionorientierten Comicumsetzungen brachte. Warum er allerdings gerade "Superman Returns", eines seiner großen Wunschprojekte, in den Sand setzte, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben.
Das größte Problem des Filmes ist ohne jeden Zweifel seine Laufzeit von rund 2,5 Stunden, die mit einem Plot gefüllt wurde, der problemlos auf eine Briefmarke passt. Anstatt die dadurch massig vorhandene Zeit zu nutzen, um die Charaktere zu vertiefen, verliert sich der Film lieber in langatmigen, inhaltsleeren Dialogen, die dann letzten Endes auch die Charaktere weitestgehend blass erscheinen lassen. Der weitestgehend unerfahrene Darsteller Brandon Routh schafft es, Clark Kent und Superman gleichermaßen verschüchtert wirken zu lassen, was zum großen Teil aber auch daran liegt, dass er außer hohlen Phrasen kaum Dialoge bekommen hat. Kate Bosworth ("Bee Season") als Lois Lane ist eine krasse Fehlbesetzung, denn sie kann weder die harte Journalistin noch die interessante Frau ausreichend portraitieren. Sie wirkt viel zu jung und zu zart, um den Anforderungen an die Figur gerecht zu werden. Kevin Spacey ("L.A. Confidential") holt zwar das beste aus der Rolle des Bösewichts Lex Luthor heraus, scheitert letzten Endes aber auch daran, dass das Drehbuch Luthor viel zu überzeichnet und comichaft darstellt, was im Grunde nichts anderes als ein Rückschritt in die Tage ist, wo die Helden noch in echten Strumpfhosen über die Leinwand huschten.
Wahrscheinlich wären die charakterlichen Umsetzungsprobleme nicht so stark ins Gewicht gefallen, wenn es wenigstens inhaltlich gestimmt hätte. Doch am Ende gibt es dermaßen viele dummer Momente, dass es den meisten nicht leichtfallen dürfte, die persönliche Top 3 der dämlichsten Ideen zu küren. Sei es die ständig mit dem Holzhammer präsentierte Symbolik von Superman, der von seinem Vater als Erlöser auf die Erde geschickt wurde, der Stählerne in der Notaufnahme eines Krankenhauses, Lois Lane, die den Körper des geschwächten Helden aus strömenden Fluten birgt, ein unwirtlicher, von spitzen Vorsprüngen übersäter und durch Lex Luthor geschaffener Landfleck, der neuer Zufluchtsort der Menschen werden soll, aber sicherlich noch nicht einmal eine einzige Gams überzeugen könnte, es ist schwer zu entscheiden, welcher davon der wirklich peinlichste Moment des Filmes ist. Aber vielleicht ist es ja auch ein ganz anderer Moment, die Auswahl ist wahrlich groß. Die Spitzenposition dürfte bei den Meisten aber sicherlich die plötzliche Immunität Supermans gegen Kryptonit sein, als dieser einen Felsbrocken, der voll der für ihn tödlichen Masse ist, ins All befördern kann. Die Actionszenen sind zwar weitestgehend ordentlich gelungen, schaffen es aber nicht über die deutlichen Längen des Films hinweg zu trösten. Doch selbst wenn Superman ein großes Flugzeug an der Schnauze abfängt oder wenn er einen überdimensionalen Erdbrocken auf den Schultern trägt, wirkt das weit weniger annehmbar als vergleichbare Aktionen der Kollegen Spider-Man oder Batman. Auch hier hat es Bryan Singer verpasst, das ganze, so weit wie möglich für einen Superheldenfilm, in einem real wirkenden Licht erscheinen zu lassen. Da helfen dann auch sämtliche Anspielungen auf die Superman-Kultur nicht drüber hinweg, dass der Film sein Ziel so weit verfehlt wie Krypton von der Erde entfernt war.
Digitale Aufarbeitung:
Bild und Ton sind über jede Kritik erhaben. Die Farben erstrahlen kräftig vom Bildschirm und auch in dunklen Sequenzen geht kaum ein Detail verloren. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut zu vernehmen und sorgt auch mit gezielt eingesetzten Effekten für Leben im Heimkino.
Bei den Extras sticht vor allem das sehr ausführliche, fast 3-stündige Making Of hervor, das in 5 Kapiteln kaum eine Frage zur Entstehung des Films offen lässt. Ein eigener Beitrag beschäftigt sich zusätzlich mit dem Einfügen von Szenen mit Marlon Brandon als Jor-El aus dem Superman-Film von Richard Donner und es folgen abschließend noch nicht verwendete Szenen.
Fazit:
Nachdem etliche guten Filme Superhelden mit charakterlicher Tiefe in die Kinos brachten, sorgen oberflächliche Protagonisten und ein inhaltsleerer, langatmiger Plot in "Superman Returns" dafür, dass die Zeiten von "Batman hält die Welt in Atem" näher zu sein scheint als die von "Batman Begins". Wer hätte schon vermutet, dass gerade Bryan Singer das Superman-Franchise im Kryptonit ertränkt?
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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147:57 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Making Of: Requiem to Krypton
- Die Auferstehung von Jor-El
- Nicht verwendete Szenen
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Superman Returns
Superman Returns
Der Film, der die symbolische Strumpfhose in die Superheldenfilme zurück bringt
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien / USA, 2006 Regie: Bryan Singer Drehbuch: Michael Dougherty, Dan Harris, Bryan Singer (basierend auf den Charakteren der DC Comics) Darsteller: Brandon Routh, Kate Bosworth, Kevin Spacey, James Marsden, Parker Posey, Frank Langella, Sam Huntington, Tristan Lake Leabu
Label :
Warner Home Video Germany
Verleihstart : 15.12.2006 Verkaufsstart : 15.12.2006
Vertrieb :
Warner Home Video Switzerland
Verleihstart : 15.12.2006 Verkaufsstart : 15.12.2006
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