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DVD-Besprechung - An deiner Schulter
Story:
Nachdem Terry Ann (Joan Allen) von ihrem Gatten verlassen wurde, findet sie immer mehr Gefallen an Gin-Tonic, der ihre geschundene Seele entlastet. Ihre 4 Töchter vernachlässigt sie dadurch allerdings immer mehr, was den Familienfrieden zwischen den fünf Frauen nicht gerade fördert. Ihr Nachbar Denny (Kevin Kostner), ein ehemaliger Baseballspieler, der ebenfalls gerne hochprozentiges zu sich nimmt, findet Gefallen an Terry Ann. Nach anfänglichen Reibereien finden sie zueinander und geben sich gegenseitig Halt, um die Probleme des Alltags besser bestehen zu können.
Meinung zum Film:
Es ist nicht zu leugnen, dass der Film von Regisseur und Drehbuchautor Mike Binder ("Love Affairs - Nimm am besten was Du kriegst") den einen oder anderen äußerst witzigen und charmanten Moment zu bieten hat. Es gibt immer wieder die eine oder andere Einstellung, bei der es durchaus etwas erheiterndes zu sehen gibt. Aber macht das einen guten Film aus? Sicherlich nicht, und ganz sicher nicht bei "An deiner Schulter", wo diese Momente nur Unterbrechung eines ansonsten recht schwerfällig vorgetragenen und wenig harmonisch wirkenden Filmes sind. Die Geschichte über eine vom Leben enttäuschte und am Schicksal zerbrochene Frau, die nach dem Weggang ihres Mannes dem Alkohol immer mehr zugeneigt ist, gehört zu der Sorte Film, die es verpasst, eine Bindung zum Publikum aufzubauen und seinen Charakteren einen lebendigen Hintergrund zu verpassen, damit man mit ihnen mitfühlen kann.
Während Filme wie "Die letzte Kriegerin" oder "Leaving Las Vegas" dadurch mitreißen konnten, dass sie Menschen am Abgrund zeigten, deren Schicksale einem nahe gingen, bietet die Variante von Mike Binder finanziell offensichtlich gefestigte Menschen, die zu viel Alkohol trinken, aber Wohlstandprobleme haben, von denen andere nur träumen. Sie wirken zu keiner Zeit mit echten Problemen behaftet, sondern eher wie Gäste auf einer Cocktail-Party, die in gelockerter Atmosphäre einen Drink schlürfen und am nächsten Morgen mit einem Kater aufwachen, der sich aber schnell wieder legt. Man weiß eigentlich nie, ob die Probleme nun wirklich als solche erscheinen sollen oder ob es vielmehr Randnotizen in einer ganz anderen Geschichte sind. Dadurch gerät die ganze Erzählung zu einem undurchschaubaren Gebilde, das weder gänzlich erheitert noch richtig mitnimmt. Sie plätschert weitestgehend einfach vor sich hin, ohne zu fesseln oder Sympathien oder Mitgefühl aufzubauen.
Lediglich Hauptdarstellerin Joan Allen ("Wie ein einziger Tag") und Filmpartner Kevin Costner ("Message in a Bottle") sorgen dafür, dass der Film nicht ganz so schlecht endet wie seine Dramaturgie. Sie retten durch ihre guten gemeinsamen Szenen und der Art, wie sie ihre Dialoge vortragen dafür, dass zumindest stellenweise ein wenig Emotionen aufgebaut werden können, die das Drehbuch allerdings nicht weiter zu tragen vermag, sie sogar relativ schnell wieder zunichte macht. Die Grundidee ist sicherlich nicht schlecht und auch so mancher Ansatz im Mutter/Töchter-Konflikt sind einen zweiten Gedanken wert. Doch insgesamt wirkt alles viel zu unausgegoren und zu wenig durchdacht, um wirklich die Herzen des Zuschauers erreichen zu können. Da reicht es auch nicht, dass zumindest die letzten 20 Minuten ein klein wenig für den zähen Rest entschädigen. Wenn man es denn bis dahin überhaupt durchgehalten hat. Man möchte Mike Binder am liebsten raten, noch einmal das Drehbuch grundlegend zu überarbeiten und sich von einem erfahrenen Autoren dabei helfen zu lassen. Aber dafür ist es nun wohl leider zu spät.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist bis auf einen Punkt gut geraten - einzig die etwas zu kräftigen Farben, welche vor allem Hauttöne stellenweise etwas zu kräftig erscheinen lassen, wirken nicht so gut gelungen wie der Rest. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar zu verstehen, hat in Sachen Raumklang allerdings so gut wie nichts zu bieten.
Bonusmaterial gibt es reichlich. Zuerst einen Audiokommentar mit Regisseur Mike Binder und Hauptdarstellerin Joan Allen, der allerdings ohne Untertitel auskommen muss, weswegen er nur der englischen Sprache Mächtigen Informationen bieten wird. Das rund 12-minütige Making Of des Films hat eher Werbecharakter, dafür bietet das knapp halbstündige Featurette "Creating the Upside of Anger" die gewünschten Hintergrundinformationen. Einen lockeren Blick hinter die Kulissen bieten 4 Behind-the-Scenes-Eindrücke, und die Interviews geben zusätzlich Eindrücke der Künstler über den Film. Es folgen noch 10 Deleted Scenes, eine ganze Menge Trailer & Spots, Infotafeln zu Cast & Crew sowie eine Bildergalerie.
Fazit:
"An deiner Schulter" bietet neben zwei sehr guten Hauptdarstellern und einem ansprechend klingenden Plot nur eine unausgegorene Umsetzung, die kaum die Herzen des Publikum erreichen kann, weil vor allem die Probleme und Sorgen viel zu oberflächlich dargeboten werden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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112:18 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Regisseur Mike Binder, Darstellerin Joan Allen
- Behind the Scenes
- Interviews mit Cast & Crew
- Deleted Scenes
- Featurette "Creating the Upside of Anger"
- Making Of
- Trailer & TV Spots
- Cast & Crew
- Videogalerie
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An deiner Schulter
The Upside of Anger
Wenig mitreißend und nur dank der guten Hauptdarsteller nicht ganz enttäuschend
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / UK / USA, 2005 Regie: Mike Binder Drehbuch: Mike Binder Darsteller: Joan Allen, Kevin Costner, Erika Christensen, Evan Rachel Wood, Keri Russell, Alicia Witt, Mike Binder
Label :
Universum Film
Verkaufsstart : 13.03.2006
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