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DVD-Besprechung - The Crossing - Teuflisches Vertrauen

Story:
Nach einem Autounfall ist Andreas (Trond Fausa Aurvåg) an den Rollstuhl gefesselt. Doch damit nicht genug, auch seine Frau Liv (Stine Varvin) verlässt ihn, weil sie mit der neuen Situation nicht zurecht kommt. Als Monate später der Handwerker Wagner (Svante Martin) nach der REHA von Andreas damit beginnt, das Haus behindertengerecht umzubauen, steht auch Liv plötzlich wieder in der Tür und eröffnet ihrem Mann, dass sie doch nicht ohne ihn leben kann. Mit den beiden Personen ist aber auch etwas anderes in das Leben des behinderten Mannes eingekehrt, eine Bedrohung, die er allerdings viel zu spät erkennt.

Meinung zum Film:
Was der skandinavische Regisseur Martin Asphaug, der im deutschsprachigen Raum kaum bekannt sein dürfte, seinem Publikum mit "The Crossing" präsentiert, ist eine harte Probe für die Nerven des Publikums. Dies allerdings nicht hinsichtlich der nicht auszuhaltenden Spannung, die er präsentiert, sondern vielmehr mit einem langweiligen Kammerspiel, das erst in den letzten rund 30 Minuten etwas Tempo aufnimmt, dafür dann aber stellenweise richtig albern ist. Ernst nehmen kann man das ganze Szenario von da an nicht mehr so recht und die hanebüchenen Ereignisse geben dem Film damit den Rest. Als Sahnehäubchen gibt es eine reichlich platte Charakterisierung, die im letzten Drittel dann ebenfalls so mancher Peinlichkeit preisgegeben wird.

Bis aber erst einmal in Sachen Spannung ein wenig was geboten wird, ist zunächst über gute 2/3 des Films das neue Leben von Andreas im Rollstuhl zu erleben. Würde es nicht die ein oder andere unglaubwürdige Einstellungen geben, der Film würde im Grunde zu großen Teilen als Drama durchgehen, was der auf dem Cover versprochenen Spannung naturgemäß aber eher weniger zuspielt. Und so wird dieser Teil des Filmes zu einem zähen Erlebnis, das man einzig aus einem Grund über sich ergehen lässt - die Hoffnung auf den Start des versprochenen Albtraums, der laut dem Covertext mit dem Eintreffen des Handwerkers Wagner losbricht. Aber weit gefehlt. Auch Wagner reiht sich erst mal in die Ruhe des Filmes ein und lediglich wenn er lauthals Stücke seines komponierenden Namensvetters von sich gibt, geht er mal ein wenig aus sich heraus.

Wenn dann aber die letzte halbe Stunde anbricht, offenbart der passionierte Opernsänger sein wahres Gesicht und der Albtraum nimmt tatsächlich noch seinen Lauf. Zumindest ist dies die Hoffnung zu diesem Zeitpunkt, doch zahlreiche Dummheiten machen endgültig die Hoffnung auf zumindest einigermaßen Filmunterhaltung zunichte. Und haarsträubende Einfälle gibt es genügend. So verlässt Liv ihren geliebten Andreas, schickt ihm den Hochzeitsring mit einem wortlosen Brief in die REHA, taucht aber nach einigen Monaten wieder auf. Dies just an dem Tag, an dem auch Wagner mit den Arbeiten am Haus beginnt. Es lebe der Zufall, kann man hier noch sagen. Ob es auch Zufall ist, dass Liv sich immer wieder lustvoll dem äußerst gewalttätigen Wagner hingibt, um danach wieder seine Gefangene zu sein, ist eine schwer zu beantwortende Frage. Fast noch schwerer zu beantworten ist, warum Wagner, ein Bär von einem Mann, der im bildlichen Sinne dicke Bäume mit bloßen Händen aus dem Boden reißt, an einer kleinen Duschstange scheitert und diese lieber mit einer Nagelschere von der Wand abschraubt, anstatt diese mit einem Ruck von der Wand zu reißen. Aber keine Sorge, es gibt noch viel mehr unverständlicher Aktionen zu sehen, womit man die Laufzeit des Films zumindest damit verbringen kann, sich über die verschiedensten Kopfschüttelaktionen ein wenig zu amüsieren. Wer Spaß daran hat, wird an "The Crossing" sicherlich Gefallen finden. Alle anderen ärgern sich aber wahrscheinlich nur über die verschenkte Zeit.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist auf einem durchschnittlichen Niveau. Es ist feines Rauschen zu erkennen und die Schärfe kann nicht vollends überzeugen, dies sind aber schon die einzigen kleineren Makel. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut zu verstehen, in Sachen Surroundeffekte hält es der Film aber mit der Ruhe in der skandinavischen Abgeschiedenheit und bleibt weitestgehend stumm.

Als Extra gibt es lediglich den Trailer zum Film.

Fazit:
"The Crossing" hätte ein ordentliches Behindertendrama werden können, wenn er nicht in der letzten halben Stunde mit dämlichen Einfällen und platten Charakterisierungen krampfhaft versucht hätte, Spannung zu erzeugen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt scheitert der Film endgültig und der konstruierte Plot sorgt zusätzlich für unfreiwillige Komik.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
99:35 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
The Crossing - Teuflisches Vertrauen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Crossing - Teuflisches Vertrauen
Andreaskorset

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Wer nur weiter schaut in der Hoffnung, dass der Film noch spannend wird, kann beruhigt frühzeitig abschalten


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Norwegen / Schweden, 2004
Regie:
Martin Asphaug
Drehbuch:
Eirik Ildahl
Darsteller:
Trond Fausa Aurvåg, Stine Varvin, Svante Martin, Sverre Anker Ousdal

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
19.04.2007