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DVD-Besprechung - Auf dem Highway ist die Hölle los

Story:
Es ist wieder so weit. Das bei den Fans berühmte und bei den Gesetzeshütern berüchtigte Cannonball-Rennen steht kurz vor dem Start. Dieses führt über 3000 Meilen von New Jersey nach Kalifornien. Die Wahl der Fahrzeuge ist jedem Teilnehmer freigestellt, mitfahren darf jeder, selbst die Streckenwahl ist nach eigenem Gutdünken zu gestalten. Aus Gründen von Ruhm und Ehre versammelt sich eine bunte Schar von Hochgeschwindigkeits-Verrückten an der Stargeraden, die sich aus falschen Priestern, geheimen Geheimagenten bis hin zu asiatischen Hightech-Kämpfern zusammensetzt.

Meinung zum Film:
Regisseur Hal Needham ("Ein ausgekochtes Schlitzohr") brachte Anfang der 80er Jahre sein Straßenrennen in die Kinos, eroberte die Lichtspielhäusern in Amerika im Sturm und brachte es letzten Endes auf ein Einspielergebnis von rund US$ 60 Mio. Dabei ist das Strickmuster des Filmes sehr einfach gehalten. Die Story, wenn man sie denn so nennen möchte, setzt sich lediglich aus dem Rennen und ein paar kleinen Geschichten rund um die Charaktere zusammen, die allerdings nicht mehr als Anekdoten und Spleens sind. Die Gags sind ebenfalls recht einfach gehalten und Tiefgründiges gibt es in keiner Sekunde zu finden. Doch der Film macht eines - Spaß. Und dies ungemein gut. Trinkende und stets auf der Suche nach Frauen befindliche Priester, ein eigenartiger Geheimagent, Chinesen mit Hightech-Spielzeug oder zwei amerikanische Hinterwälder mit Sprach- und Denkbehinderungen mögen zwar nichts anderes als ausgelebte Klischees sein, doch durch ihre artgerechte Inszenierung für die Leinwand sind sie eine Bereicherung für das private Lachmuskeltraining im anfänglichen Stadium.

Besonders gelungen ist das Spiel mit den Ruf der Stars hinter den Figuren. So spielt Roger Moore ("James Bond") einen Sonnyboy, der allen erzählt, ein Schauspieler mit dem Namen Roger Moore zu sein, im Insgeheimen aber lieber ein Geheimagent wäre, was er dann auch ganz gerne mal verkündet. Dann sind da noch Dean Martin ("Rio Bravo") und Sammy Davis Jr. ("Frankie und seine Spießgesellen"), die im Endeffekt nichts anderes tun als ihre Späße, die sie mit ihrem Kumpel Frank Sinatra auf den Bühnen Las Vegas' zum Besten gaben, und die ihnen den Spitznamen "Rat Pack" einbrachte, weiterzuführen. Natürlich immer artgerecht mit einem Glas Whiskey in der Hand und einem flotten Spruch auf der Lippe. In weiteren Rollen finden sich kleine und große Berühmtheiten wie Burt Reynolds ("Beim Sterben ist jeder der erste"), Farrah Fawcett ("3 Engel für Charlie"), Adrienne Barbeau ("The Fog - Nebel des Grauens"), Jackie Chan ("Rush Hour"), Peter Fonda ("Easy Rider"), Dom DeLuise ("Spaceballs") und Jack Elam ("Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe") wieder. Letzterer glänzt in der Rolle des Doktor Niklas Van Helsing, der allein durch seinen irren Blick noch lange nach dem Film in Erinnerung bleibt.

Weitere Highlights sind zweifelsohne die verschiedenartigen Fahrzeuge. Vom Lamborghini über einen Ferrari 308 bis hin zum voll funktionsfähigen Krankentransporter ist so einiges vertreten. Und dass die Polizei in der Regel den Kürzeren gegen die geballten Pferdestärken zieht, dürfte ohnehin klar sein. Und so zieht der Renn-Tross von Ost nacht West und hinterlässt eine dichte Rauchspur. Aber auch in den Momenten, in denen nicht gerast wird, kommt alles andere als Langeweile auf. Die Gags sind sicherlich von wenig gehaltvollem Niveau und teilweise schon ein wenig albern, aber es macht auch auf diese solide Art richtig Spaß, dem Film zu folgen und sich einfach nur bei einfachen Späßen vor dem Bildschirm zu entspannen. "Auf dem Highway ist die Hölle los" sollte in diesen Momenten einer der Top-Favoriten für den Player sein und sei es nur um das Duo Dean Martin - Sammy Davies Jr. bei ihrem Schabernack zu begleiten.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen ordentlichen Eindruck, doch das Fehlen von Schärfe, was das Bild etwas verwaschen wirken lässt, kann überhaupt nicht überzeugen, was auch für den etwas zu steil gewählten Kontrast gilt. In Bezug auf Farben und Reinheit ist die digitale Umsetzung allerdings ordentlich. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist die meiste Zeit über klar verständlich und besitzt gute Mono-Eigenschaften. Es gibt aber auch immer wieder Passagen, in denen deutliches Kratzen zu vernehmen ist. Die englische Dolby Digital 5.1-Spur ist im Vergleich dazu bei der Sprache ein wenig zu leise und dadurch schwerer verständlich, kann dafür aber mit dezenten Geräuschen im hinteren Bereich aufwarten.

Bei Bonusmaterial ist Ebbe angesagt. Nicht einmal der Trailer zum Film schaffte es auf die DVD.

Fazit:
Wem es nach gepflegter Feierabend-Unterhaltung dürstet, die ohne große Ansprüche an die Konzentrationsfähigkeit daherkommt, ist bei "Auf dem Highway ist die Hölle los" allerbestens aufgehoben. Ein großes Staraufgebot aus den 80er-Jahren, tolle Rennvehikel und abgedrehte Charaktere sorgen für entspannende Unterhaltung. Die DVD-Umsetzung ist zwar nicht unbedingt beispielhaft, aber immer noch ausreichend gut.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,85:1
1,85:1
92:05 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • -
Auf dem Highway ist die Hölle los - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Auf dem Highway ist die Hölle los
The Cannonball Run

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Entspannendes Unterhaltungskino ohne große Ansprüche, aber mit gutem Unterhaltungswert


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1980
Regie:
Hal Needham
Drehbuch:
Brock Yates
Darsteller:
Roger Moore, Burt Reynolds, Farrah Fawcett, Dom DeLuise, Dean Martin, Sammy Davis Jr., Adrienne Barbeau, Terry Bradshaw, Jackie Chan, Peter Fonda, Bianca Jagger

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
20.01.2005